HSV-Profi Philip Otele jubelt in Dortmund

Starker Auftritt: HSV-Profi Philip Otele (r.) schoss in Dortmund sein erstes Bundesligator. Fábio Vieira feierte mit. Foto: picture alliance / DeFodi Images | Max Maiwald

Nach Tor-Debüt: Poker um Otele – wie teuer wird er im Sommer für den HSV?

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Einzig sein Jubel misslang ein wenig und man musste sich fast schon Sorgen machen, ob Philip Otele sich nicht etwa verletzt hatte. Auf den Knien rutschte der Nigerianer nach seinem Führungstreffer in Dortmund über den Rasen des Signal-Iduna-Parks, überschlug sich dann aber und verzog kurz vor Schmerzen das Gesicht. Aber alles halb so wild, zum Glück. Am Ende des Abends standen für den HSV-Angreifer sein erster Bundesligatreffer und eine bittere 2:3-Niederlage. Das Ende einer für Otele auch schon zuvor emotionalen Woche, die in Kürze noch getoppt werden dürfte.

Die Erleichterung und der Stolz waren Otele anzusehen, als er nach seinem Treffer zum 1:0 jubelnd abdrehte. Für den aus Basel geliehenen Offensivmann war es im siebten Bundesligaspiel endlich sein erster Treffer, auch ansonsten war er in der so starken ersten HSV-Hälfte einer der Aktivposten. Da geriet auch sein Trainer ins Schwärmen.

HSV-Profi Otele ließ sich von großer Kulisse nicht einschüchtern

„Philip ist ein richtig cooler Kerl, der sehr viel Energie in die Gruppe bringt, viel Humor hat, aber in seinem Spiel auch Selbstvertrauen ausstrahlt“, holte Merlin Polzin nach der Partie aus. „Er hat den Mut, sich auch vor 80.000 Fans viele Dinge zuzutrauen. Das war mir vorher klar. Aber dass er es so umsetzt, freut mich umso mehr.“


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Es sind stabile Leistungen, mit denen Otele inzwischen Jean-Luc Dompé aus der Startelf verdrängt hat. Der Franzose manövrierte sich Ende Januar durch seine Alkoholfahrt zunächst selbst ins Abseits, schnupperte vor zwei Wochen aber wieder Morgenluft, als er den HSV in Wolfsburg per Strafstoß zum 2:1-Sieg schoss. Danach aber rotierte er wieder auf die Bank. Wenn Polzin die Wahl hat, setzt er derzeit auf Otele, das wurde auch in Dortmund wieder deutlich.

Der HSV besitzt eine Kaufoption auf Basel-Leihgabe Otele

Hamburgs Coach machte dann auch sogleich Werbung für eine Weiterverpflichtung des 26-Jährigen, auf den der HSV im Sommer eine Kaufoption in Höhe von fünf Millionen Euro besitzt. Mit der Mischung, die Otele dem Team gebe, sei er „definitiv ein großer Gewinn für unsere Mannschaft. Wir werden sicherlich noch viel Freude an ihm haben“.

Philip Otele (M.) bejubelt mit seinen Kollegen sein erstes HSV-Tor. WITTERS
Philip Otele bejubelt mit seinen Kollegen sein erstes HSV-Tor.
Philip Otele (M.) bejubelt mit seinen Kollegen sein erstes HSV-Tor.

Der Mann, der genau darüber wohl bald verhandeln wird, zeigt sich ebenfalls angetan von den Leistungen des Neuen. „Philip hat auch schon in den Spielen zuvor immer wieder gute Ansätze gezeigt“, sagte Sportdirektor Claus Costa. „Er ist ein Spieler, der intensiv arbeitet und vor allen Dingen mutig Aktionen kreiert. Dass er sich nun mit seinem ersten Tor belohnt hat, ist schön – davon können wir uns am Ende aber leider nichts kaufen.“

Otele soll kommende Woche für Nigeria debütieren

In Kürze nun dürfte Oteles Wert weiter steigen – und das in jeder Hinsicht. Erstmals wurde der Angreifer für den Nationalkader Nigerias nominiert. Damit ging für ihn schon vor dem Dortmund-Spiel ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. „Wenn der Anruf kommt, wäre ich sehr glücklich“, sagte er zuletzt im MOPO-Interview. Nun kam er.

Zwei Länderspiele warten auf Otele, beide werden im türkischen Antalya stattfinden. Zunächst am kommenden Freitag gegen den Iran, der wegen des Krieges im eigenen Land ausweichen muss. Vier Tage später (31.3.) ist dann Jordanien der Gegner.

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Für Otele ist es eine große Chance, sich auch international weiter ins Blickfeld zu spielen. Der HSV aber ist auf der sicheren Seite. Costa wird nach der Saison zwar versuchen, die Ablöse für den Angreifer zu drücken, denn fünf Millionen Euro sind aus Sicht des Aufsteigers ein stolzer Preis. Doch auch wenn Hamburgs Boss in Basel auf Granit beißen sollte, ist eine Weiterverpflichtung aus HSV-Sicht möglich. Intern wird Otele noch deutliches Entwicklungspotenzial bescheinigt, so wäre perspektivisch auch ein Weiterverkauf zu einem höheren Preis möglich. Gut für den HSV: Er hat es im Sommer so oder so in der eigenen Hand, ob Otele bleibt oder nicht.

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