Nach mehr als acht Jahren: Ex-HSV-Star Rudnevs plötzlich aufgetaucht
So schnell, wie er am Bundesliga-Himmel auftauchte, war er plötzlich wieder weg. Im September 2017 beendete Ex-HSV-Profi Artjoms Rudnevs (damals beim 1. FC Köln unter Vertrag) mit nur 29 Jahren völlig überraschend seine Karriere und reiste Hals über Kopf zurück in seine Heimat Lettland. Seitdem gab es kaum ein Lebenszeichen von dem einstigen Angreifer, der mit dem Fußball abgeschlossen hatte und öffentliche Auftritte mied. Nun aber tauchte er plötzlich wieder auf – und hat sogar einen neuen Job in der Fußball-Branche.
Am 9. Februar 2013 erlebte Rudnevs einen der wohl schönsten Tage seiner Profi-Karriere. Beim sensationellen 4:1-Sieg des HSV in Dortmund schnürte der Lette – wie auch Sturmpartner Heung-min Son – einen Doppelpack und genoss die Ovationen der rund 10.000 mitgereisten Hamburger Fans. Niemals in seiner Vereinshistorie siegte der HSV höher bei den Borussen, viele Fans werden sich vor dem erneuten Aufeinandertreffen am Samstag (18.30 Uhr, Liveticker auf mopo.de) an diesen Erfolg und auch an Rudnevs erinnern.
Artjoms Rudnevs spielte von 2012 bis 2016 für den HSV
Passend dazu gab es kürzlich das erste öffentliche Lebenszeichen des Angreifers, der 2012 von Lech Posen nach Hamburg gewechselt war und bis 2016 in 77 Pflichtspielen 17 Tore für den HSV erzielte. Kurz nach dem Start zur Saison 2017/18 hatte er einen Schlussstrich unter seine Karriere gezogen und war mit seiner Familie in seine lettische Heimatstadt Daugavpils zurückgekehrt. An der städtischen Fußballschule kümmert er sich nun um die U13 und soll jungen Talenten auf dem Weg in den Profifußball helfen. „Das ist eine wertvolle Bereicherung, nicht nur für Daugavpils, sondern für die gesamte Entwicklung des lettischen Fußballs“, schwärmte Akademiedirektor Dennis Sarafanuks.

Rudnevs ist zurück. Und das, nachdem er mehr als acht Jahre lang die Öffentlichkeit komplett gemieden hatte. Von einem Tag auf den anderen hatte der Nationalspieler (38 Länderspiele) seinen Vertrag in Köln aufgelöst und das Weite gesucht. So sehr die Klubbosse versuchten, ihn umzustimmen: Der Ex-Profi war nicht mehr zu halten. „Sein Entschluss stand fest“, so der damalige FC-Geschäftsführer und jetzige Stuttgart-Boss Alexander Wehrle. „Er wollte seine Karriere beenden und zurück in die Heimat.“
Rudnevs beendete seine Karriere wegen privater Probleme
Grund für seinen ungewöhnlichen Entschluss kurz nach dem damaligen Saisonstart 2017/18 sollen jahrelange psychische Probleme seiner Frau Santa gewesen sein, die im Sommer 2015 eine Fehlgeburt erlitten hatte. Wenig später kam es auf offener Straße zu einem Streit, in dessen Verlauf der damals noch für den HSV aktive Fußballer von seiner Frau heftig in die Zunge gebissen wurde und operiert werden musste. Rudnevs aber nahm seine Santa, mit der er drei gemeinsame Kinder hat, öffentlich in Schutz.

„Keine Tragödie im Leben einer Frau kann mit dem Tod des eigenen Kindes auch nur annähernd verglichen werden“, ließ er damals wissen. „Am unglückseligen Abend in Hamburg hat meine Frau daher zwischenzeitlich aufgehört rational zu denken und wurde hysterisch, weil sie zutiefst bestürzt über den Verlust unseres Kindes war.“ Da der seelische Zustand seiner Gattin auch zwei Jahre später als instabil eingestuft worden sein soll, zog Rudnevs die Reißleine.
Ex-HSV-Star kümmert sich in Daugavpils um die Talente
Fortan lebte er ein Leben abseits des Fußballs und der Öffentlichkeit. Sein Instagram-Profil ist zwar noch aktiv, nach wie vor hat Lettlands Ex-Star mehr als 13.000 Follower. Seinen letzten Eintrag aber postete er Anfang Januar 2018.
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Nun folgte seine überraschende Rückkehr in den Fußball. „Ein einheimisches Talent wie ihn zu haben, der seine Erfahrung mit unseren jungen Spielern teilen möchte und kann, ist ein großes Privileg“, so Akademiedirektor Sarafanuks, nachdem er Rudnevs an Bord geholt hatte. Ein kleiner Schritt zurück in die große Welt des Fußballs, die der Stürmer einst fluchtartig verlassen hatte.
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