Jean-Luc Dompé fiel beim HSV zuletzt in Ungnade.

In der Vorwoche suspendierte der HSV Jean-Luc Dompé. Nun gibt es Neuigkeiten rund um den Franzosen. Foto: WITTERS

Rekordstrafe und neue Chance! So lief der Gipfel der HSV-Bosse mit Dompé

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Die Unterredung fiel kurz aus, die Wirkung aber war groß. Am Dienstag baten die HSV-Bosse den nach seiner Alkoholfahrt suspendierten Jean-Luc Dompé zum Gespräch, danach stand fest: Die Ampel beim HSV springt für den Franzosen von Rot auf Gelb – mit der Perspektive, bald wieder Grün zu sein. Der Flügelspieler wird auch am kommenden Samstag in Heidenheim (15.30 Uhr, Liveticker auf mopo.de) nicht dabei sein, darf sich in Kürze aber wohl für eine neue Chance empfehlen. Nicht herum kam er um eine Rekordstrafe, die der HSV ihm aufbrummte.

Knapp 20 Minuten lang saßen die Entscheidungsträger im Volkspark mit Dompé zusammen, um ihm mitzuteilen, wie es beim HSV mit ihm weitergeht. Danach wusste dann auch der 30-Jährige Bescheid: 100.000 Euro Strafe muss er berappen, das gab es beim HSV noch nie. Vom Spielbetrieb bleibt Dompé vorerst suspendiert, darf aber wieder trainieren. Zunächst separat, wie bereits am Dienstag, als er mit den angeschlagenen Damion Downs und Fabio Baldé von Reha-Trainer Sebastian Capel beschäftigt wurde. Wann der Flügelflitzer wieder ins Teamtraining aufgenommen wird, ist vorerst offen.

Die HSV-Bosse teilten Dompé am Dienstag das Strafmaß mit

„Wir haben uns mit Jean-Luc zusammengesetzt und ein klärendes Gespräch mit ihm geführt“, stellte HSV-Sportdirektor Claus Costa fest. „Er hat sich für sein Verhalten nochmal ausdrücklich entschuldigt und weiß, dass er verantwortungslos gehandelt hat. Und dass er sich selbst und dem HSV großen Schaden zugefügt hat.“

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Dompé war am Morgen des 25. Januar (Sonntag) mit einem Alkoholwert von 1,4 Promille von der Polizei angehalten worden und musste daraufhin seinen Führerschein abgeben. Anschließend fuhr er von der Wache verbotenerweise mit einem E-Scooter nach Hause. Dazu kommt: Dompé ist Wiederholungstäter. Bereits Anfang 2023 hatte er unliebsam für Aufsehen gesorgt, als er einen Crash nahe der Landungsbrücken baute.

Dompé war in der Vorwoche vom HSV suspendiert worden

Am vergangenen Donnerstag hatte der HSV Dompé dann suspendiert, nun folgte die entscheidende Unterredung. Keine Diskussion – sondern eine Darstellung der Fakten. Costa: „Wir haben ihm die Sanktionen mitgeteilt, ihn über die Geldstrafe informiert und darüber, dass er bis auf Weiteres vom Spielbetrieb suspendiert bleibt. Er hat die Entscheidung respektiert, angenommen, akzeptiert und sich dann auch vor der Mannschaft klar und deutlich entschuldigt. Dementsprechend gucken wir jetzt nach vorne.“

Bereits am Dienstag durfte Jean-Luc Dompé wieder im Volkspark trainieren – separat, während das Mannschaftstraining lief. WITTERS
Jean-Luc Dompé am Dienstag beim Training im Volkspark
Bereits am Dienstag durfte Jean-Luc Dompé wieder im Volkspark trainieren – separat, während das Mannschaftstraining lief.

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Wann aber könnte Dompé wieder mit der Mannschaft trainieren? Das ist noch offen. Entscheidend dürfte sein, wie er sich in den kommenden Tagen verhält. Zumindest seine Worte, die er mit dem HSV abstimmte und über die Vereins-Homepage von sich gab, klingen nach Einsicht. „Mir ist bewusst, dass es mit einer einfachen Entschuldigung nicht getan ist“, ließ Dompé auf diesem Weg wissen. „Meiner Vorbildfunktion bin ich absolut nicht gerecht geworden. Ich habe schwerwiegende Fehler begangen und trage selbstverständlich die vollen Konsequenzen dafür.“ Und weiter: „Ich kann die Enttäuschung des Klubs, des Trainerteams und all der Fans, die mich bis hierhin immer unterstützt haben, verstehen. Es tut mir wahnsinnig leid. Auch, dass ich das Team in dieser Phase, den so wichtigen Wochen, im Stich gelassen habe.“

HSV-Boss Costa: „Vorgang ist nicht zu entschuldigen“

Dompé wird diesen Worten nun aber auch Taten folgen lassen müssen. Die hohe Geldstrafe des Vereins wertet Costa als klares Zeichen: „Es war uns wichtig, dass wir Haltung dahingehend zeigen, dass dieser Vorgang nicht zu entschuldigen und nicht zu tolerieren ist.“ Der Sportdirektor glaubt allerdings zu wissen, was den Profi am meisten schmerzt: „Ich denke, es tut ihm am meisten weh, dass man ihm das Fußballspielen wegnimmt. Deshalb wird er weiterhin vom Spielbetrieb suspendiert bleiben.“

Bereits am vergangenen Samstag, als der HSV den Bayern ein 2:2 abtrotzte, dürfte Dompé mehr als deutlich vor Augen geführt worden sein, was er durch sein Fehlverhalten aufs Spiel setzte. Nahezu seine komplette Familie hatte er mit Tickets für die Partie ausgestattet, alle waren im Volkspark live dabei – nur Dompé nicht, weder auf dem Platz, noch auf der Tribüne. Genauso klar sei nun laut Costa aber auch: „Die Tür ist auf. Er wird im Laufe der Woche ins Training teilintegriert und dann schauen wir weiter.“

Dompé steht seit Sommer 2022 beim HSV unter Vertrag

Zusätzlich zu den vereinsinternen Sanktionen soll und will Dompé sich sozial engagieren. Wie genau das aussehen wird, steht noch nicht fest. Costa jedenfalls ist sicher, dass der öffentlich gebrandmarkte Profi sich ins Zeug legen wird, um demnächst von Merlin Polzin auch wieder in den Kader berufen zu werden. „Man hat ihm angemerkt, dass es ihm wirklich leid tut“, so der HSV-Boss. „Er hat in dem Gespräch auch nochmal unterstrichen, wie sehr er den HSV mag. Es ist die mit Abstand längste Zeit, die er je für einen Verein gespielt hat.“ Seit Sommer 2022 kickt Dompé für den HSV, erzielte in 107 Pflichtspielen 17 Tore und bereitete 33 weitere Treffer vor. Sein Vertrag läuft noch bis Mitte 2027.

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Unangefochten ist aber auch deshalb nicht mehr, weil der HSV am letzten Tag der Winter-Transferperiode mit Philip Otele (vom FC Basel geliehen) einen durchaus hochkarätigen Konkurrenten für den linken Flügel verpflichtete. Beim HSV hoffen sie, dass auch das den reumütigen Dompé darin bestärkt, mächtig Gas zu geben.

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