Ohne ihn geht im Volkspark nichts: HSV-Chef arbeitet an „etwas Größerem“

HSV-Stadionchef Jan Groninger im Volksparkstadion
Im Sommer 2024 übernahm Jan Groninger den Posten des Stadionchefs von HSV-Urgestein Kurt Krägel.

57.000 HSV-Fans kommen alle 14 Tage in den Volkspark – für ein Stadionerlebnis der Extraklasse. Damit die Erwartungen erfüllt werden, braucht es helfende Hände in allen Bereichen. Jan Groninger organisiert als Stadionchef die Heimspiele im Volksparkstadion. Die MOPO hat mit ihm über seinen so wichtigen, aber für die Öffentlichkeit meist eher unsichtbaren Job beim HSV gesprochen.

Jan Groninger ist seit 2024 der Chef im Volkspark. „Hier findet alle 14 Tage die größte Veranstaltung in ganz Norddeutschland statt“, sagt er. Sein Beruf verlange ihm eine „Riesen-Verantwortung“ ab, um die Sicherheit für 57.000 Zuschauer zu garantieren. Damit ein Heimspiel bestmöglich organisiert ist, arbeiten Groninger und seine drei Kolleginnen im Stadion-Management mit Netzwerkpartnern zusammen: mit der Polizei, der Feuerwehr, dem Sanitäts- und dem Ordnungsdienst, dem technischen Gebäudemanagement und dem Öffentlichen Nahverkehr.

Groninger arbeitet beim HSV eng mit Behörden zusammen

Wenn die S-Bahn ihm Wochen oder Monate vor einem Spiel mitteilt, dass Fans nicht mit der S5 bis Stellingen fahren können, beginnen Planung und Kommunikation. Wie kommen Fans alternativ zum Stadion? Welche Ersatzhaltestellen sind möglich? Bei Anreiseproblemen auf Schienen und Straßen sprechen Groninger und der HSV-Vorstand vor der Spielansetzung mit der DFL, äußern ihre Wünsche zur Terminierung. Gegen Elversberg spielte der HSV nicht grundlos am Freitagabend (28. März, 18.30 Uhr), da ab 22 Uhr die A7 bei Stellingen vollgesperrt war. Auch andere Faktoren beeinflussen Groningers Arbeit: Steht ein Risikospiel an, werden etwa mehr Shuttle-Busse, mehr Polizisten und mehr Ordner eingesetzt.

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Während der Ball im Volkspark rollt, checkt Groninger die Sicherheitslage aus der Einsatzzentrale in der Nähe der Pressetribüne gemeinsam mit den Netzwerkpartnern. So können sich alle bei Zwischen- und Notfällen schnell absprechen, damit das Stadion ein sicherer Ort bleibt.

Mitarbeiter als HSV-Fans: „Schweißt ungemein zusammen“

Für Groninger hat sich mit dem Beruf das Stadionerlebnis stark verändert. Seine Freundesgruppe treffe er in der Halbzeit „vielleicht fünf Minuten“ – bis das Telefon wieder klingelt. „Fußball ist schon so ein bisschen sozialer Kitt“, sagt er. „Alle 14 Tage haben alle meine Kumpels das Gleiche im Terminkalender stehen und man schafft es sonst nicht, sich zu sechst zu treffen. Aber an diesem Tag sagen sie alles ab und sind da.“

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Volkspark-Chef zu sein, das spornt Groninger an. Sein Team und er arbeiten „an etwas Größerem“, sagt er, die HSV-Mitarbeiter:innen sehen sich wie die Fans als Einheit. „Das ist das Schöne: Alle im Verein haben den gemeinsamen Nenner.“ Sie jubeln, leiden, reden nur über Fußball und denken sieben Tage die Woche nur an ihren HSV. Das sei einmalig und gebe es „in keinem anderen Unternehmen“. Groninger ist sich sicher: „Das schweißt ungemein zusammen.“