Mit einem Novum: So will sich der HSV aus der Saison verabschieden
Klassenerhalt hin, Ligaverbleib her: Merlin Polzin möchte nichts abschenken. Das untermauert der HSV-Trainer nicht nur mit Worten, sondern auch mit Maßnahmen: Die Abschlusseinheit vor der finalen Partie in Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) fand am Freitag ausschließlich im Stadion statt. Polzin zog unter Ausschluss der Öffentlichkeit einen Strich unter den letzten Matchplan der Saison. Und sein Ziel ist klar: „Wir wollen drei Siege in Folge.“
Zwei Dreier in Folge waren nach dem Aufstieg bisher das Höchste der Gefühle. Das verspürten sie im Volkspark vor dem momentanen Hoch schon zweimal. Ende November, Anfang Dezember gab es erst ein 2:1 gegen Stuttgart und dann ein 3:2 gegen Werder. Und zu Beginn des Februars gewann der HSV hintereinander in Heidenheim (2:0) und gegen Union Berlin (3:2). Jetzt, nach dem 2:1 in Frankfurt und dem 3:2 gegen Freiburg, will sich der HSV mit dem dritten Erfolg am Stück aus seinem Premierenjahr in der Bundesliga verabschieden. Es wäre ein Novum und das letzte Ausrufezeichen hinter einer sehr erfolgreichen Saison.
Der HSV will in Leverkusen den dritten Sieg in Serie
„Wir werden mit allem, was noch in uns drinsteckt, dieses Spiel angehen, um drei Punkte mitzunehmen“, sagt Polzin und weiß, dass diese Worte in Hoffenheim und Stuttgart gut ankommen. Denn die TSG, die am Samstag parallel zum HSV-Spiel Gladbach empfängt, und der VfB, der in Frankfurt gastiert, haben zwar jeweils drei Punkte Vorsprung und die bessere Ausgangslage – könnten im Rennen um Champions-League-Platz vier theoretisch aber noch von Leverkusen überholt werden. Geht Polzins Plan auf und punktet der HSV in der BayArena, wird es nicht dazu kommen.

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Hamburgs Coach geht es indes weniger darum, die Mannschaft von Kasper Hjulmand zu ärgern, als darum, für das eigene Selbstverständnis den insgesamt zehnten Sieg der Serie 2025/26 einzufahren. Hinzu kommt der Wunsch nach einem weiteren Geschenk für die mindestens 3000 Auswärtsfahrer: „Wir wollen für unsere Fans und uns selbst das Saisonende perfekt aussehen lassen“, sagt Polzin, der am Freitagnachmittag auch alle angeschlagenen und verletzten Profis mit ins Rheinland nahm. Alle Kadermitglieder sollen dabei sein, wenn Profis wie Luka Vuskovic (sehr sicher), Fábio Vieira (relativ sicher) und womöglich auch Robert Glatzel letztmals im HSV-Trikot auflaufen.
Schafft es Glatzel noch in den HSV-Kader?
Ob es der zuletzt unter Wadenproblemen leidende Stürmer rechtzeitig in den Kader schafft, war am Freitag zunächst unklar. Die Entscheidung dürfte kurzfristig fallen. Unabhängig von Glatzel hatte Polzin bereits am Donnerstag über seinen Umgang mit Abgängen von Spielern gesprochen: „Es ist ganz normal, dass es Jungs geben wird, die nach der Saison nicht mehr wiederkommen. Dabei liegt aber keine Wehmut vor.“

Sollte irgendeine Verabschiedung am Wochenende zu kurz ausfallen, womöglich auch, weil Polzin zurzeit noch gar nicht final vorhersehen kann, wer alles gehen wird, so würde er das in den kommenden Wochen auf digitalem Wege nachholen. „In der heutigen Zeit gibt es sämtliche Wege, in Kontakt zu treten. Den Kontakt werden wir halten“, verspricht Polzin. „Deshalb werden wir die Verabschiedungen normal halten.“
Polzin hofft auf das Frauen-Team und „Erleichterung“
Am Sonntag (14 Uhr) werden alle Profis und der gesamte Staff das Heimspiel der HSV-Frauen gegen den FC Bayern besuchen. Hinterher soll der doppelte Klassenerhalt gefeiert werden. In der kommenden Woche dürften Polzin und seine Trainerkollegen noch das eine oder andere Mal in den Volkspark kommen, um die Saison zu analysieren. Seinen Parkplatz neben dem Stadion wird Polzin danach aber für eine Weile freilassen. Was er denken wird, wenn er zum letzten Mal in dieser Saison vom HSV-Hof fahren wird?
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„Ich wünsche mir, dass ich mit einem großen Lächeln ins Auto steige“, sagt Polzin und erinnert an die fast schon geretteten Frauen: „Und mit sehr viel Erleichterung, dass die Mädels es dann auch schaffen.“ Dem 35-Jährigen ist es vor den letzten Tänzen in Leverkusen und im Volkspark am wichtigsten, dass der HSV „auch im nächsten Jahr zwei Bundesligisten im Fußball hat“.
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