„Nicht verhandelbar!“ Polzin fordert nach HSV-Pleite in Augsburg eine klare Analyse
Diese Niederlage tut richtig weh und ist definitiv ein Schritt zurück. Mit 0:1 (0:0) verliert der HSV das Kellerduell beim FC Augsburg und wird vom Gegner in der Tabelle überholt. Es war keine unglückliche Niederlage, sondern ein Spiel, in dem vieles auf Seiten der Hamburger nicht zusammenpasste. Selbst knapp zehn Minuten in Überzahl reichten am Ende nicht für einen Punkt oder ein Tor. Nun soll es eine deutliche Analyse geben.
„Wir sind sehr unzufrieden mit der Art und Weise, wie wir in das Spiel gestartet sind. Wir müssen Dinge auf den Platz bringen, die nicht verhandelbar sind. Das ärgert mich sehr. Auch bei unseren eigenen Möglichkeiten müssen wir kaltschnäuziger sein. Wir können es deutlich besser“, sagte Trainer Merlin Polzin, der sich diesen Auftritt komplett anders vorgestellt hatte.
Auf zwei Positionen hatte der HSV-Coach seine Startelf im Vergleich zum letzten Auftritt beim 1:1 gegen Dortmund verändert. Im Sturm durfte in Augsburg wieder Ransford Königsdörffer für den verletzten Yussuf Poulsen ran. Dahinter gab es eine Überraschung: Fábio Vieira rückte nach seiner Sperre direkt zurück in die Startelf, bekam dort aber nicht den Platz von Albert Sambi Lokonga im zentralen Mittelfeld, sondern verdrängte Rayan Philippe auf der rechten Seite.
Offensiv fand der HSV zunächst nicht statt
Zwei Wechsel in der Offensive – zu sehen war davon auf dem Platz kaum etwas, weil das Spiel nach vorne beim HSV gerade in der ersten Halbzeit so gut wie gar nicht stattfand. Statt den angeschlagenen und möglicherweise auch verunsicherten Gegner früh zu attackieren, überließen die Hamburger den Augsburgern komplett das Spiel und zogen sich sehr weit zurück. Ein extrem passiver Auftritt, der eigentlich schon in den ersten 30 Minuten zum Rückstand hätte führen müssen. Nur weil Torhüter Daniel Heuer Fernandes mehrfach stark parierte, blieb der HSV in der Partie.
„In der ersten Halbzeit haben wir es verpasst, auf den Ball zu gehen. Wir haben sie einfach spielen lassen“, ärgerte sich Miro Muheim. Nicolai Remberg erklärte: „Wir hatten ein gutes Gefühl, sind ins Spiel gegangen und kamen die ersten 30 Minuten gar nicht rein. Wir waren nicht intensiv genug. Augsburg hätte schon ein, zwei Dinger machen können.“
Kade trifft zum Sieg für Augsburg
In der zweiten Halbzeit versuchte der HSV ein bisschen mehr und hätte direkt nach der Pause durch Giorgi Gocholeishvili auch treffen können. Es blieb beim Versuch. Die Augsburger machten es besser. Mit einem tiefen Ball wurden die Hamburger überspielt. Anton Kade sorgte in der 76. Minute für den entscheidenden Treffer der Partie. Selbst als fünf Minuten später FCA-Verteidiger Keven Schlotterbeck mit Gelb-Rot vom Platz flog, reichte das nicht mehr für den Ausgleich der Hamburger. Verdient wäre dieser auch nicht gewesen.
Gefrustet traten die Hamburger die Heimreise an. „Wir müssen das auf jeden Fall sehr, sehr gut analysieren, damit das so nicht mehr passiert, dass wir so passiv sind“, erklärte Muheim. Auch Polzin kündigte an, dass über diesen Auftritt noch mal ausführlich geredet werden muss.
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Seit fünf Ligaspielen in Folge sind die Hamburger nun schon sieglos. Auswärts konnte in dieser Saison noch kein einziger Auftritt gewonnen werden. Weiter geht es nun mit den Heimspielen gegen Stuttgart, Kiel und Werder Bremen. „Wir freuen uns auf die Heimspiele und ein lautes Volksparkstadion“, meint Polzin. Klar ist auf der anderen Seite allerdings auch: Mit einer Leistung wie in Augsburg wird es auch zu Hause keine Punkte geben.
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