Schiedsrichter Timo Gerach zeigt Daniel Elfadli in Freiburg die Rote Karte

Schiedsrichter Timo Gerach zeigt Daniel Elfadli in Freiburg die Rote Karte Foto: IMAGO/Steinsiek.ch

„Nicht zu akzeptieren“: HSV-Coach kämpft gegen die Kartenflut

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Beim 1:2 in Freiburg schrieb der HSV am vergangenen Samstag Bundesliga-Geschichte. In der 51. Minute flog Daniel Elfadli mit Gelb-Rot vom Platz – für die Hamburger bereits die fünfte Ampelkarte in dieser Saison. Das hatte es seit Gründung der Bundesliga nach 16 Spieltagen bei noch keinem anderen Verein gegeben. Für eine bessere Zukunft nimmt sich Trainer Merlin Polzin nun auch selbst in die Pflicht und will im Zweifel früher wechseln.

„Ich habe mit der Mannschaft klar besprochen, dass es nicht zu akzeptieren ist und es uns definitiv nicht hilft. Wir wissen, dass es in der Bundesliga schon im Elf gegen Elf anspruchsvoll ist“, sagt Polzin grundsätzlich über die Gelb-Rot-Flut in dieser HSV-Saison. Wie lässt sich das Problem aber lösen? Für den 35-jährigen Coach gibt es mehrere Ansätze.

Vorbelastete HSV-Spieler sollen sich besser verhalten

Gerade zu Spielbeginn fordert Polzin ein teils anderes Abwehrverhalten von seinen Spielern, um frühe Verwarnungen zu vermeiden. Zudem sollen sie künftig noch stärker darauf achten, dass sich niemand unnötige Gelbe Karten abholt. Sollte ein Spieler doch einmal vorbelastet sein, gebe es die „klare Aufforderung, sich dementsprechend zu verhalten“, so Polzin, der betont, dass das auch schon häufig funktioniert habe. „Es gibt zahlreiche Spiele, in denen es Spieler geschafft haben, sich nicht noch eine zweite Gelbe Karte abzuholen. Daran sollten wir arbeiten.“

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Freiburg gehört zu den Spielen, in denen es nicht funktionierte. Und trotzdem wäre die Situation auch bei diesem Auftritt noch ohne Platzverweis zu retten gewesen. Da kommt dann der Trainer ins Spiel. Seine erste Gelbe Karte hatte Elfadli bereits nach vier Minuten gesehen. Ob diese gerechtfertigt war, darf angezweifelt werden. Fakt ist: Der Verteidiger musste danach in jeden weiteren Zweikampf mit einem gewissen Risiko gehen. Hätte Polzin ihn zur Halbzeitpause vom Platz genommen, wäre nichts passiert – Alternativen gab es auf der Bank genug.

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„Ich habe klar thematisiert, dass ich natürlich auch die Entscheidungen treffen kann“, sagt Polzin, der von einem „Zusammenspiel zwischen Mannschaft und Trainer“ spricht. Die Erwartung, dass sich vorbelastete Spieler auf dem Platz besser verhalten, ist ein Teil davon. „Ich übernehme aber gerne die Verantwortung, wenn sich jemand nicht daran halten kann“, so der HSV-Coach. Im Klartext heißt das: Im Zweifel soll künftig auch mal früher von der Bank aus eingegriffen werden. Das wäre auch schon in Freiburg besser gewesen.

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