Das Athleticum im Volkspark wurde feierlich eröffnet.

Der neue Prachtbau im Volkspark: Vier Jahre, nachdem die ersten Bagger anrollten, wurde das Athleticum im Volkspark eröffnet. Foto: WITTERS

Neuer Prachtbau im Volkspark! Hier spielt der HSV schon in der Champions League

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Gut Ding will Weile haben, eine Redewendung, die vortrefflich auf den Bau des Athleticums im Volkspark zutrifft. Vier Jahre lang wurde auf dem am HSV-Stadion gelegenen Parkplatz Gelb gewerkelt und gebaut, am Donnerstag nun luden der Verein und seine Partner zur feierlichen Eröffnung. So viel steht fest: Auf medizinischem Gebiet spielt der HSV ab sofort in der Champions League.

Stefan Kuntz und Eric Huwer hatten an alles gedacht. Die beiden HSV-Vorstände erschienen mit Salz und Brot in dem Neubau, ein Gastgeschenk und gutes Omen für die Betreiber gleichermaßen. „Was hier entstanden ist, sucht fast schon deutschlandweit seinesgleichen“, ließ Sportvorstand Kuntz dann wissen, stellte eines aber mit einem Schmunzeln klar: „Dass wir Patienten hierher liefern, will eigentlich niemand.“

HSV-Boss Kuntz ist vom Athleticum begeistert

Ein frommer Wunsch, das wird auch Kuntz wissen. Zumal mit Warmed Omari bereits ein verletzter Profi des HSV seine Reha in dem Mega-Komplex begonnen hat und sie dort auch abschließen wird. „Er berichtet mit Begeisterung von seinen Eindrücken“, so Kuntz. Was ihn besonders freut: „Wenn die Jungs Verletzungen haben, können sie hier auf hohem Niveau arbeiten und nah an der Mannschaft bleiben. Es ist nicht mehr so, dass man Spieler zu Behandlungen drei Wochen lang wegschicken muss. Der Austausch der Verletzten mit der Mannschaft bleibt gewährleistet.“

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So sieht sie aus, die neue Zukunft im Volkspark. Ein Projekt der Superlative. 2015 entwickelte HSV-Teamarzt Götz Welsch die Idee des Athleticums, zehn Jahre später ist er Ärztlicher Leiter des neuen Prachtbaus, der nicht nur den HSV-Profis, sondern auch Freizeitsportlern zur Verfügung stehen wird. Vergessen sind die Probleme der Vorjahre, als der General-Unternehmer Anfang 2024 Insolvenz anmelden musste und sich der Weiterbau verzögerte. 25 bis 30 Millionen Euro kostete der Palast, der von den Immobilienunternehmen Property Team AG und Haspa PeB finanziert wurde. Der HSV ist einer der Mieter, wie auch das UKE, Philips und CTP, das ein Sanitätshaus betreiben wird.

Bis zu 60.000 Untersuchungen und Eingriffe sollen jährlich im Athleticum stattfinden

Entstanden ist ein auf drei Etagen konzipiertes Medizinzentrum, das kaum einen Wunsch offen lässt: Ob eine 35 Meter lange Laufbahn, ein Wasserbecken mit Laufband und Gegenstromanlage, jede Menge Sportgeräte und medizinische Einrichtungen – es fehlt an nichts. Etwa 100 Personen sollen sich jährlich um bis zu 60.000 Vorfälle kümmern. Elf Physio- und acht Ärztezimmer stehen zur Verfügung.

Eines der Prunkstücke des Athleticums: Die 35 Meter lange Laufbahn besteht aus wetterunabhängigem Material und führt sogar aus dem Gebäude heraus. WITTERS
Die 35 Meter lange Laufbahn im neuen Athleticum im Volkspark.
Eines der Prunkstücke des Athleticums: Die 35 Meter lange Laufbahn besteht aus wetterunabhängigem Material und führt sogar aus dem Gebäude heraus.

Für die HSV-Profis bedeutet dies, dass sie künftig nur noch zu größeren Operationen zum Athleticum-Standort am UKE fahren müssen. Alle anderen Behandlungen und Eingriffe finden nun im Volkspark statt. Bei Verletzungen können die Spieler künftig mit dem Golf-Cart bis zur Klinik-Tür gefahren werden. Auch der Medizincheck, dem sich Neuverpflichtungen vor der Vertragsunterzeichnung unterziehen müssen, wird nun einen Steinwurf vom Stadion entfernt durchgeführt.

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Die rund 100 geladenen Gäste staunten ob der Ausführungen Welschs und seiner Kollegen. Neben Maryam Blumenthal, Hamburgs Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, war reichlich HSV-Prominenz vertreten. Aufsichtsratschef Michael Papenfuß, Präsidiums-Vize Laura Ludwig und Ex-HSV-Präsident Jens Meier genossen die Eröffnung. Künftig wird an gleicher Stelle dann vor allem geschwitzt und gestöhnt – damit der Weg verletzter HSV-Profis zügig wieder rüber, auf den Rasen des Stadions führt.

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