Magath kennt den HSV-Neuzugang: Passt das wirklich mit Selke und Glatzel?
Wenn man ins oberste Regal greift, kommt man auf legendäre Pärchen. Ruud Gullit und Marco van Basten. Oder Thierry Henry und Dennis Bergkamp. Eindrucksvolle Doppelspitzen gab es aber auch in Liga zwei schon, Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch etwa schossen Werder Bremen vor zwei Jahren zum Aufstieg, den der HSV mit einer Ein-Mann-Spitze verpasste. Jetzt aber hat Robert Glatzel einen Sturmpartner mit großem Namen. Nur: Passt das mit Davie Selke?
Die HSV-Klamotten jedenfalls passen dem 29-Jährigen. Selke ist da, wurde am Donnerstag als Neuzugang vorgestellt und grinste in die Kameras – nachdem die MOPO bereits in der Vorwoche exklusiv berichtet hatte, dass die Aufgabe HSV ihn reizen würde. Jetzt, nur zwei Tage nach seinem offiziellen Abschied vom 1. FC Köln, unterschrieb er im Volkspark und ist die Sturm-Ergänzung, die sich Steffen Baumgart erhofft hatte. Der HSV-Trainer kennt seinen Neuen aus einem gemeinsamen Jahr in Köln – während Felix Magath zuvor in Berlin mit Selke zusammengearbeitet hat.
Magath lobt neuen HSV-Stürmer Selke: „Ein guter Junge“
„Davie ist ein guter Junge, ich war sehr zufrieden mit ihm“, sagt Magath der MOPO. Der 70-Jährige rettete Hertha BSC im Saisonfinale 2022/23 vor dem Abstieg – auch dank Selke, der in fünf Bundesliga-Spielen unter Magath zweimal traf. Als einziger aufgebotener Mittelstürmer wohlgemerkt, obwohl Magath ein Fan von Doppelspitzen ist. „Überall, wo ich Trainer war, habe ich gerne mit zwei Stürmern gespielt, sogar lieber“, sagt die HSV-Legende.
„Es ist nur meine Meinung, jeder Trainer ist unterschiedlich. Aber ich halte es für sinnvoller als mit nur einem Stürmer zu spielen.“ Man denke etwa an Grafite und Edin Dzeko, die den von Magath trainierten VfL Wolfsburg 2008/09 zur Meisterschaft führten.
Als Doppelspitze: Können Glatzel und Selke zusammen?
„Davie“, sagt Magath, „hat in der Bundesliga gezeigt, wie gut er ist.“ Der Beleg: 46 Tore in 238 Erstliga-Partien. „Aber ob er beim HSV reinpasst, hängt von den Planungen ab.“ Baumgart hat Selke bereits in Köln oft in einem Doppelsturm spielen lassen und plant beim HSV jetzt selbiges. Aber: Passt das mit Glatzel überhaupt?
Das Duo ist einzigartig für die Zweite Liga, besteht aber aus zwei sehr ähnlichen Spielertypen. Glatzel ist technisch besser und schneller, Selke eher ein klassischer Strafraum-Spieler. Aber beide sind stark im Kopfball, fast gleich groß (1,95 zu 1,93 Meter) und robust, was Baumgarts Vorlieben für Neuner entspricht. Allerdings stellen sich die Fragen: Können Glatzel und Selke gemeinsam performen? Wäre ein wendiger, kleiner, dribbelstarker zweiter Stürmer neben dem klaren Zielspieler nicht die bessere Option gewesen? Und wird mit dem, der schon da war, also Glatzel, nun der amtierende Torschützenkönig geschwächt, weil er künftig vielleicht auch mal auf die Bank muss?
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„Man kann auch mit zwei ähnlichen Stürmer-Typen spielen“, sagt Magath – und macht Hoffnung, dass Glatzel und Selke zueinander passen. Die Zeit wird zeigen, ob sich das neue HSV-Angriffsduo wirklich einen Namen macht.