Novum beim HSV: Welche Startelf-Alternative packt Polzin aus?
Selbst wenn er es wollen würde, kann Merlin Polzin am Samstag in Hoffenheim (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) nicht exakt die HSV-Startelf aufbieten, die er gegen Werder (3:2) wählte. Denn Nicolai Remberg kassierte nach dem Abpfiff seine fünfte Gelbe Karte und ist gesperrt. Auswärts bei der TSG wird es daher zu einem Novum in dieser Saison kommen, denn bislang hatte der Abräumer in allen 13 Bundesligapartien über 90 Minuten auf dem Platz gestanden. Das ändert sich jetzt. Und es stellt sich die Frage, wie Merlin Polzin reagiert.
Vor dem Nordderby hatte der HSV-Coach eine leicht abgeänderte Möglichkeit gefunden, Remberg, Albert Sambi Lokonga und Vieira gemeinsam beginnen zu lassen. Remberg und Sambi Lokonga kennen sich als Partner im zentralen Mittelfeld inzwischen gut, eine Reihe davor bekleidete Vieira allerdings eine etwas andere Rolle als zuletzt etwa in Augsburg. Bei der 0:1-Pleite beim FC Augsburg hatte er erneut als halber Rechtsaußen mit Zug in die Mitte agiert, gegen Bremen tauchte er häufiger im Zentrum auf, spielte eher wie ein klassischer Zehner mit viel Freiheit.
Remberg in Hoffenheim gesperrt: Profitiert Jonas Meffert?
Dadurch schaffte Vieira im eigenen Ballbesitz Platz für den rechten Schienenspieler Bakery Jatta. In der ersten Hälfte war der Gambier noch unauffällig, in der zweiten ging Polzins Plan mit ihm jedoch umso besser auf. Der Matchplan des Coaches mit teils überraschendem Personal war entscheidend für den Derbysieg. Es wäre deshalb logisch, wenn Polzin so wenig wie nötig an seiner Startelf verändert, um die greifenden Automatismen erneut nutzen zu können. Folgt der 35-Jährige dieser Maxime, könnte er Abräumer Remberg eins zu eins mit einem ähnlichen Spielertypen ersetzen. Eine Option wäre Jonas Meffert, der im Pokal gegen Kiel (2:4 i.E.) zu etwas Spielzeit kam.

Dass Polzin anstelle von Remberg den offensiveren Immanuel Pherai an die Seite von Sambi Lokonga stellt, ist unwahrscheinlich, zumal der HSV-Trainer den Nationalspieler Surinames vor dem Derby öffentlich kritisiert hatte. Wie schon zuvor gegen Stuttgart (2:1) und Kiel stand Pherai auch gegen Bremen nicht im Kader. Naheliegender wäre eine Rückversetzung von Daniel Elfadli ins Mittelfeld. Der Allrounder war in der Vorwoche weitgehend ins Teamtraining zurückgekehrt, für einen Platz im Aufgebot reichte es nach seiner Adduktorenverletzung indes noch nicht. Das dürfte sich mit Blick aufs Hoffenheim-Spiel ändern. Ob Elfadli aber schon wieder bereit wäre, zu starten?
Kein Platz in der Abwehr – Elfadli kennt das HSV-Mittelfeld
Der 28-Jährige ist gelernter Mittelfeldspieler und hat auch beim HSV schon auf der Doppelsechs bzw. -acht agiert. In dieser Saison kam er aber ausschließlich in der Abwehrreihe zum Einsatz – erst als rechtes Glied der Dreierkette, wo sich nach Warmed Omaris Verletzung jetzt aber Nicolás Capaldo festgespielt hat. Und der Argentinier macht es auf dieser Position so gut, dass er trotz Rembergs Fehlen kurzfristig nicht ins Mittelfeld zurückkehren dürfte. Hinzu kommt, dass Jordan Torunarigha dem HSV als halblinker Innenverteidiger immer mehr Sicherheit verleiht. Vor seiner Blessur hatte Elfadli dort seinen neuen Stammplatz gefunden, derzeit führt an Torunarigha jedoch kein Weg vorbei.
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Bedeutet: Der kürzeste Weg zurück in die Anfangsformation könnte für Elfadli in dieser Woche tatsächlich über das zentrale Mittelfeld führen. Zumal es nahezu auszuschließen ist, dass Polzin Vieira wieder eine Position nach hinten zieht und an die Seite von Sambi Lokonga stellt. Mit diesem Duo in der Startelf hatte der HSV mit 1:4 in Köln verloren und danach verabschiedete sich der Coach (vorerst?) wieder von dieser Idee. Polzin weiß: Es braucht Stabilität vor der Abwehr, für die Remberg als Nebenmann von Vieira sorgen kann – aber Sambi Lokonga allein wohl nicht. Der Belgier ist nach seinem Galaauftritt gegen Bremen (MOPO-Note 1,5) gesetzt. Im Volkspark beginnt die Suche nach dessen Nebenmann erst am Mittwoch so richtig – denn am Dienstag findet kein HSV-Training auf dem Platz statt.
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