Oft nur Mitläufer: Warum bekommt der HSV Vieiras Qualitäten nicht auf den Platz?
Mit Fábio Vieira hat der HSV seit diesem Sommer einen großen Fußballkünstler in seinen Reihen. Der 25-Jährige stand schon in Portugal (FC Porto) und England (Arsenal London) bei über 100 Erstliga-Spielen auf dem Platz, hat in der Champions League und der Europa League gespielt. Für seinen Wechsel von Portugal nach England zahlte Arsenal vor drei Jahren eine Ablösesumme von 35 Millionen Euro. Warum aber bekommt der HSV seine Qualitäten bislang nicht auf den Platz?
Bei sieben Pflichtspielen kam Vieira in dieser Saison bislang für den HSV zum Einsatz. Seine Ausbeute: Beim 1:0-Erfolg im DFB-Pokal in Heidenheim und beim 2:1-Heimsieg gegen Heidenheim in der Liga bereitete der Portugiese jeweils einen Treffer vor. Beim 0:0 in Berlin und dem 1:4 in Köln flog er hingegen vorzeitig vom Platz.
HSV hat für Vieira noch nicht die passende Rolle gefunden
Zufrieden ist mit dieser Bilanz niemand. Denn in Vieira steckt deutlich mehr. „Er kann definitiv den Unterschied machen“, hatte Trainer Merlin Polzin zuletzt betont. Zu sehen ist das häufig auf dem Trainingsplatz – in den Pflichtspielen hingegen nur sehr bedingt. Das liegt unter anderem auch daran, dass der HSV für den Offensivspieler noch nicht die richtige Rolle im Team gefunden hat. Vier Spiele machte er im zentralen Mittelfeld, zwei Auftritte gab es für ihn auf der rechten Seite.

Ein weiteres Problem: Um Vieiras Qualitäten wirklich zu nutzen, braucht der HSV den Ball und muss mehr in das Offensivspiel investieren. Wenn wie zuletzt beim 0:1 in Augsburg auf eine extrem defensive Spielweise gesetzt wird, läuft die Partie an Vieira häufig vorbei. In Augsburg kam der 25-Jährige in 72 Minuten nur auf 31 Ballkontakte. Es gab von ihm lediglich einen Torschuss, zu drei weiteren Abschlüssen lieferte er die Vorlage.
Das könnte Sie auch interessieren: „Das schaffen wir nicht“: Tor-Krise spitzt sich zu – Druck auf die HSV-Bosse wächst
Wirklich gefährlich wurde es dabei nicht. Um das zu ändern, muss der HSV Vieira mehr nach seinen Stärken einsetzen. Die liegen vor allem im Spiel mit, nicht gegen den Ball. Da kann er den Unterschied machen. Ist das nicht gewünscht, wird er es weiterhin sehr schwer haben. Ob er dann auch einen Platz in der Startelf benötigt, ist fraglich. Bitter wäre das allerdings auch – denn eigentlich müsste seine Qualität beim HSV viel deutlicher sichtbar sein als bislang.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.