Ohne Polzin gegen Union? Das ist der Notfallplan des HSV
Noch hoffen sie beim HSV, dass der Chef am Samstag auf der Bank Platz nehmen kann. Nachdem Merlin Polzin am Donnerstag wegen einer Erkältung passen musste, unternimmt der Trainer alles, um rechtzeitig zur Partie gegen Union Berlin (15.30 Uhr Liveticker auf mopo.de) wieder gesund zu werden. Schafft der 35-Jährige es? Oder übernimmt sein Assistent Loic Favé das Kommando?
Favé berichtete am Donnerstag über den Gesundheitszustand seines Kollegen. „Ein Großraumbüro hat viele Vorteile in der Kommunikation“, sagte er. „Aber nicht, wenn – wie aktuell in Hamburg – so ein bisschen was rumgeht. Wir hatten letzte Woche ein paar aus dem Trainerteam, die angeschlagen waren, jetzt hat es Merlin erwischt.“ Allerdings stellte Favé fest: „Ich glaube, es ist nicht sonderlich schlimm und gehe davon aus, dass er auf jeden Fall am Samstag dabei sein wird. Aber man weiß natürlich nie, wie es da verläuft. Besser, es geht bei uns rum, als bei den Spielern.“
Favé war bereits vor einem Jahr für ein Spiel HSV-Cheftrainer
Für den Fall, dass Polzin am Samstag ausfallen sollte, steht der HSV-Notfallplan bereits. Dieser griff schon vor fast genau ein Jahr, als der Chefcoach beim Heimspiel gegen Kaiserslautern passen musste. Favé und Richard Krohn übernahmen das Kommando und führten den HSV zu einem starken 3:0 gegen die „Roten Teufel“. „Damals passierte es sehr spontan am Spieltag“, erinnert sich Favé.

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Grundsätzlich profitiert der HSV immer wieder von seinen flachen Hierarchien innerhalb des Trainerstabes. „Merlin schenkt uns viel Vertrauen im Trainerteam, wir gestalten viele Dinge zusammen“, sagt Favé. „Deshalb würde sich jetzt vom Ablauf nicht so vieles verändern. Natürlich würden wir vorm Spiel nochmal sprechen. Aber vor dem Lautern-Spiel hat er damals klar gesagt: Ich vertraue euch zu 100 Prozent, ihr seid direkt am Spielfeldrand, ihr trefft Entscheidungen so, wie ihr es wollt.“
Der HSV freut sich auf das Wiedersehen mit Baumgart
Favé, der am Mittwoch dieser Woche 33 Jahre alt wurde, geht zwar davon aus, am Samstag ins zweite Glied zurückzukehren, wäre aber auf alles vorbereitet. Das Treffen mit Union ist auch für ihn speziell. Gemeinsam mit Polzin zählte er zu Steffen Baumgarts Assistenten, nun kehrt der frühere HSV-Cheftrainer – der beim Hinspiel (0:0) gesperrt fehlte und die Partie aus der Sprecherkabine verfolgte – mit den Köpenickern in den Volkspark zurück. „Ich freue mich sehr darauf, Steffen wiederzusehen“, betont Favé. „Für ihn war das Hinspiel sicherlich auch Horror in seiner Hütte, da ist er sicherlich lieber auf dem Platz.“

Und weiter: „Für mich war er ein super wichtiger Ansprechpartner und Vertrauter in meiner Anfangszeit beim HSV, weil ich viel mitnehmen konnte, auch in seiner Art, wie er die Mannschaft führt. Menschlich ist er jemand, der seinen Leuten gegenüber sehr loyal ist. Es macht viel Spaß, mit ihm zu arbeiten. Deshalb bin ich auch immer noch im guten Austausch mit ihm und freue mich, ihn wiederzusehen.“
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Den einen oder anderen Spruch aber wird es am Samstag ganz sicher am Spielfeldrand geben. Baumgart ist genauso ein Heißsporn, wie es Polzin und Favé sind. „Ich bin gespannt, welchen Spruch er uns reindrückt vorm Spiel“, sagt Favé schmunzelnd. Doch auch in diesem Fall gilt: Deutlich wichtiger dürfte es sein, wer nach der Partie noch zu Scherzen aufgelegt sein wird.
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