HSV-Profi Nicolai Remberg reckt das Geschenk eines Fans in die Höhe.

Schönes Geschenk: Nicolai Remberg erhielt nach dem Sieg in Wolfsburg eine besondere Aufmerksamkeit eines Fans. Foto: imago/Beautiful Sports

Besondere Vorgeschichte: Remberg macht HSV-Fan in Wolfsburg überglücklich

kommentar icon
arrow down

Als es in Wolfsburg auch nach dem Abpfiff mächtig zur Sache ging, war Nicolai Remberg sofort an vorderster Front dabei. Im Handgemenge, das sich direkt im Anschluss an den 2:1-Erfolg der Hamburger entwickelte, offenbarte der Mittelfeldmann eine ähnliche Lust auf Zweikämpfe, die er auch in den 90 Minuten zuvor an den Tag gelegt hatte. Kurz nachdem sich die Aufregung dann gelegt hatte, bewies Remberg allerdings, dass er auch über eine weiche Seite verfügt – und machte einen HSV-Fan überglücklich.

Freudestrahlend und reichlich bepackt marschierte Remberg nach dem Abpfiff durch die Katakomben der Volkswagen-Arena, es blitze und blinkte in seinen Händen. Der 25-Jährige trug eine Trophäe der besonderen Art in die Kabine, überreicht hatte sie ihm ein Hamburger Anhänger, als sich die HSV-Profis für die auch diesmal herausragende Unterstützung bedankten. „Rambo VI“ stand auf der massiven Pappe in Form einer Meisterschale, dazu Fotos von Remberg und Film-Rambo Sylvester Stallone. Eine liebevolle Hommage an Hamburgs Mittelfeld-Abräumer, der auf dem Feld mit ähnlicher Sorgfalt aufräumt wie Stallone es früher auf der Kino-Leinwand zu tun pflegte und deshalb den Spitznamen „Rambo“ trägt. Dazu zierte die unmissverständliche Botschaft „Trikot?“ die Pappe.

HSV-Fans bitten ihre Profis regelmäßig um Trikots

Eine Bitte, die bei Remberg auf Gegenliebe stieß. Dass Fans in Stadien mit Plakaten oder Spruchbändern um Trikots ihrer Lieblinge bitten, ist keine Seltenheit und kommt bei nahezu jedem Spiel vor. Der Einfallsreichtum und die schöne Idee des HSV-Fans aber traf bei Remberg einen Nerv. Zumal es eine Vorgeschichte gab, die drei Tage zurücklag.


MOPO

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Luisa Neubauer im MOPO-Interview: „Ich bin immer noch das Mädchen, das seinen Vater zu früh verlor”
  • Sommerurlaub: Wird alles teurer? Wo’s noch Schnäppchen gibt
  • Plattdeutsch-Boom: Ihre Kurse sind ständig ausgebucht
  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für die ganze Woche
  • 16 Seiten Sport: Vor dem Derby! Legende Ailton packt aus
  • 28 Seiten Plan 7: Endlich wieder nachts ins Museum & Ausgeh-Tipps für jeden Tag

„Der Fan hatte das schon beim letzten Heimspiel dabei“, erzählte der HSV-Profi und erinnerte sich an die 0:1-Pleite gegen Leverkusen vom vergangenen Mittwoch. Auch da nahm er bereits Notiz von dem Anhänger. „Aber da war ich sauer nach dem Spiel. Deswegen habe ich ihn dann auch nicht mehr gesehen.“ In Wolfsburg aber erkannte Remberg den Fan mitsamt des selbst gebastelten Tauschobjekts: „Ich finde, das hat er sehr cool gemacht. Deshalb dachte ich mir: Er bekommt zum Tausch mein Trikot. Ich denke, er freut sich darüber.“

Fette Beute und eine besondere Vorgeschichte: Ein HSV-Fan freut sich nach der Partie in Wolfsburg über Nicolai Rembergs Trikot. IMAGO / Lobeca
Ein HSV-Fan freut sich nach dem Sieg in Wolfsburg über das Trikot von Nicolai Remberg.
Fette Beute und eine besondere Vorgeschichte: Ein HSV-Fan freut sich nach der Partie in Wolfsburg über Nicolai Rembergs Trikot.

Das kann man wohl sagen. Schnell machten nach dem Spiel Fotos die Runde, die den überglücklichen HSV-Anhänger mit Rembergs Trikot zeigten. Merke: Wer nett fragt und originell ist, kann auch bei der Trikot-Jagd nach Spielen auf seine Kosten kommen.

Remberg eilt seinen HSV-Kollegen beim Handgemenge zu Hilfe

Noch bevor Remberg zum Tausch schritt, hatte er allerdings auf dem Platz alle Hände voll zu tun. Nachdem sich im Anschluss an die Partie die heftige Rudelbildung entwickelt hatte, war der Mittelfeldmann schnell mittendrin statt nur dabei.

Nicolai Remberg scheute auch nach dem Abpfiff keine Duelle mit den Wolfsburgern. IMAGO/Noah Wedel
HSV-Prifi Nicolai Remberg wird nach dem Abpfiff von mehreren Wolfsburgern bedrängt.
Nicolai Remberg scheute auch nach dem Abpfiff keine Duelle mit den Wolfsburgern.

„Ich habe nur rübergeguckt und dann habe ich Richie, unseren Co-Trainer (gemeint ist Richard Krohn, die Red.), im Kreis von drei Wolfsburgern gesehen“, so Remberg. „Dann bin ich natürlich auch rüber, denn ich würde nie einen von uns allein lassen. Das würde ich immer so machen: Wenn da einer von uns allein ist und von dreien gepackt wird, dann muss ich halt mit dazu.“

Das könnte Sie auch interessieren: Vorwürfe der HSV-Fans an Wolfsburger Ordner: Was passierte auf den Tribünen?

Remberg kam ungeschoren aus der Nummer heraus, kassierte keine Verwarnung. Anders als HSV-Ersatzspieler Fabio Baldé und Wolfsburgs Ersatzkeeper Marius Müller, der sogar Rot sah. Nur Minuten später dann offenbarte Remberg seine weiche Seite und nahm ein Andenken mit nach Hause, das ihn ab sofort immer an den heißumkämpften Sieg in Wolfsburg erinnern wird.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test