Nach Kuntz-Aus: HSV-Fans reagieren mit riesigen Plakaten – auch Profis äußern sich
Vor dem Heimauftritt gegen Gladbach spielten die sportlichen Themen rund um den HSV teilweise nur eine Nebenrolle. Der Spielausfall gegen Leverkusen vom vergangenen Dienstag bestimmte die Schlagzeilen, dazu waren auch die Nachwehen der kürzlich erfolgten Trennung von Stefan Kuntz im Volkspark omnipräsent. Mehrere HSV-Mitarbeiterinnen sollen den Ex-Sportvorstand der sexuellen Belästigung bezichtigen. Grund genug für die Fans, bereits vor dem Gladbach-Spiel ein klares Zeichen zu setzen.
Bereits weit vor dem Anpfiff wurden auf der Nordtribüne gleich zwei mehr als 30 Meter lange Spruchbänder entrollt, die erst mit dem Anstoß wieder verschwanden. „Ob Block oder Vorstandsflur: Kein Platz für Übergriffe in unserem Verein“, stand auf dem einen Transparent. „Solidarität mit allen betroffenen HSV-Mitarbeiterinnen!“, hieß es auf dem anderen. Eine klare Botschaft – auch wenn der Name Kuntz nirgendwo zu lesen war.
HSV-Profi Remberg nahm zu Kuntz‘ Abschied Stellung
Nicolai Remberg gab nach dem 0:0 gegen die Borussia zu, dass die Gerüchte rund um das Aus des Ex-HSV-Bosses auch Thema in der Mannschaft seien. „Es wurde uns natürlich gesagt und wir haben dann auch darüber gesprochen“, so der Mittelfeldmann zu Kuntz’ am 31. Dezember erfolgter Vertragsauflösung. „Aber, wie es unser Trainer auch gesagt hat: Entscheidend ist auf dem Platz. Wir können das Drumherum leider nicht beeinflussen.“ Und weiter: „Man hat mal darüber gesprochen, weil es dazu gehört, aber unsere Aufgabe ist es, hier zu performen, und ich glaube, das haben wir über weite Strecken gemacht. Alles andere wird sich nach und nach regeln.“

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Remberg stellte auch klar, dass er selbst versuche, das Thema so gut wie möglich auszublenden. Augenzwinkernd erzählte er, dass er manchmal nicht drum herum komme, „wenn ich mit Opa telefoniere und der dann darüber spricht. Aber ansonsten sage ich auch, dass ich dazu nicht viel sagen kann, weil ich auch nicht alles mitbekomme. Ich weiß nicht, was war, und deswegen lasse ich das auch nicht so an mich ran“. Linksverteidiger Miro Muheim stellte klar: „Ich möchte nicht darüber reden. Das Thema kommentiere ich nicht.“
Kuntz‘ HSV-Vertrag wurde am 31. Dezember aufgelöst
Was genau war, wird ohnehin an anderen Stellen geklärt. Nachdem zwei HSV-Mitarbeiterinnen intern auf ein unangemessenes Verhalten von Kuntz aufmerksam gemacht haben sollen, einigten sich der 63-Jährige und der HSV-Aufsichtsrat auf die Auflösung des bis Sommer 2026 laufenden Vertrages. Zuletzt war eine Schlammschlacht in Gang gekommen, bei der mehrere Fragezeichen auftauchten. Eine davon: Kuntz erstattete zunächst bei der Staatsanwaltschaft Hamburg Anzeige gegen Unbekannt, nahm diese dann aber kürzlich wieder zurück.
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Die Partie gegen Gladbach war das erste Heimspiel, seitdem die schweren Vorwürfe aufploppten. Ein Auftritt, der zugleich zu einer Demonstration der Fans für die Mitarbeiterinnen des Vereins wurde.
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