Die HSV-Fans während der Partie beim VfL Wolfsburg.

Rund 10.000 HSV-Fans begleiteten den HSV nach Wolfsburg. Auch im Anschluss an die Partie gab es Redebedarf. Foto: IMAGO/Steinsiek.ch

Nach Vorwürfen von HSV-Fans an Ordnern: VfL Wolfsburg bezieht Stellung

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Der 2:1-Erfolg des HSV in Wolfsburg sorgte nicht nur aus sportlichen Gründen für Wirbel. Auch das, was auf den Tribünen vor sich ging, ließ nach dem Nord-Duell noch einige Fragen offen. Der MOPO liegen mehrere Augenzeugenberichte anwesender HSV-Fans vor, die sich vom Wolfsburger Ordnungspersonal schlecht behandelt fühlten. Nun reagierte der VfL auf die Vorwürfe.


Zusammenfassung:

  • HSV-Fans fühlten sich schlecht behandelt vom Ordnungspersonal in Wolfsburg.
  • VfL Wolfsburg bestreitet Vorwürfe bezüglich Einlasssituation und Ausweis-Kontrollen.
  • VfL-Ordner dürfen Gästefans aus Heimbereichen entfernen, wenn sie erkennbar sind.

Die Nachwehen der Niederlage waren in der VW-Stadt auch am Sonntag noch deutlich spürbar. Nach der Entlassung von Trainer Daniel Bauer und Geschäftsführer Peter Christiansen übernahm Ex-HSV-Trainer Dieter Hecking die Geschicke bei den „Wölfen“. Dazu kamen die Vorwürfe von Hamburger Fans. Wie aber äußert sich der VfL dazu?

HSV-Fans beschwerten sich über die Einlasssituation in Wolfsburg

In Wolfsburg sorgten die Anschuldigungen für gemischte Reaktionen. Dass sich HSV-Fans über die Einlasssituation vor dem Gäste-Block beschwerten, ist aus Sicht des Vereins nur bedingt bis nicht nachvollziehbar. „Die Öffnung der einzelnen Drehsperren erfolgt situationsabhängig und richtet sich danach, wie viele Personen sich aktuell im Kontrollbereich hinter den Drehkreuzen befinden“, heißt es in einem Statement, das der Verein der MOPO zukommen ließ. „Grundsätzlich verfügt die Volkswagen Arena als eines der wenigen Stadien über zwei vollständig gleich ausgestattete Eingangsbereiche für Gästefans („Gäste Süd“ und „Gäste Süd-Ost“), an denen sich die Fans anstellen können. Je nach Auslastung besteht somit die Möglichkeit, flexibel zwischen den Eingängen zu wechseln.“

Rund 10.000 HSV-Fans waren in Wolfsburg dabei. IMAGO/Steinsiek.ch
HSV-Fans in Wolfsburg
Rund 10.000 HSV-Fans waren in Wolfsburg dabei.

Wichtig sei in diesem Zusammenhang: „Auf diese Gegebenheit haben wir die Fanbetreuung des Hamburger SV im Vorfeld der Partie mehrfach hingewiesen. Auch am Spieltag selbst haben wir Hamburger Fans vor Ort gezielt auf die Nutzung beider Eingangsbereiche aufmerksam gemacht.“ Der VfL weist zudem darauf hin, dass alle HSV-Fans deutlich vor dem Beginn des Spiels ihre Plätze eingenommen hätten.


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In einem anderen Punkt geht der Verein allerdings hart mit seinen Anhängern ins Gericht. So sollen VfL-Fans vor anderen Stadionbereichen ihnen unbekannte Besucher dazu aufgefordert haben, sich auszuweisen. Andernfalls, so die Drohung, werde ihnen der Einlass zum Stadion untersagt. Hierzu stellt der VfL auf MOPO-Nachfrage fest: „Zu einem solchen Vorgehen liegen uns keine Erkenntnisse vor. Seitens des Clubs gibt es keinerlei Vorgaben oder Befugnisse für Fans, Ausweiskontrollen durchzuführen oder anderen Besuchern den Zugang zu bestimmten Bereichen zu verwehren. Sollte es zu entsprechenden Situationen gekommen sein, entspricht dies ausdrücklich nicht der Haltung und den Vorgaben des VfL Wolfsburg.“

Der VfL Wolfsburg bestreitet einige Vorwürfe von HSV-Fans

Ebenfalls geäußerte Vorwürfe, Ordner hätten Besucher des Spiels aus dem Stadion geführt, weil diese in den Heimbereichen des Stadions saßen und sich nicht ausgiebig genug über das Führungstor des VfL gefreut hätten, bestreitet der Verein deutlich: „Eine solche Handhabe gibt es nicht. Niemand wird aus dem Stadion verwiesen, weil er sich vermeintlich nicht ausreichend über ein Tor des VfL Wolfsburg freut.“

Rauchschwaden stiegen aus dem Block der Wolfsburger Fans auf. imago/osnapix
Rauchschwaden steigen aus dem Block der Wolfsburger Fans auf
Rauchschwaden stiegen aus dem Block der Wolfsburger Fans auf.

Die „Wölfe“ verweisen allerdings auf ihre Stadionordnung und stellen ausdrücklich klar: „Trotz entsprechender Hinweise beim Ticketkauf haben sich zahlreiche Hamburger Fans mit Eintrittskarten für Heimfanbereiche des VfL Wolfsburg eingedeckt. In der Stadionordnung ist klar geregelt, dass sich Gästefans nicht in ausgewiesenen Heimfanbereichen aufhalten dürfen.“

VfL-Ordner dürfen Gäste-Fans bitten, den Heimbereich zu verlassen

Tritt dieser Fall dennoch ein, wüssten Ordner, wie sie sich verhalten dürften: „Der Ordnungsdienst ist angewiesen und berechtigt, Zuschauer, die als Gästefans erkennbar sind – etwa durch Fanbekleidung oder entsprechendes Verhalten – aus diesen Bereichen zu entfernen, auch wenn sie über eine gültige Eintrittskarte für den jeweiligen Block verfügen. In solchen Fällen kann ein Verweis aus dem entsprechenden Bereich oder aus dem Stadion erfolgen.“ Diese Regelung trete beispielsweise in Kraft, „wenn Gästefans in Heimfanbereichen durch deutliches Jubeln bei Toren der Gastmannschaft oder durch das Tragen entsprechender Fanartikel als solche erkennbar sind – nicht jedoch, weil sie sich nicht über ein Tor des VfL Wolfsburg freuen“.

Tatsächlich hatte sich ein Großteil der etwa 10.000 angereisten HSV-Fans Karten für den Heimbereich gesichert. Anders wäre es auch nicht möglich gewesen, dass so viele Hamburger den Weg ins Stadion hätten finden können, denn im Gästebereich ist lediglich Platz für rund 3000 Fans.

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Was bei den von Sanktionen betroffenen HSV-Fans bleibt, ist ein fader Beigeschmack, der den Ausflug nach Wolfsburg auch im Nachgang etwas bitter schmecken ließ. Sollte es in der kommenden Saison erneut zum Aufeinandertreffen in der VW-Stadt kommen, dürften viele von ihnen vorgewarnt sein – und möglicherweise die Finger von Eintrittskarten im Heimbereich der „Wölfe“ lassen.

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