Kovac, Chelsea, Klavier: So tickt der HSV-Neue aus Hannover
Dem Norden ist Kofi Amoako verbunden. „Ich fühle mich als typischer Hannoveraner Junge“, sagte der defensive Mittelfeldspieler Anfang Juli 2025, als er sich bei Dynamo Dresden vorstellte. Knapp elf Monate später zieht es ihn schon weiter – zum HSV. Wenn der Daumen nach dem Medizincheck nach oben geht, könnte Amoako schon am Freitag im Volkspark vorgestellt werden. Der 21-Jährige wird dank einer Ausstiegsklausel Hamburgs erster Neuer des Sommers. Einer mit einer spannenden Geschichte.
Amoakos Eltern kommen aus Ghana, sein Vater war früher selbst ein Fußballer. „Er hat aber leider nicht mehr so hoch gespielt. Er hatte sich im Finale einer U17-WM Anfang der 1990er-Jahre verletzt“, erzählte der designierte HSV-Zugang vor knapp einem Jahr. Sein Papa wurde damals operiert, „dann kam er nach Deutschland, hat es bei 96 II versucht, wurde da leider nicht angenommen“. Amoako Jr. wurde im Mai 2005 in Hannover geboren, einer seiner Jugendklubs war der TSV Fortuna Sachsenross, für den er bis 2016 spielte. Dann schaffte er, anders als sein Vater, den Sprung zu den 96ern, zumindest in deren Nachwuchs.
Kofi Amoako hat fünf Brüder – einer ist auch Fußballer
Kofi hat fünf Brüder. Davon spielt einer auf Amateurniveau Fußball, „die anderen sind nicht fit genug“, scherzte er. Der HSV freut sich auf einen warmherzigen Youngster, der meist mit einem Lächeln durchs Leben geht und offen für Neues ist. In Dresden begann er damit, das Klavierspielen zu lernen, weil ihn ruhige Musik dieser Art beim Einschlafen inspirierte. Daher reifte der Entschluss: „Das möchte ich auch mal spielen können.“ Sobald er sich den Medien in Hamburg vorstellt, wird Amoako von seinem Fortschritt berichten können.
Bei seiner Präsentation in Dresden sprach der Rechtsfuß auch über den heutigen BVB-Coach Niko Kovac, der ihm im Dezember 2023 beim VfL Wolfsburg zum Profidebüt verholfen hatte. „Er hat mir zum ersten Mal gezeigt, wie man vernünftig Fußball spielt. Genau zu wissen, wo man stehen muss, oder manche Sachen auch mal mit einem Kontakt zu lösen“, erklärte Amoako. Bei vielen fußballerischen Inhalten sei er damals „noch nicht der Vollprofi“ gewesen. Wohl auch deshalb kam er vor zweieinhalb Jahren nicht über zwei Kurzeinsätze in der Bundesliga hinaus. „Aber Niko Kovac hat schon einen Eindruck bei mir hinterlassen. Er hat auch einen Sechser aus mir gemacht.“
Es gab Interesse aus England – doch er geht zum HSV
Entweder auf dieser Position oder auf der Acht plant der HSV in der kommenden Saison mit ihm. Der physisch starke Amoako hat sich für die Perspektive in Hamburg entschieden – und gegen Angebote anderer Klubs, unter anderem soll Leeds United an ihm interessiert gewesen sein. Es ist nicht das erste Mal, dass man auf der britischen Insel auf den sechsmaligen U20-Nationalspieler des DFB aufmerksam wurde. Im März des Vorjahres soll der FC Chelsea angeblich schon ein Angebot abgegeben haben. „Mein Handy war voll von Nachrichten von Freunden“, berichtete Amoaka und beschwichtigte: „Aber das war halt nichts Konkretes von Chelsea. Ich war auf der Liste, aber noch nichts Konkretes.“
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Von Dresden geht es für Amoako nun nicht nach England, sondern zurück in den Norden der Bundesrepublik. „Für mich ist Deutschland die Heimat“, sagte der Profi, dessen Tante und Großvater noch in Ghana leben. Bis zum Sommer des vergangenen Jahres hatte er das Heimatland seiner Eltern zweimal besucht. „Das war sehr aufregend – und ganz anders als in Deutschland, etwas weniger Struktur“, schilderte er. „Trotzdem war es schön. Und es gab Heimatessen. Das Essen von Mama kann man dort einfach an der Straße kaufen.“ Jetzt soll es nicht an guten Nahrungsmitteln scheitern, dass sich Amoako auch in Hamburg pudelwohl fühlen wird.