Kommentar: Warum sich der HSV keine höheren Ziele stecken kann
Schon die gerade zu Ende gegangene Saison hat gezeigt, wie schnell es gehen kann. Nach dem starken Start in die Rückrunde, einer Serie an ungeschlagenen Spielen und starken Leistungen wie gegen Bayern München schielte so mancher HSV-Fan schon Richtung Platz acht und neun. Zu dem Zeitpunkt war die Hoffnung da, dass ein solcher Rang für Europa reichen könnte. Dann folgte eine Ergebnis- und Leistungsdelle und die Abstiegsangst feierte im Volkspark ihre Rückkehr.
Es wäre vermessen zu glauben, der HSV könnte sich schon in seinem zweiten Erstliga-Jahr nach zuvor sieben Saisons im Unterhaus höhere Ziele setzen als den Klassenerhalt – auch wenn der Erfolgsanspruch tief in der Klub-DNA verankert ist. Auch in der kommenden Spielzeit wird es ausschließlich darum gehen, drei Klubs hinter sich zu lassen.
HSV hat noch zu großen Rückstand in der Bundesliga
Zu groß ist noch die Lücke zu den Mittelfeldteams der Liga wie Mainz, Augsburg und Union Berlin. Nicht, weil der HSV sportlich nicht mithalten kann, sondern weil diese Teams strukturell und wirtschaftlich einen Vorsprung haben, die jeweiligen Kader über Jahre aufgebaut und verbessert wurden. Mainz und Augsburg haben gezeigt, wie sie nach schwachem Start beinahe leichtfüßig nach dem Trainerwechsel ihre Punkte gesammelt haben.
Der HSV war diese Saison wettbewerbsfähig, hat teilweise nicht nur mitgespielt, sondern auch überzeugt. Das ist eine großartige Leistung. Aber das Endergebnis hat auch ganz viel damit zu tun, wie gut die Mannschaft in der Spitze besetzt war. Mit Luka Vuskovic und nicht unwahrscheinlich Fábio Vieira verlassen die beiden besten Spieler den Klub. Zwei Spieler des obersten Bundesliga-Regals, außerordentliche Qualität für einen Aufsteiger wie den HSV.
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Ein Vuskovic ist nicht zu ersetzen und dieselbe Qualität wie Vieira zu bekommen, bedarf schon eines weiteres Coups auf dem Transfermarkt. Auch deshalb sollten die Erwartungen des Umfelds demütige sein. Mit Schalke und Elversberg kommen zwei Aufsteiger dazu, die der HSV hinter sich lassen muss, mit Paderborn vielleicht ein Dritter. Und dann? Die Rothosen müssen sich strecken, um über dem Strich zu stehen.