„Nach hinten losgegangen“: Lob und Tadel für HSV-Teenager Røssing-Lelesiit
Viele besondere Geschichten wurden beim 2:1-Erfolg der Hamburger gegen den VfB Stuttgart am Sonntag im Volksparkstadion geschrieben. Die von Alexander Røssing-Lelesiit gehörte definitiv dazu – auch wenn sie nicht nur positiv war. Vergessen wird der Norweger dieses Spiel auf jeden Fall nicht so schnell.
Etwas überraschend war Røssing-Lelesiit für das VfB-Spiel in die HSV-Startelf gerutscht und hatte auf der linken Außenbahn den Platz von Jean-Luc Dompé übernommen. Der 18-Jährige sorgte für das Highlight in den ersten 45 Minuten: In der eigenen Hälfte schnappte er sich den Ball, setzte sich auf dem Weg nach vorne mit einem spektakulären Dribbling gegen drei Stuttgarter durch und legte perfekt für Robert Glatzel auf, der zum 1:0 traf.
Erste Torvorlage von Røssing-Lelesiit für die HSV-Profis
Stadionsprecher Christian Stübinger schwärmte prompt von der schönsten Torvorlage der Saison. Für Røssing-Lelesiit war es der erste Assist für die HSV-Profis überhaupt – und das in seinem erst zwölften Pflichtspiel für die Hamburger. Acht dieser zwölf Einsätze bestritt er in der Bundesliga. Eine starke Quote, vor allem mit Blick auf die Konkurrenz im HSV-Kader.
„Das Vertrauen von unserer Seite in Alex drückt die Spielzeit aus. Wenn man wiederholt beginnen darf und so eine Energieleistung wie heute zeigt, dann ist das definitiv gerechtfertigt“, sagte HSV-Coach Merlin Polzin. Er sprach von einem „sehr fleißigen“ Auftritt des Norwegers, betonte aber zugleich, dass der Teenager sich noch in vielen Bereichen verbessern müsse.

Dazu gehörte gegen Stuttgart auch zumindest eine Szene in der zweiten Halbzeit. In der 65. Minute hatte Røssing-Lelesiit nach einem Foul an VfB-Profi Badredine Bouanani die Gelbe Karte gesehen. 16 Minuten später kam er im Duell mit Josha Vagnoman zu spät und flog mit Gelb-Rot vom Platz – ein bitteres Ende eines zuvor starken Auftritts.
Fünfter Platzverweis für den HSV in dieser Saison
„Diese eine Aktion vor dem 1:0 war natürlich überragend“, lobte Miro Muheim seinen Kollegen. „Heute hat man gesehen, dass Alex uns weiterhelfen kann. Wir sind froh, ihn zu haben.“ Und das, obwohl der Youngster seinem Team in der Schlussphase einen Bärendienst erwies. „Das kann passieren, es ist unglücklich“, meinte Muheim. „Ich habe die Situation jetzt nicht noch mal gesehen und weiß nicht, ob das wirklich eine Gelbe war. Darum mache ich ihm da keinen Vorwurf. Er hat einfach der Mannschaft helfen wollen und in dem Moment ist das ein bisschen nach hinten losgegangen.“ Auch Røssing-Lelesiits Coach wählte Lob und Tadel.

„Ich habe noch nicht gesehen, ob die Karten gerechtfertigt sind“, meinte Polzin. Unabhängig davon erklärte er aber auch: „Wenn man vorbelastet ist, sollte man da vielleicht nicht so reingehen, um so eine Situation zu verhindern.“
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Røssing-Lelesiit muss das noch lernen. Das Problem hat er allerdings nicht allein beim HSV: Für die Hamburger war es bereits der fünfte Platzverweis in dieser Saison. Beim Nordderby gegen Werder Bremen ist der Norweger am kommenden Sonntag gesperrt.
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