„Luka ist eine Maschine“: Kroatien-Star schwärmt von HSV-Ass Vuskovic

Luka Vuskovic hält beim Jubeln seinen Finger ans Ohr
HSV-Verteidiger Luka Vuskovic hat sich in der Bundesliga einen Namen gemacht.

Vor knapp zwei Wochen war Luka Vuskovic in England. Der HSV-Profi reiste nach London, um sich von den Ärzten seines Stammklubs Tottenham untersuchen zu lassen. Bei seiner Stippvisite auf der Insel traf er zudem auf einen Nationalmannschaftskollegen. Die Zukunft der beiden Kroaten ist offen. Klar ist nun aber, dass Andrej Kramaric und Vuskovic sich am Samstag nicht direkt duellieren werden – weil Letzterer verletzt ausfällt. Die Hoffenheim-Legende schwärmt trotzdem.

„Luka ist eine Maschine“, sagt Kramaric im Videogespräch mit der MOPO. „Er arbeitet hart und ist sehr klar im Kopf. Das zeigt er jeden Tag im Training.“ Kramaric kann das beurteilen, auch wenn er nicht mitbekommt, welchen Fleiß Vuskovic im Volkspark an den Tag legt. Denn der 34-jährige Stürmer und der 15 Jahre jüngere HSV-Leihspieler kennen sich aus Kroatiens Nationalelf. „Er ist ein super Typ und ein toller Spieler“, findet Kramaric. „Luka hat eine super Karriere vor sich.“

Kramaric über Vuskovic: „Hat eine super Karriere vor sich“

Auf einige Meilensteine kann Vuskovic bereits verweisen. Im Juni 2025, noch vor seinem Wechsel zum HSV, hatte er für die kroatische A-Auswahl debütiert. Und kürzlich, während der Länderspielpause Ende März, erzielte er beim Test gegen Kolumbien (2:1) in den USA sein erstes Tor für das WM-Team von Nationaltrainer Zlatko Dalić. Die kroatische Presse geriet wegen Vuskovic‘ Leistung ins Schwärmen. Kramaric, der bereits 114-mal für sein Heimatland auflief, kann sich dem nur anschließen. „Ich bin ein bisschen älter als Luka“, sagt er schmunzelnd. „Aber es ist sehr schön, junge kroatische Spieler wie ihn zu verfolgen. Wir müssen als Nationalmannschaft keine Sorgen um die Zukunft haben.“

Kroatiens Nationalspieler um Luka Vuskovic und Andrej Kramaric beim Aufwärmen
In Kroatiens Nationalmannschaft trainieren Vuskovic (2.v.l.) und Kramaric (r.) Seite an Seite.

Im Sommer wollen Kramaric und Vuskovic zusammen zur Weltmeisterschaft nach Nordamerika reisen. Am Samstagabend werden sie sich erst einmal im Volkspark wiedersehen, wenn ihre Klubs aufeinandertreffen (18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de). Auf dem Platz wird aber nur Kramaric stehen können, der beim Besuch in London von Vuskovic‘ anhaltenden Knieproblemen hörte. Die beiden Profis sollen sich in der englischen Hauptstadt mit Star-Berater Pini Zahavi getroffen haben, um ihre jeweilige Zukunft zu diskutieren. Der HSV-Youngster wird nach dem Saisonende aller Voraussicht nach zu Tottenham zurückkehren. Kramaric‘ Vertrag in Hoffenheim läuft Ende Juni aus. Doch er hat noch was vor in der Bundesliga.

TSG-Legende überholte Seeler und Hrubesch nach Toren

Am Samstag, beim 2:1 gegen Borussia Dortmund, erzielte der Angreifer seine Tore 137 und 138 im deutschen Oberhaus. „Eine unglaubliche Statistik“, staunt Kramaric, der im Sommer 2016 zur TSG gewechselt war und heute hinter Torwart Oliver Baumann (435 Einsätze) Hoffenheims Rekordspieler ist – 357 Partien, 156 Pflichtspieltreffer. Das Toreschießen macht ihm „immer noch so viel Spaß wie vor zehn Jahren“, sagt Kramaric. „Hoffentlich wird das auch noch lange so bleiben.“

Andrej Kramaric bejubelt seinen Treffer
Andrej Kramaric wurde gegen den BVB zum Hoffenheim-Matchwinner.

In der ewigen Bundesliga-Torschützenliste hat er jetzt die HSV-Legenden Horst Hrubesch (136 Buden) und Uwe Seeler (137) hinter sich gelassen. „Ich habe schon oft gehört, wie gut sie als Stürmer waren“, berichtet Kramaric. „Es ist eine Ehre, solche Spieler zu überholen. Davon hätte ich als Kind nie träumen können. Ich genieße jeden Tag, die Statistiken sind die Belohnung für harte Arbeit.“ Sein Ziel ist jetzt: gesund bleiben. „Dann schaffe ich es auch in die Top 20“, sagt Kramaric und lacht. Wenn es für den HSV ganz schlecht kommt, ist es schon am Samstag so weit: Eintracht-Frankfurt-Ikone Bernd Nickel hat im ewigen Ranking Platz 20 inne und drei Bundesliga-Treffer mehr geschossen (141) als Kramaric aktuell.

Kramaric traf zuletzt bei der EM 2024 im Volksparkstadion

Wie man im Volksparkstadion Tore schießt, weiß der Routinier ohnehin. Vor dem HSV-Abstieg hatte Kramaric bei zwei von drei Hoffenheimer Gastspielen in Hamburg getroffen. Sowohl beim 3:1-Sieg der TSG in der Saison 2015/16 als auch bei der 1:2-Pleite in der Spielzeit 2016/17 war er per Elfmeter erfolgreich. Und nicht zu vergessen: Bei der EM vor zwei Jahren dribbelte Kramaric ebenfalls in der HSV-Arena auf. Damals noch ohne Vuskovic im Turnier-Kader trennte sich Kroatien im Volkspark mit 2:2 von Gruppengegner Albanien. Das war am 19. Juni 2024. „An meinem Geburtstag“, merkt Kramaric an. „Und ich habe getroffen.“

Der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1 war ihm vergönnt, letztlich endete die Partie nach einem kuriosen Tor-Eigentor-Doppelpack des albanischen Ex-HSV-Profis Klaus Gjasula mit 2:2. „Die Atmosphäre in diesem Stadion werde ich nie vergessen“, erinnert sich Kramaric. „Es war überragend und sehr laut.“ So wird es auch am Samstagabend sein – auch wenn Publikumsliebling Vuskovic nicht mitspielen kann.

Luka Vuskovic dribbelt neben Andrej Kramaric
Beim Hinspiel in Hoffenheim waren Vuskovic und Andrej Kramaric (r.) Gegenspieler.

„Es wird ein schwieriges Spiel. Es wird nicht einfach für uns. Der HSV hat Qualität und das Stadion mit den Fans hinter sich“, weiß Kramaric und urteilt: „Der Verein verdient es, in der Bundesliga zu spielen. Es war schade, dass sie das sieben Jahre lang nicht konnten. Ich glaube nicht, dass sie jetzt wieder absteigen.“ Ein Sieg gegen die TSG würde den HSV einen großen Schritt näher an sein Ziel Klassenerhalt bringen. Kramaric, dessen Team das Hinspiel im Dezember mühelos mit 4:1 gewann und vier Spieltage vor dem Saisonende nun auf Rang fünf steht, hält dagegen: „Für uns geht es um die Champions League.“

„Schwierig zu sagen“: Passt Vuskovic zur Premier League?

Kramaric lief bereits sechsmal in der Königsklasse auf, in der Saison 2018/19 war das. Sich in der kommenden Saison noch einmal mit den besten Klubs Europas messen zu können, ist sein großer Traum. Daran, dass Vuskovic früher oder später ebenfalls in der Champions League kicken wird, zweifelt er nicht. Aber wie ist es mit der Premier League? Würde der HSV-Verteidiger mit seiner Zweikampfhärte in die Liga passen, die Kramaric 2015/16 sensationell mit Leicester City gewann – und die Tottenham jetzt zu verlassen droht?

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„Das ist schwierig zu sagen. Die Entscheidung liegt bei Luka“, sagt der Hoffenheim-Profi und setzt erneut zum Lob an: „In der Bundesliga ist er einer der zweikampfstärksten Spieler. Sein Körper spricht für sich. Luka zeigt schon jetzt, was er draufhat.“ Vuskovic wird das am Samstag nicht tun können. Dafür aber in knapp zwei Monaten bei der WM – an der Seite von Kramaric.