Kommt ein Welt- und Europameister zum HSV? So heiß ist die Nummer mit Kabar
Von Urlaub kann für die HSV-Entscheidungsträger keine Rede mehr sein. Zu sehr brennen gleich mehrere anstehende Entscheidungen unter den Nägeln, Sportvorstand Stefan Kuntz und Sportdirektor Claus Costa haben alle Hände voll zu tun. Zumindest ein neuer Stürmer soll im Januar kommen, zudem will sich der HSV im Idealfall auf der linken Abwehrseite verstärken. Dortmunds Talent Almugera Kabar (19), der 2023 mit der deutschen U17 Welt- und Europameister wurde, ist einer der Kandidaten. Noch aber gibt es auf dem Weg zu einem möglichen Transfer mehrere Unwägbarkeiten.
Eigentlich ist die Position hinten links beim HSV vergeben – und fest in Schweizer Hand. Miro Muheim (27) gehört zu den wenigen unangefochtenen Stammspielern des Aufsteigers und ist auch in dieser Saison einer der Leistungsträger. Das Problem: Fällt der sechsfache Nationalspieler aus, haben die Hamburger direkt ein Problem. Denn es mangelt an einem adäquaten Backup.
Dem HSV mangelt es an Alternativen zu Muheim
Noah Katterbach (24) ist beim HSV so gut wie chancenlos, soll und will den Verein im Winter verlassen. Aboubaka Soumahoro (20), der Muheim im Pokal gegen Kiel vertrat, ist keine Idealbesetzung für die linke Außenseite. William Mikelbrencis (21), beim HSV auch schon hinten links im Einsatz, kommt rechts deutlich besser zurecht. Weitere Alternativen gibt der Kader eigentlich nicht her. Sollte Muheim also mal längerfristig ausfallen, käme das einer kleinen sportlichen Katastrophe gleich.

Kabar zählt zu den Kandidaten, die das Problem beheben könnten. Die „Bild“ berichtete am Dienstag zuerst über das Interesse der Hamburger an dem Talent, das bei den BVB-Profis unter Trainer Niko Kovac schlechte Karten hat. In der Vorsaison absolvierte der gebürtige Bremer noch fünf Bundesligapartien, in dieser Serie blieb er bislang jedoch ohne jeden Einsatz. Stattdessen absolvierte er zehn Partien für die U23 der Borussen in der Regionalliga West.
Kabar fühlt sich vom Interesse des HSV geschmeichelt
Schnappt sich der HSV das BVB-Talent? Tatsächlich erachtet Kabar das Interesse der Hamburger als überaus reizvoll. Ein Wechsel zum HSV, so ist aus seinem Umfeld zu hören, sei trotz mehrerer anderer Anfragen absolut denkbar. Allerdings soll es nach MOPO-Informationen noch nicht zu einer direkten Kontaktaufnahme zwischen Trainer Merlin Polzin und dem Spieler gekommen sein. Die ist von Kabars Seite aus erst für den Fall geplant, wenn sich die Gespräche intensivieren würden. Derzeit aber ist der HSV noch einer von mehreren Interessenten, wenn auch ein aussichtsreicher. Bereits im Sommer wurde er heiß umworben und hätte u.a. zur zweiten Mannschaft des FC Barcelona wechseln können, entschied sich aber dagegen.
Interessant: Ein Leihwechsel kommt für Kabar wohl nicht in Frage, der 1,86 Meter große und wuchtige Defensivmann tendiert klar zu einem festen Abgang vom BVB. Genau das könnte einer der Knackpunkte in den Verhandlungen mit dem HSV sein, denn Kabars Marktwert wird laut transfermarkt.de auf drei Millionen Euro taxiert. Mindestens zwei Millionen Euro müsste der HSV wohl auf den Tisch legen. Viel Geld für einen Spieler, der zunächst nicht erste Wahl wäre. Auch deshalb prüft der HSV parallel weitere Optionen.
Der HSV startet am 2. Januar in die Winter-Vorbereitung
Die Nummer mit Kabar würde sich ohnehin noch eine Weile ziehen. Eine kurzfristige Entscheidung bis zum HSV-Trainingsstart am kommenden Freitag (2.1.) wird von allen Seiten ausgeschlossen. Bereits am 10. Januar steht das erste Bundesligaspiel des Jahres in Freiburg an (15.30 Uhr, Liveticker auf mopo.de).
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Unter Hochdruck arbeiten die HSV-Bosse derweil auch weiterhin am Durchbruch in Bezug auf die Stürmersuche. Bei Damion Downs (21/Southampton) gab es in den vergangenen Tagen keine Bewegung, im Kampf um den US-Nationalstürmer gilt der HSV eher als Außenseiter. Zudem gab es Gerüchte, der HSV sei an Braunschweigs Christian Conteh interessiert. Da aber ist nach MOPO-Informationen nichts dran. Dem 26-Jährigen liegen zwar zwei konkrete Anfragen aus der Bundesliga vor, nicht aber vom HSV.
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