Felix Magath mit einem HSV-Schall

HSV-Legende Felix Magath (hier 2023 zum 40. Jubiläum des Europapokalsieges) ist ein Mann klarer Worte. Foto: imago/Zink

Nach Rot-Flut für den HSV: Magath greift deutsche Schiris an

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Florian Exner hatte nach dem Nordderby eingeräumt, dass die Rote Karte für Philip Otele (79.) wohl „nicht die klarste der Welt“ gewesen sei. Gleichzeitig verteidigte der Schiedsrichter seine Entscheidung und sagte zum Einsteigen des HSV-Profis gegen den grätschenden Cameron Puertas: „Er geht ein hohes Risiko und trifft mit dem Stollen den Gegenspieler. Er hätte sich noch zurückziehen können.“ Rückendeckung erhält Exner von Stefan Effenberg. Felix Magath aber kritisiert die Entscheidung hart – und wird bei den Schiris grundsätzlich.


Zusammenfassung:

  • Philip Otele erhielt eine umstrittene Rote Karte nach seinem Einsteigen gegen Cameron Puertas.
  • Ex-Profi Stefan Effenberg verteidigt die Schiri-Entscheidung, Felix Magath kritisiert sie scharf.
  • HSV-Verantwortliche und Eintracht-Vorstand Markus Krösche haben unterschiedlichen Meinungen zur Roten Karte

In der Sendung „Sky 90“ stellte sich die HSV-Legende an die Seite von Übeltäter Otele. „Ich glaube nicht, dass er absichtlich auf das Bein des Gegenspielers getreten ist – sondern er wollte der Situation ausweichen“, sagte Magath und führte aus: „Er hat die falsche Entscheidung getroffen, aber so ist es halt mal in einem Spiel, das Körperkontakt und Zweikämpfe hat. Für mich werden viel zu viel und viel zu schnell Karten gezogen – vor allem Rote Karten.“

Felix Magath übt Kritik an Entscheidung von Schiri Exner

Der Platzverweis für Otele, für den sich Exner erst nach VAR-Eingriff entschieden hatte, war der insgesamt achte für einen HSV-Profi in dieser Saison. Das ist zweifellos zu viel, wie auch Vorstand Eric Huwer betont. Dennoch hat man im Volkspark nicht für jede Rot-Entscheidung Verständnis. Die HSV-Verantwortlichen erhalten im Fall Otele verbale Unterstützung von Magath. Der 72-Jährige hätte bei der Szene um den Nigerianer „gar nicht“ für Foul plädiert. So hatte es auch Exner zunächst gesehen, ehe er zum Videobildschirm gebeten wurde. Unverständlich, findet Magath.

Schiedsrichter Florian Exner zeigte Philip Otele die Rote Karte. imago images/Nordphoto
Florian Exner zeigt Philip Otele die Rote Karte
Schiedsrichter Florian Exner zeigte Philip Otele die Rote Karte.

„Ich glaube nicht, dass er die Absicht hatte, den Gegner zu treffen“, sagte der ehemalige HSV-Profi und -Manager über Otele und wurde dann grundsätzlich: „Wir haben einen Sport, der Zweikämpfe zulässt. Die Tore sind das eine beim Fußball, aber das zweitschönste oder -wichtigste sind doch die Zweikämpfe. Das ist doch kein Vergleich zu England, was wir hier in der Bundesliga erleben. Wir haben uns angewöhnt, seit ein paar Jahren alles in Watte zu packen.“ Magath sieht ein generelles Problem in der deutschen Schiedsrichter-Zunft – und redete sich in Rage.

Effenberg und Krösche verteidigen Rot für HSV-Profi Otele

Die Theatralik der gefoulten Profis, verbunden mit Bestrafungen durch die Referees, ist ihm ein Dorn im Auge. „Oh, der Spieler hat einen blauen Fleck, oh, da muss er gleich zum MRT, und oh, da müssen wir mal gucken“, echauffierte er sich. Aus seinen aktiven Zeiten kenne er die Regelauslegung anders. „Wir hatten nicht jedes Wochenende einen Spieler, der invalide geworden ist“, erzählte Magath. „Das gehört einfach dazu bei einem Sport wie Fußball, dass man Zweikämpfe führt. Und solange nicht die Absicht da ist, nur den Gegner zu treffen, muss man aus meiner Sicht mit Gelben und Roten Karten vorsichtiger sein.“ Zu Magaths Meinung passt, dass Bakery Jatta für ein weiteres Foul zunächst Rot gesehen hatte, ehe sich Exner in der Schlussphase zu Recht korrigierte und doch auf Gelb entschied.

In der Bewertung dieser Szene waren sich nach dem Nordderby alle einig. Zum Einsteigen von Otele gibt es jedoch gegensätzliche Standpunkte. Ex-Profi Stefan Effenberg etwa hat eine andere Sichtweise als Magath. Er sagte am Sonntag im Sport-„Doppelpass“: „Der Bremer spielt zuerst den Ball. Und wenn du dann in die Aktion kommst und siehst, ich komme gar nicht mehr hin, springst du in der Regel hoch oder weg oder ziehst komplett zurück, gehst aber nicht drauf.“ Doch genau das habe Otele gemacht, befand Effenberg. „Von daher: richtige Entscheidung.“

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Auch Markus Krösche äußerte Verständnis für die Entscheidung. „Er geht natürlich voll mit dem Fuß drauf“, sagte der Vorstand von Eintracht Frankfurt in der Sendung und erklärte: „Am Ende ist es genau das, wofür es Rote Karten gibt, wenn du voll draufgehst. Klar versucht er, den Ball zu spielen in dem Moment, aber er geht voll auf den Fuß oder das Schienbein. Und in dem Fall muss man sagen, ist es schon eine Rote Karte.“ Magath sieht das anders. Und er dürfte auch das Wort für HSV-Assistent Loic Favé ergreifen, der sich nach dem 1:3-Gegentor zu einem Spruch hinreißen ließ, den Exner sofort mit Rot bestrafte. Diese Szene wurde bei „Sky 90“ aber nicht noch mal seziert.

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