„Louis bringt viel mit“: HSV-Hype betrifft nicht nur das Super-Talent (16)

Luois Lemke auf dem Trainingsplatz mit Merlin Polzin
„Ich habe mich gut informiert“, sagte Merlin Polzin in dieser Woche über HSV-Youngster Louis Lemke.

Sieben Spiele, 21 Punkte – maximaler Ertrag. Die U19 des HSV kann in der DFB-Nachwuchsliga auf einen Top-Start mit Top-Ausbeute verweisen. Und mittendrin ist das derzeit wohl größte Top-Talent des Vereins: Louis Lemke, gerade 16 geworden und mit einem neuen Vertrag ausgestattet. Das Juwel steht exemplarisch für die Arbeit, die im HSV-Nachwuchs beginnt und im besten Fall bei Merlin Polzin weitergeht.

Wie sich ein Mini-Dämpfer anfühlt, erlebte Louis Lemke am Mittwoch im Profitraining – da stand er unglücklich und schoss ein Eigentor. Ansonsten war der Linksverteidiger bestens drauf, zumal er gerade Schulferien hat und daher erstmals bei Polzin reinschnuppern darf. Und für sein eigentliches Team ging es zuletzt eh nur in eine Richtung: nach oben.

U19 des HSV gewann zuletzt sieben Spiele in Folge

„Der erfolgreiche Start ist das Ergebnis unserer harten Arbeit auf dem Trainingsplatz“, sagt Trainer Oliver Krause, dessen HSV-U19 am Samstag auch Werder Bremen bezwang. Das 2:1 war der siebte Sieg in Serie. Bedeutet: Platz eins in der Gruppe. Insgesamt gibt es in der Nachwuchsliga neun Vorrundengruppen mit jeweils regionalen Kontrahenten. Die Erst- und Zweitplatzierten qualifizieren sich daraufhin für die Liga A, die erneut in (dann vier) Gruppen ausgetragen wird. Schließlich ziehen die besten Teams ins Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft ein. Im Vorjahr war für den HSV im Viertelfinale Schluss. Und diesmal?

HSV-Nachwuchs jubelt vor dem Volksparkstadion
Die U19 des HSV feiert den 2:1-Derbysieg gegen Werder Bremen.

„Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung der Spieler und als Mannschaft“, erklärt Krause. „Der Erfolg definiert sich für uns nicht nur über Ergebnisse.“ Die Qualifikation für Liga A, die mit einem Sieg am Samstag (13 Uhr) beim Blumenthaler SV noch näher käme, sie wäre „ein schöner Zwischenschritt“, sagt der Coach. Aber: „Wenn wir es schaffen, unsere Spielidee umzusetzen und unsere Spieler weiter ans nächste Leistungslevel heranzuführen, ist das für uns der größte Erfolg.“ Und die Belohnung gibt es nicht nur in Tabellenpunkten – sondern auch von Polzin.

Der Profitrainer ließ U19-Kapitän Noah Adekunle (18) und Linksaußen Finn Barkowsky (17) kürzlich bei einem internen Test mitwirken, Mittelfeldmann Henri Schümann (16) hatte schon zuvor mal beim Bundesliga-Team mittrainiert – und nun folgte Lemke. 13 Tage nach seinem 16. Geburtstag. Und fünf Tage nach seiner langfristigen Vertragsverlängerung. „Es ist ein sehr positives Zeichen, dass sich Nachwuchsspieler wie Louis beim HSV sehr gut aufgehoben fühlen und bei uns eine Perspektive sehen“, findet Krause, der Lemke in jedem Saisonspiel starten ließ.

Trainer Oliver Krause kam im Sommer aus Belgien zum HSV

Der 41-Jährige, der im Vorjahr noch Trainer bei der U23 von Standard Lüttich in Belgien war, kam erst im Juli nach Hamburg – und hat schnell erkannt: „Der Weg nach oben ist für die Jungs sichtbar und greifbar.“ Krause hebt die Verzahnung zwischen Nachwuchs und Profis hervor. Er verfolgt mit dem HSV „eine klare Struktur und Philosophie, die extrem auf individueller Entwicklung basiert“. Und wenn diese bei einzelnen Talenten sehr gut voranschreitet, gibt’s auch mal eine Einladung der Proficoaches.

Louis Lemke und Luka Vuskovic im HSV-Training
Nach seiner Vertragsverlängerung mischte Louis Lemke (l./vor Luka Vuskovic) auch erstmals im HSV-Profitraining mit.

„Die Zusammenarbeit mit Merlin Polzin, Loic Favé und dem gesamten Trainerteam der Profis ist sehr offen und vertrauensvoll“, beschreibt Krause und betont: „Wenn man im Nachwuchs überzeugt, wird das beim HSV gesehen.“ Jüngstes Beispiel: Lemke.

„Louis bringt für sein junges Alter schon viel mit“, sagt Krause über den U17-Nationalspieler, der 2023 vom Niendorfer TSV zum HSV gewechselt war. „Er verfügt über ein sehr gutes Spielverständnis, ist sehr fokussiert und hat eine hohe Lernbereitschaft. Auf dem Platz hat er den Drang, nach vorne zu spielen. Er macht auf dem Platz viele Meter. Dennoch müssen wir uns immer vor Augen führen, dass Louis noch sehr jung ist.“ Deshalb will der HSV behutsam mit seinem Youngster umgehen, „ohne ihn zu überfordern“.

Vor Vertragsverlängerung: Viel Interesse am HSV-Juwel

An Lemke sollen mehrere deutsche Topklubs interessiert gewesen sein. Dennoch entschied er sich für den HSV. „Louis muss konstant seine Leistung abrufen, technisch, körperlich und mental weiter reifen“, erklärt Krause. „Dabei werden wir ihn bestmöglich unterstützen.“ Auch am Samstag im Nordwesten Bremens.

HSV-Talent Louis Lemke setzt sich gegen Bremens Mario Mbassi durch
Mit 16 schon in der U19: HSV-Juwel Louis Lemke setzt sich gegen Bremens Mario Mbassi durch.

Das Duell mit Blumenthal ist vielleicht das am wenigsten brisante. Die anderen Vorrundengegner des HSV heißen Hannover 96, Holstein Kiel, FC St. Pauli, Werder Bremen und Eintracht Braunschweig. „Die Spieler verspüren einen besonderen Reiz bei diesen Spielen“, sagt Krause, dessen Talente am Sonntag ab 11 Uhr für den guten Zweck eintreten. An der Strandperle werden sie mit den „Eisbademeisters Hamburg“ in die Elbe gehen.

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Pro Eisbader aus der HSV-U19 wandert dann ein Spendenbetrag an die Organisation „Engel in den Straßen Hamburg“, die sich seit 2013 ehrenamtlich für obdach- und wohnungslose Menschen in der Stadt einsetzt. Eine Top-Aktion.

Sieben Spiele, 21 Punkte – maximaler Ertrag. Die U19 des HSV kann in der DFB-Nachwuchsliga auf einen Top-Start mit Top-Ausbeute verweisen. Und mittendrin ist das derzeit wohl größte Top-Talent des Vereins: Louis Lemke, gerade 16 geworden und mit einem neuen Vertrag ausgestattet. Das Juwel steht exemplarisch für die Arbeit, die im HSV-Nachwuchs beginnt und im besten Fall bei Merlin Polzin weitergeht.