Valon Behrami, Pierre-Michel Lasogga und Dennis Diekmeier jubeln in Dortmund

Die Ex-HSV-Profis Valon Behrami, Pierre-Michel Lasogga und Dennis Diekmeier (v.l.) jubelten im Oktober 2014 in Dortmund. Foto: imago images/Moritz Müller

Letzter HSV-Siegtorschütze in Dortmund: So geht es Lasogga jetzt

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Knapp elfeinhalb Jahre ist er her, der letzte HSV-Dreier in Dortmund. Und der war ziemlich glücklich. Das aber war den Hamburgern herzlich egal, denn das knappe 1:0 beim BVB bedeutete am 4. Oktober 2014 den ersten Auswärtssieg nach gut elf Monaten. Es war die Zeit, in der der HSV quasi dauerhaft gegen den Abstieg spielte. Pierre-Michel Lasogga war es zu verdanken, dass die Relegation 2014 gegen Fürth (0:0/1:1) gut endete. Und es war auch Lasogga, der wenige Monate später den entscheidenden Treffer im Signal Iduna Park erzielte. Der Ex-Stürmer ist der bis heute letzte HSV-Siegtorschütze in Dortmund – und trägt den FC Schalke 04 im Herzen.

Es war eigentlich zu kitschig, um wahr zu sein. Am 18. Mai des Vorjahres bestritt Lasogga sein erstes Spiel für die Profis von S04 – und damit gleichzeitig die letzte Partie seiner Karriere. Schalke entkam am 34. Spieltag trotz einer 1:2-Pleite gegen die SV Elversberg dem Zweitliga-Abstieg, und Lasogga beendete vier Wochen später seine aktive Laufbahn. Auf dem Instagram-Account der „Knappenschmiede“ erzählte der 34-Jährige Anfang dieses Jahres: „Ich muss sagen, dass mein Debüt für die erste Mannschaft von Schalke, das zugleich das letzte Spiel meiner Karriere war, ein besonderer Moment war. Es hat mir gezeigt, dass es sich immer lohnt, an Kindheitsträume zu glauben.“

Pierre-Michel Lasogga ist nun Co-Trainer der Schalke-U23

Nachdem einer dieser Träume überraschend in Erfüllung gegangen war, wechselte Lasogga in das Trainergeschäft. Seit dem 1. Juli ist er als Assistent von Chefcoach Jakob Fimpel (36) bei Schalkes U23 tätig. Auch ein solcher Job war schon länger ein Wunsch des Ex-HSV-Profis. „Der Gedanke, dass ich im Fußball bleiben möchte, war eigentlich immer da. Mit der Zeit ist dann immer mehr die Idee gewachsen, dass ich es gerne ausprobieren würde, auf die Trainerseite zu wechseln“, erklärte Lasogga vor knapp zwei Monaten gegenüber den Klubmedien von S04. Und er betonte: „Es macht mir Riesenspaß. Ich hätte nicht gedacht, wie mir diese Art und Weise liegt. Ich freue mich, jeden Tag mit den Jungs arbeiten zu dürfen, und hoffe jetzt, meine Erfahrungen als Trainer sammeln zu können.“

Pierre-Michel Lasogga feierte im Mai 2025 sein Debüt für die Schalke-Profis. imago/Pakusch
Pierre Michel Lasogga gibt seinem Mitspielern eine taktische Anweisung
Pierre-Michel Lasogga feierte im Mai 2025 sein Debüt für die Schalke-Profis.

Nach ledigich Platz 14 in der Vorsaison steht Schalkes Zweitvertretung in diesem Jahr deutlich besser da. Derzeit rangiert die U23 auf dem dritten Platz der Regionalliga West – eine Position vor dem ärgsten Rivalen, dem BVB II. Der 3:0-Sieg gegen den FC Gütersloh vom vergangenen Samstag machte auch Lasogga happy. Der gebürtige Gladbecker ist im Trainerteam von Fimpel vor allem für die Offensivtalente zuständig und beschrieb zuletzt: „Ich versuche, viel mit den Jungs zu reden, ihnen Tipps zu geben und so gut wie möglich zu erklären. Wenn es auf dem sprachlichen Wege nicht funktioniert, bin ich ja auch noch nicht ganz so weit weg vom Fußballerischen.“ Denn vor rund zehn Monaten kickte er ja noch selbst, da plötzlich sogar noch mal in Liga zwei. „Deshalb versuche ich, den Jungs viel zu zeigen, weil es hilft, die Abläufe auf dem Platz zu sehen – zum Beispiel, wie man zum Kopfball geht.“

Lasogga traf 49-mal für den HSV und auch gegen den BVB

Beim Relegationsrückspiel in Fürth im Mai 2014 traf er per Kopf. Es war eines von insgesamt 49 Toren, die Lasogga in 138 Pflichtspielen für den HSV erzielte. Öfter netzte er für keinen Klub ein, und öfter spielte er für keinen Verein. Genug Drama gab es im Volkspark sowieso. In dem Interview erinnerte sich Lassogga: „Ich hatte viele Höhen und Tiefen in meiner Karriere – natürlich sind mir speziell die Relegationsspiele mit dem HSV in Erinnerung geblieben, da war immer sehr viel Druck auf dem Kessel.“ Auch vor der Reise nach Dortmund im Oktober 2014 war die Stimmung rund um den HSV wieder angespannt. Denn an den ersten sechs Spieltagen war noch kein einziger Sieg gelungen. Dann jedoch schob Lasogga den Ball nach einem Querpass von Nicolai Müller in das verwaiste BVB-Tor ein (35.).

Lasogga arbeitet jetzt im Trainerteam von Schalkes U23-Chefcoach Jakob Fimpel (l.). imago images/Funke Foto Services
Jakob Fimpel und Pierre-Michel Lasogga stehen auf dem Spielfeld
Lasogga arbeitet jetzt im Trainerteam von Schalkes U23-Chefcoach Jakob Fimpel (l.).

Der 1:0-Sieg diente als zwischenzeitliche Erlösung in einer Saison, die der HSV zum zweiten Mal in Folge auf dem 16. Rang beendete. Im Frühjahr 2015 gelang erneut die Rettung in der Relegation, diesmal gegen den Karlsruher SC (1:1/2:1), und wieder war Lasogga einer der Hauptprotagonisten – auch wenn er selbst ohne Tor blieb. Bis zum letztlich doch unvermeidbaren Abstieg im Jahr 2018 gastierte der HSV noch dreimal in Dortmund – verlor aber dreimal ohne eigenen Treffer (0:3 im Jahr 2016, 0:3 im Jahr 2017, 0:2 im Jahr 2018). Bei den ersten beiden Pleiten war Lasogga noch dabei, die Saison 2017/18 verbrachte er auf Leihbasis bei Leeds United – ehe er Hamburg im Sommer 2019 endgültig verließ. Lasogga wechselte nach Katar, wo er für Al-Arabi (2019 bis 2021) und für den Al-Khor SC (2021 bis 2022) kickte. 2023 kehrte er schließlich zu seinem Jugendklub Schalke (1999 bis 2006) zurück.

Emotionales Debüt für die S04-Profis vor dem Karriereende

Für die U23 lief er als Routinier selbst noch 28-mal auf und verbuchte acht Tore. Dann war er plötzlich erstmals bei den S04-Profis gefragt – in der Veltins Arena beim Zweitliga-Spiel gegen Elversberg. Es sollte vor zehn Monaten sein letzter großer Auftritt gewesen sein. „Am meisten vermisse ich es, vor 50.000 bis 60.000 Zuschauern Tore zu schießen“, sagte Lasogga zuletzt. „Das war schon eines der geilsten Gefühle, die man als Spieler so haben konnte.“ Nun, im Oktober 2014 waren es sogar 80.667 Fans, die seinen Siegtreffer in Dortmunds Fußball-Tempel sahen.

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So viele Zuschauer werden auch am Samstag (18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) ins Westfalenstadion strömen, wenn der HSV dort erstmals seit dem Abstieg zu Gast ist. Lasogga dürfte es zumindest vorm Fernseher verfolgen – und nicht nur aufgrund seiner großen Verbundenheit zu BVB-Rivale Schalke das Team von Merlin Polzin supporten.

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