„Spannender Junge“: Polzin lobt den Neuen (16) im HSV-Training
Es war 15.11 Uhr, als Thierry Sedlatschek am Dienstag die Treppen des Volksparkstadions hinunterkam. Der 16-Jährige marschierte neben Top-Talent Luis Lemke (16), Nachwuchstorhüter Colin Poppelbaum (19) und dem zurzeit chancenlosen Noah Katterbach (24) auf den Trainingsplatz. Seine dunklen Locken fielen auch den Fans sofort auf. Und manche fragten sich: Wer ist das? Tatsächlich mischte Sedlatschek nicht zum ersten Mal mit.
„Er war schon häufiger dabei“, sagte Merlin Polzin nach der Dienstagseinheit, die Sedlatschek bei den HSV-Profis absolvieren durfte. Schon am vergangenen Mittwoch und vor zwei Wochen hatten Polzin und sein Assistent Loic Favé das Offensivtalent eingeladen, nun dürfte es sein drittes Training mit Yussuf Poulsen und Co. gewesen sein. Auch U21-Verteidiger Shafiq Nandja (18) und Lemke waren am Dienstag mal wieder Teil der Profi-Übungsgruppe.
Profi-Gast Thierry Sedlatschek spielt in der U17 des HSV
„Wir versuchen, die Jungs nah heranzuführen. Da sind wir fleißig“, erklärte Polzin, ehe er konkret auf Sedlatschek einging – und lobte: „Er ist ein sehr spannender Junge, der viel Potenzial hat. Es macht Spaß, ihn Stück für Stück heranzuführen.“ Der junge Außenstürmer war im Sommer 2019 von Teutonia Ottensen in den Volkspark gewechselt.
Seither durchlief er beim HSV bereits mehrere Jugendjahrgänge. Momentan kickt er in der U17 des Vereins – und hat in der B-Junioren-Nachwuchsligaliga des DFB fünf Tore selbst erzielt und fünf weitere Treffer vorbereitet. Die HSV-U17 qualifizierte sich als Dritter der Vorrundengruppe für die Hauptrunde, die im Februar 2026 beginnt. Die Gegner im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft sind dann der 1. FC Magdeburg, den der HSV erst Ende November mit 6:4 besiegte, sowie der BVB, Hannover 96, Holstein Kiel und RB Leipzig.

Bevor Thierry Sedlatschek im neuen Jahr wieder mit dem Team von HSV-Jugendcoach Tim Reddersen angreift, darf er Luft bei den Profis schnuppern. Eine ernsthafte Option für den Bundesliga-Kader ist der Angreifer aber natürlich noch nicht – auch wenn der HSV-Sturm zuletzt schwächelte. Der verletzte Robert Glatzel steht am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) gegen Frankfurt noch nicht wieder zur Verfügung, Ransford Königsdörffer enttäuschte beim 1:4 in Hoffenheim erneut. Zumindest sammelte Poulsen ein paar Joker-Minuten mehr als gegen Bremen (3:2).
Gegen Frankfurt: Poulsen wohl nicht in der HSV-Startelf
„Wir konnten es bei ihm nach und nach steigern“, sagt Polzin über die Belastung bei seinem Kapitän, der im Nordderby nur zwei Minuten brauchte, um zu treffen. Gegen Werder kam Poulsen in der 82. Minute, bei der TSG dann in der 78. Minute – eine kleine Entwicklung also. Und Polzin erklärt: „Wenn man dieser Kurve vertraut, wird jetzt noch ein bisschen mehr möglich sein. Das ist der Plan, den wir in dieser Woche verfolgen.“ Poulsen soll am Samstag also noch länger zum Einsatz kommen als in den vergangenen beiden Partien. „Aber ich kann es nicht an genauen Minuten festmachen“, so Polzin, der einen „engen Austausch“ zum verletzungsanfälligen Stürmer pflegt.
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Ein Startelfeinsatz gegen Frankfurt würde überraschen. Denn Polzin sagt auch: „Das wäre ein größerer Sprung und risikobehaftet. Es ist die Frage, ob man dieses Risiko eingeht.“ Womöglich wolle er das im letzten Bundesligaspiel vor der Winterpause tun. Doch Polzins Mimik verriet am Dienstag: Es wird nicht so kommen. Bedeutet: Während Poulsen erneut als Einwechselspieler gefragt sein wird, dürfte Königsdörffer abermals den Startbefehl erhalten.
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