Neuer Stand nach zwei Gesprächsgipfeln: Verlässt Peretz den HSV im Winter?
Als sich die HSV-Profis nach ihrem Last-Minute-1:1 gegen Dortmund von den euphorisierten Fans auf der Nordtribüne feiern ließen, huschte auch Daniel Peretz ein Lächeln übers Gesicht. Der Ersatzkeeper freute sich mit seinen Kollegen über den nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt und genoss die Ovationen. Wie es wirklich in Peretz aussieht, bleibt allerdings sein Geheimnis. In den Tagen vor dem Spiel machten erneut Gerüchte die Runde, der FC Bayern wolle die Leihe des Israelis bereits im Winter vorzeitig auflösen. Was aber ist wirklich dran? Muss der HSV sich in Kürze einen neuen Ersatzkeeper suchen? Die MOPO weiß: Zuletzt kam es zu gleich zwei wichtigen Gesprächsgipfeln.
Großes steht für Peretz an. Und es dürfte ihn nicht nur von seinen sportlichen Sorgen ablenken, sondern richtig glücklich machen. Am Dienstag heiratet der Torwart in Tel Aviv seine Freundin Noa Kirel (Sängerin und Schauspielerin), in den Tagen darauf folgen gewaltige Partys. Auf die anstehenden Länderspiele Israels verzichtet Peretz. Wie aber geht es für ihn nach dem Hochzeits-Trubel beim HSV weiter?
Peretz sorgte kürzlich mit einem Interview für Aufsehen
Daraus, dass er sich von seiner Leihe nach Hamburg mehr erhoffte, macht er keinen Hehl. Vor knapp einem Monat ließ Peretz während der Länderspielpause seinem Frust über seine Reservistenrolle freien Lauf und erklärte im israelischen TV: „Ich hatte nicht angenommen, dass ich nicht zum Einsatz komme. Es war eigentlich klar, dass ich spielen werde.“ Und er kündigte an: „Vielleicht gibt es ja eine Veränderung im Januar, denn ich will unbedingt spielen.“
Tatsächlich durfte Peretz auch seitdem nur einmal ran – im Pokal in Heidenheim (1:0). Das könnte sein Wettbewerb werden, auch im Achtelfinale Anfang Dezember gegen Kiel (3. Dezember) winkt ihm ein Einsatz. In der Liga aber ist Daniel Heuer Fernandes die klare Nummer eins des HSV. Wie aber werden Peretz und die Bayern darauf reagieren, wenn im Januar das Transferfenster für einen Monat geöffnet wird.
Bayern kann die Peretz-Leihe zum HSV nicht von sich aus beenden
Ganz wichtig in dem Zusammenhang: Nach MOPO-Informationen haben die Münchner keine Handhabe, die bis Sommer laufende Leihe eigenmächtig zu beenden! Im mit dem HSV abgeschlossenen Kontrakt gibt es keine Klausel, die dies erlaubt. Wenn, dann müssten alle Parteien zustimmen. Die Bayern, Peretz – und eben auch der HSV.
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Hamburgs Bosse aber haben auch weiterhin keinerlei Absicht, Peretz im Winter abzugeben. Auch wenn sich der 25-Jährige mehr erhoffte, sind sie im Volkspark überaus zufrieden mit der komfortablen Situation zwischen den Pfosten. Peretz gilt im Vergleich mit Heuer Fernandes als nahezu gleichwertig, das könnte sich bei einem verletzungsbedingten Wechsel in der Liga bezahlt machen. Ginge Peretz, bräuchte der HSV dringend einen ähnlich starken Ersatz. Den im Winter zu bekommen, ist nicht leicht.
HSV-Boss Kuntz tauschte sich mit Bayerns Eberl aus
Um Druck aus der Angelegenheit zu nehmen, sollen zuletzt zwei Gespräche stattgefunden haben. Neben einem Telefonat, das HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz mit Bayern-Sportboss Max Eberl führte, um die Wogen zu glätten, bat Polzin Peretz zu einem ausführlichen Austausch. In diesem Gespräch soll der HSV-Coach seinem Keeper klar erläutert haben, wie zufrieden er mit ihm ist und welchen Wert Peretz insgesamt für den HSV hat. Dafür spricht: Der Israeli ist sogar Teil der „Leadership Group“, der ansonsten vornehmlich Führungsspieler angehören (z.B. Poulsen, Muheim, Elfadli).
Peretz soll diesen Dialog als angenehm und wertschätzend empfunden haben. Und dennoch: Die Verlockung, im Winter doch auf einen Wechsel drängen zu wollen, könnte Fahrt aufnehmen, sollten sich Vereine bei ihm melden, die mit einer klaren Stammplatzaussicht locken. Interesse soll in der englischen Championship (zweite Liga), in Frankreich und Italien bestehen.
Fakt ist aber auch, dass diese Angelegenheit intern bislang keinerlei Fahrt aufgenommen hat. Weder signalisierten die Münchner Bosse in Richtung ihrer HSV-Kollegen, dass sie für den Winter eine Lösung anstreben, noch soll es von Seiten der Peretz-Berater die Bitte nach einem Austausch gegeben haben.
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Wie geht es weiter? Der HSV wird die Angelegenheit naturgemäß nicht von sich aus ins Rollen bringen. Dazu ist die Situation im Hamburger Tor zu luxuriös. Intern heißt es aber auch: Einen komplett unzufriedenen Spieler auf Gedeih und Verderb zu halten, ergäbe wenig Sinn. Auch deshalb bleibt die Peretz-Nummer spannend.