Party beim Cardoso-Debüt! HSV-Frauen feiern enorm wichtigen Sieg im Abstiegskampf
Was für ein Einstand für Rodolfo Cardoso! Bei seinem Debüt als Trainer der HSV-Frauen gelang dem langjährigen Bundesliga-Profi direkt ein ganz wichtiger Sieg im Abstiegskampf der Frauenfußball-Bundesliga. Die Hamburgerinnen gewannen das Keller-Duell beim direkten Konkurrenten 1. FC Nürnberg verdient mit 1:0 (0:0) und zeigten dabei nicht nur einen sehr starken Auftritt, sondern holten auch drei sehr wertvolle Punkte für den Klassenerhalt. Entsprechend ausgelassen war die Stimmung nach dem Abpfiff.
Als der erlösende Pfiff im Max-Morlock-Stadion ertönte, strahlte Cardoso übers ganze Gesicht und lag sich mit Staff und Spielerinnen erleichtert in den Armen. Ungefähr so hatte sich der 57-Jährige sein Comeback auf der Trainerbank vorgestellt. Minutenlang jubelte das Team nach dem so wichtigen Auswärtserfolg in Nürnberg vor den mitgereisten Anhängern und sang gemeinsam mit ihnen „Oh wie ist das schön“.
Cardoso gewinnt sein Debüt als Frauen-Trainer
Elf Tage zuvor hatte die Vereinslegende die abstiegsbedrohten HSV-Frauen von der Brasilianerin Liése Brancão übernommen und die Länderspielpause in der Frauen-Bundesliga genutzt, um das Team mit positiver Energie auf den Saison-Endspurt einzustimmen. „Ich bin der Überzeugung: Mit mehr Freude bei der Arbeit arbeitet man besser. Die Ergebnisse kommen nachher von allein“, hatte Cardoso der MOPO bei seiner Vorstellung gesagt – und setzte das nun beim direkten Konkurrenten aus Nürnberg sofort um.

Dabei gab es den ersten Rückschlag für den Neu-Coach nach nicht einmal fünf Minuten Amtszeit. Jonna Wrede knickte in einem Zweikampf an der Seitenlinie unglücklich um, der linke Knöchel schmerzte sichtlich. Nach minutenlanger Behandlung versuchte die 17-Jährige vergeblich weiterzumachen – und musste schließlich schon in der 8. Minute verletzt ausgewechselt werden. Michela Croatto ersetzte sie. Ein denkbar ungünstiger Start für den HSV.
Böhler köpft HSV-Frauen in Nürnberg zum Dreier
Aus dem Konzept bringen ließen sich Cardoso und sein Team davon aber nicht. Stattdessen waren die Hamburgerinnen die bessere Mannschaft und verpassten die verdiente Führung nur, weil Melina Krüger aus spitzem Winkel am Pfosten scheiterte (26.) und Christin Meyer aus kurzer Distanz das Gleichgewicht verlor (33.). Die knapp 50 mitgereisten HSV-Fans waren begeistert vom Auftritt ihres Teams bei frühlingshaftem Wetter in Nürnberg.

Während HSV-Torhüterin Lea Paulick gegen ihren langjährigen Ex-Klub (2016-2024) weitgehend beschäftigungslos blieb, setzten ihre Vorderleute weitere Akzente in der Offensive. Und waren nach einer knappen Stunde schließlich auch erfolgreich: Annaleen Böhler köpfte eine Ecke von Camilla Linberg ein (56.). Es war das erste Mal, dass Cardoso jubelnd von der Trainerbank aufsprang.
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Das zweite Mal folgte dann in der siebten Minute der Nachspielzeit – beim Schlusspfiff. Denn die Hamburgerinnen, die eine durchweg gute Leistung zeigten, brachten den knappen Vorsprung ebenso souverän wie verdient ins Ziel. Ein schöner Debüt-Sieg für Cardoso, aber vor allem auch ein immens wichtiger im Kampf um den Klassenerhalt. Mit nun 18 Punkten schließt der HSV auf Nürnberg auf (19) und baut seinen Vorsprung auf die Abstiegsplätze der Bundesliga auf sechs Zähler aus. Drei Spieltage vor Ende der Saison war das ein echter kleiner Befreiungsschlag.
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