Neuer VAR-Ärger im Pokal? Für den HSV geht es um 1,7 Millionen Euro
Nicolai Remberg war sich am Dienstag nicht zu 100 Prozent sicher: „Ich glaube, es ist nach drei Jahren wieder ein Heimspiel für den HSV im Pokal.“ Doch damit lag der 25-Jährige ziemlich richtig, es sind sogar 3,5 Jahre. Damals, im April 2022, verloren die Hamburger das Halbfinale gegen den SC Freiburg daheim mit 1:3. Nun, 43 Monate später, ist die Vorschlussrunde wieder in Sichtweite – auf den HSV wartet am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) aber erst mal das Achtelfinale gegen Holstein Kiel. Und natürlich geht es um viel Geld.
Der DFB hatte die Prämien, die in seinem Cup an die Klubs ausgeschüttet werden, vor dieser Saison erneut erhöht – wenn auch nur leicht. Für die Teilnahme an der ersten Runde, den Sieg in Pirmasens (2:1 n.V.) und den Zweitrunden-Erfolg in Heidenheim (1:0) hat der HSV bereits 1,483 Millionen Euro sicher. Und sollte das Team von Merlin Polzin auch Kiel bezwingen, kämen weitere 1,695 Millionen Euro an reinen Cupprämien hinzu. Verlockende Aussichten – unabhängig von den Zuschauereinnahmen, die es on top gibt. Sie werden im DFB-Pokal zwar unter den beteiligten Vereinen aufgeteilt, die Bosse um Eric Huwer hoffen in finanzieller Hinsicht dennoch auf möglichst viele Heimspiele.
HSV gegen Kiel: Im DFB-Pokal-Achtelfinale gibt es den VAR
„Die Fans hier sind unglaublich, sie geben uns in jeder Minute einen Push“, schwärmt Remberg. „Wir sind zu Hause richtig gefährlich, das hat man bisher in jedem Heimspiel gesehen.“ Die Energie, die das 2:1 gegen den VfB Stuttgart mit sich brachte, wolle der HSV nun mit in das Nordduell gegen Kiel nehmen. Und während der HSV in der zweiten Runde noch Glück hatte, dass der strittige Elfmeter nach einem vermeintlichen Foul von Heidenheim-Profi Julian Niehues an Fábio Vieira nicht zurückgenommen werden konnte, läuft es ab sofort etwas anders – und zwar mit VAR. Ab dem Achtelfinale kann der Videoassistent eingreifen, in den Runden zuvor gibt es ihn im DFB-Pokal noch nicht.

Ende Oktober wurde dies nicht nur den Heidenheimern zum Verhängnis, deren Coach Frank Schmidt sich nach dem Ausscheiden gegen den HSV mächtig echauffierte. Auch der 1. FC Köln beklagte in der Zweitrundenpartie gegen den FC Bayern einen Nachteil, weil dem 1:1-Ausgleich von Luis Díaz eine Abseitsstellung vorausgegangen war. Doch die Referees um Hauptschiedsrichter Tobias Welz ahndeten dies im laufenden Spiel nicht – und der VAR war nicht da, um einzugreifen und den Treffer im Nachhinein abzuerkennen. Schließlich gewannen die Bayern mit 4:1 in Köln.
HSV-Profi Nicolai Remberg träumt vom Cup-Finale in Berlin
Was im Vorfeld des Achtelfinals nun etwas Brisanz birgt: Ausgerechnet Welz ist am Mittwochabend im Volkspark an der Pfeife. Der 48-Jährige pfiff den HSV in seiner Laufbahn bisher 26-mal, und dabei setzte es zehn Hamburger Pleiten bei acht Siegen sowie acht Unentschieden. Zuletzt leitete Welz das knappe 1:2 der Polzin-Elf bei RB Leipzig im Oktober. Das Ergebnis stimmte nicht, die Leistung des HSV in der Red Bull Arena aber sehr wohl.
Gegen Kiel soll nun beides passen – damit das Endspiel im Olympiastadion einen Schritt näherkommt, und damit der Verein um knapp 1,7 Millionen Euro reicher sein wird. „Der Trainer sagt immer: Der Gewinner bleibt“, so Abräumer Remberg.
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Diese Message von Polzin finde er „cool“. Und träumen ist ja ohnehin erlaubt, auch im Volkspark. „Wir wollen eine Runde weiterkommen – und am besten zum Finale nach Berlin fahren. Das reizt hier jeden“, verrät Remberg. „Das ist eine richtig coole Sache, da kannst du einen Titel gewinnen – und das möchte jeder von uns mal in seiner Karriere.“
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