Legenden trainierten ihn zuletzt: Grønbæk ist HSV-Profi – und stellt sich vor
Der dritte Winterzugang nach Southampton-Leihgabe Damion Downs und Norwegen-Keeper Sander Tangvik ist da – und hat pünktlich vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern am Samstag (18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) seinen HSV-Vertrag unterschrieben. Stade Rennes verleiht Albert Grønbæk nach Hamburg, für diesen Deal wurde die vorherige Leihe zu Serie-A-Klub Genua CFC vorzeitig beendet. Der 24-Jährige soll die Offensive stärken und dem HSV zum Klassenerhalt verhelfen. Am Samstagmorgen stellte er sich offiziell vor.
„Der HSV ist ein riesiger Verein und die Fans sind unglaublich. Ich freue mich sehr über den Wechsel. Für mich ist das eine große Chance. Ich hatte gute Gespräche mit Claus Costa und Merlin Polzin, in denen ich mir sehr gut vorstellen konnte, wie ich ins System passen würde. Ich möchte dabei helfen, viele Chancen herauszuspielen und Torbeteiligungen beizusteuern. Ich bin voller Vorfreude auf meinen Start!“, sagt Grønbæk, für den der HSV im Sommer eine Kaufoption in Höhe von rund fünf Million Euro besitzen soll, auf der Vereinswebsite.
Offiziell: HSV leiht Albert Grønbæk von Stade Rennes aus
Sportdirektor Claus Costa war gefordert, auf dem Transfermarkt nachzulegen – nicht zuletzt aufgrund der Verletzung von Alexander Røssing-Lelesiit (Syndesmosebandriss), der Suspendierung von Jean-Luc Dompé wegen Trunkenheit am Steuer sowie dem Abgang von Emir Sahiti, den es auf Leihbasis nach Tel Aviv zog. Zudem steht Immanuel Pherai, der beim 1. FC Nürnberg landen dürfte, vor dem Absprung. Und weil Downs (Wade) sowie Flügelspieler Fabio Baldé (Oberschenkel) angeschlagen sind und Ransford Königsdörffer und Rayan Philippe weiterhin in Formkrisen stecken, könnte Grønbæk sehr schnell sehr wichtig werden.

Womöglich feiert er bereits weniger als 24 Stunden nach seiner Vorstellung sein Kader-Debüt gegen die Bayern. Dagegen spricht, dass er das Abschlusstraining am Freitagvormittag verpasste, weil noch nicht alle Transfer-Formalitäten geklärt waren. Beim Anschwitzen am Samstagvormittag könnte Grønbæk dann aber erstmals mit seinen neuen Mitspielern auf dem Platz stehen. Trainer Merlin Polzin wird genauestens prüfen, wie belastungsfähig sein neuer Spieler nach eineinhalb Monaten ohne Pflichtspieleinsatz ist.
„Mit Albert bekommen wir einen vielseitig einsetzbaren Spieler, der sich vor allem im offensiven Mittelfeld wohlfühlt, zugleich aber auch auf den Halbpositionen und auf dem linken Flügel eingesetzt werden kann“, sagt Costa über den achtmaligen Nationalspieler. „Er ist ein kreativer Spieler mit hoher technischer Qualität, verfügt über einen guten Zug zum Tor und bringt gleichzeitig eine große Bereitschaft in der Arbeit gegen den Ball mit. Albert war im zurückliegenden Herbst noch Teil der dänischen A-Nationalmannschaft und ist hochmotiviert, bei uns zu alter Stärke zurückzufinden. Wir wollen ihn dabei bestmöglich unterstützen und sind von seinen Qualitäten absolut überzeugt.“
Grønbæk kennt die HSV-Profis Omari und Poulsen schon
Grønbæk kennt HSV-Kapitän Yussuf Poulsen schon aus Dänemarks A-Team und Verteidiger Warmed Omari aus der gemeinsamen Zeit bei Stade Rennes. Im vergangenen Sommer hatte Costa die Omari-Leihe mit dem Ligue-1-Klub ausgehandelt. Die guten Drähte des HSV-Managers nach Rennes dürften beim Grønbæk-Deal nun geholfen haben.
Der Rechtsfuß hat sein letztes Pflichtspiel Mitte Dezember absolviert, bei Genuas 1:2-Pleite gegen Inter Mailand kam er zwölf Minuten zum Einsatz. Der CFC wird seit Anfang November von der italienischen Legende Daniele de Rossi (42) trainiert – auch der 117-malige A-Nationalspieler hatte zuletzt aber keine Verwendung mehr für Grønbæk. Beim HSV wird er sich mit Nicolás Capaldo über seinen Ex-Coach unterhalten können: Der Argentinier spielte noch vor wenigen Jahren gemeinsam mit de Rossi für die Boca Juniors.
HSV-Zugang hatte schon de Rossi und Vieira als Trainer
Zu Beginn dieser Saison war noch eine andere Fußball-Ikone der Chefcoach von Grønbæk: der frühere französische Nationalspieler Patrick Vieira (49). Der Ex-Mittelfeldstar hatte in seiner aktiven Karriere unter anderem für den FC Arsenal, Juventus Turin und Manchester City gespielt, danach begann er seine Trainerkarriere und betreute von November 2024 bis Anfang November 2025 den Genua CFC.
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Auf Grønbæk baute Vieira allerdings nur in den ersten Wochen dieser Spielzeit, danach schmorte der Profi wochenlang auf der Bank. Weil sich Grønbæks Situation unter de Rossi nicht verbesserte, suchte er eine neue Herausforderung – und hat diese nun in der Bundesliga gefunden.
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