Nächster Transfer? Interesse hinterlegt – HSV-Bosse sind heiß auf diesen Stürmer!

Stefan Kuntz, Merlin Polzin, Claus Costa
Nach dem Aufstieg ist vor der Saison: Schenken Stefan Kuntz (l.) und Claus Costa ihrem Trainer Merlin Polzin in Kürze einen neuen Stürmer?

Sie sind eifrig am Basteln. Unter Hochdruck arbeiten die Verantwortlichen des HSV daran, ihren Aufstiegskader so zu verändern, dass er auch in der Bundesliga bestehen kann. Mit Mittelfeldmann Nicolai Remberg (24/kommt von Holstein Kiel) stellte der Verein am Montag nun auch offiziell seinen ersten Neuen für die kommende Spielzeit vor. Der nächste könnte bald folgen. Und erneut führt eine ganz heiße Spur zu einem norddeutschen Rivalen …

Am Sonntagabend herrschte plötzlich wieder Hochbetrieb in den sozialen Medien, wie immer, wenn der HSV mit einem potenziellen Zugang in Verbindung gebracht wird. Sky-Transferexperte Florian Plettenberg offenbarte via „X“, dass der angedachte Transfer von Braunschweigs Rayan Philippe (24) zu Mainz 05 geplatzt sei, der HSV und Werder Bremen würden sich nun Hoffnung auf eine Verpflichtung des Angreifers machen. Informationen, die sich mit denen der MOPO decken: Der HSV ist in der Tat mächtig heiß auf Philippe und hat dieses Interesse auch längst bei dessen Beratern hinterlegt.

Beim HSV stehen bereits drei Franzosen unter Vertrag

Schnappt sich der HSV nach Jean-Luc Dompé, William Mikelbrencis und Lucas Perrin (war zuletzt an Cercle Brügge verliehen) den nächsten Franzosen? Zumindest passt Philippe voll ins Anforderungsprofil. HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz und Sportdirektor Claus Costa suchen in diesem Sommer insbesondere nach laufstarken und schnellen Spielern, die die Intensität des HSV-Spiels erhöhen. Philippes Zahlen sprechen diesbezüglich Bände. Der Angreifer verzeichnete in der abgelaufenen Saison einen Spitzenwert von 36,39 km/h, war damit der viertschnellste Spieler der zweiten Liga und einer der besten Konterspieler der Liga. In der Bundesliga wäre er mit diesem Tempo auf Rang sieben gelandet.

Auch vor des Gegners Tor offenbarte der vor zwei Jahren von Luxemburgs No-Name-Klub Hesperingen nach Braunschweig gewechselte Stürmer seine Klasse. Nach acht Treffern in seiner ersten Zweitligasaison traf er nun 13 Mal (dazu kamen sechs Assists), davon gleich drei Mal gegen den HSV: Zum 3:1 im Hinspiel steuerte Philippe einen Doppelpack bei, beim 4:2 im Rückspiel traf er ein Mal. Insgesamt kommt er in 59 Zweitligaspielen auf starke 32 Torbeteiligungen (21 Tore, elf Vorlagen).

An HSV-Kandidat Philippe sind mehrere Bundesligisten dran

Zahlen, die Philippe längst für die Bundesliga interessant machten. Seit Winter bereits gab es Gerüchte um potenzielle Interessenten. Tatsächlich kann der HSV von Glück sagen, dass er überhaupt noch eine Chance in dem Poker hat.

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Eigentlich war sich der Franzose, der wenig Deutsch spricht aber die Sprache passabel versteht, bereits mit den Mainzern einig. Die Rheinhessen, die am letzten Spieltag den Sprung in die Conference League klar machten, lockten mit der Aussicht auf Spiele im Europacup. Das Problem: Philippe wäre nur bei einem Abstieg Braunschweigs in die Dritte Liga ablösefrei zu haben gewesen.

Philippe bewahrte Braunschweig vor dem Abstieg in die Dritte Liga

Es kam allerdings anders. Als sich die Eintracht am vergangenen Dienstag mit dem 2:2 nach Verlängerung gegen Saarbrücken rettete, steuerte ausgerechnet Philippe einen Treffer bei – und verbaute sich damit seinen geplanten Wechsel. Nach MOPO-Informationen verlängerte sich sein Vertrag dadurch, die Eintracht forderte nun eine Ablöse in Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro. Ein Betrag, den die Mainzer nicht zu zahlen bereit sind. So platzte der Wechsel. Diesbezüglich soll das letzte Wort gesprochen sein.

Treffsicher: Gegen den HSV erzielte Braunschweigs Rayan Philippe in der Vorsaison drei Tore.
Treffsicher: Gegen den HSV erzielte Braunschweigs Rayan Philippe in der Vorsaison drei Tore.

Gut für den HSV, der nun auf das Ja-Wort des in Nizza geborenen Stürmers hofft. Nach wie vor sehen sich die Hamburger der Konkurrenz anderer Bundesligisten ausgesetzt, keiner von ihnen soll allerdings im Europapokal vertreten sein. Damit steigen die Chancen, Braunschweigs Wirbelwind in den Volkspark lotsen zu können. Der Preis dürfte in dem Bereich liegen, in dem Philippe zuvor den Mainzern angeboten wurde. Offen, ob der Deal am Ende klappt. Dem Vernehmen nach aber arbeiten die HSV-Bosse unter Hochdruck an einer Lösung.