Kuntz-Nachfolge beim HSV: Wie heiß ist das Gerücht um BVB-Sportdirektor Kehl?
Während hinter den Kulissen die Schlammschlacht um Ex-Sportvorstand Stefan Kuntz tobt, ist der HSV-Aufsichtsrat weiterhin auf der Suche nach einem Nachfolger. Prominente Namen zählen zu den Kandidaten, am Dienstagabend wurde die Liste um einen erweitert: Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl soll das Interesse der Hamburger auf sich gezogen haben.
Der eine musste am Abend noch arbeiten, die anderen hatten überraschend frei. Während sich die HSV-Familie mit der kurzfristigen Absage des Heimspiels gegen Bayer Leverkusen abfinden musste, schwor sich Kehl zeitgleich mit den BVB-Profis im noblen Dortmunder „l’Arrivée Hotel“ auf die am Abend stattfindende Partie gegen Werder Bremen ein. Wenig später starteten die Borussen dann in Richtung Stadion. Mit Nebengeräuschen, die durchaus für Interesse bei den Westfalen gesorgt haben dürften.
Am Dienstagabend ploppten HSV-Gerüchte um Kehl auf
Sky berichtete am Dienstag zuerst von den Gerüchten um Kehl und den HSV. „Der Aufsichtsrat des Hamburger SV beschäftigt sich mit Sebastian Kehl als möglichem Nachfolger von Stefan Kuntz“, hieß es in der von Sky-Reporter Florian Plettenberg via X und Instagram geposteten Nachricht. Versehen mit dem Zusatz, dass Kehls Vertrag beim BVB bis Sommer 2027 laufe und seine Zukunft offen sei. Und: „HSV-Suche läuft in Ruhe. Verschiedene Profile werden geprüft.“

Das deckt sich mit den Informationen der MOPO. Derzeit sind die Aufsichtsräte noch dabei, einen engeren Kandidatenkreis zu erstellen, aus dem letztlich der Kuntz-Nachfolger kommen soll. Zeitdruck empfinden sie dabei nicht, so ist aus dem Gremium zu hören. Möglich, dass erst im Sommer ein neuer, starker Mann übernimmt.
Kehl war bereits Mitte 2024 beim HSV im Gespräch
Wie heiß aber ist die Nummer mit Kehl? Schon einmal wurde der Ex-Nationalspieler mit dem HSV in Verbindung gebracht, im Mai 2024 – kurz bevor dann Kuntz kam. Damals spielte der HSV noch in der 2. Liga. Für Kehl, der mit Dortmund Dauergast in der Champions League ist, wäre das ein Abstieg gewesen. Mit der HSV-Rückkehr in die Bundesliga dürfte der Reiz für ihn nun deutlich größer sein.
Ein Hauptgrund dafür dürfte die Art und Weise sein, wie beim BVB mit ihm umgegangen wird. Anfang 2024 liebäugelte Kehl mit der Beförderung zum Sport-Geschäftsführer, doch Lars Ricken erhielt den Vorzug. Mehrfach schon gab es Gerüchte um ein vorzeitiges Ende von Kehl in Dortmund. Auch weil ihm die Rolle zwischen Ricken und BVB-Boss Watzke nicht gefiel und sie ihn aufgerieben haben soll.
2002 wechselte Kehl zunächst als Profi zum BVB
Jetzt könnte sich für Kehl die Gelegenheit zu einer reizvollen Luftveränderung, verbunden mit einem guten Abgang, bieten. Denn ein harmonischer Schlussstrich wird ihm wichtig sein. Der Ur-Borusse wechselte 2002 zunächst als Profi aus Freiburg zum BVB und blieb bis zu seinem Karriereende im Sommer 2015. Seit 2018 ist er als Funktionär für die Westfalen tätig.
Denkbar, dass der HSV-Aufsichtsrat demnächst Kontakt zu Kehl aufnehmen und die Chancen auf eine Verpflichtung ausloten wird, die allerdings wohl erst nach dieser Saison realistisch wäre. Vorteil Kehl: Er kennt nicht nur die Bundesliga bestens, sondern ist durch zahlreiche Transfers und Gespräche in allen relevanten europäischen Ligen bestens vernetzt. Das könnte ihn in der Tat in eine Pole-Position beim HSV bringen.
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Spekuliert wurde zuletzt auch schon über andere spannende Namen. Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick klärt gerade mit dem Verband, wie es für ihn nach der WM im Sommer weitergeht. Der 67-Jährige wäre nach MOPO-Informationen in Bezug auf ein HSV-Interesse gesprächsbereit. Auch Ex-DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hätte dem Vernehmen nach Lust auf den HSV-Job.
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