Kommentar: Warum der HSV mit Mikelbrencis verlängern sollte

William Mikelbrencis bindet sich im HSV-Training seine Schuhe
Der HSV-Vertrag von William Mikelbrencis läuft in diesem Sommer aus.

William Mikelbrencis spaltet die HSV-Gemüter. Gegen Hoffenheim war er an beiden TSG-Toren beteiligt, wirkte defensiv mehrfach orientierungslos. Aber wissen Sie, wer nach Fábio Vieira (fünf) und neben Miro Muheim (auch vier) die zweitmeisten HSV-Assists hat? Der Franzose, der alle vier in der Rückrunde verbuchte! Vorne vermehrt hui, hinten zu oft pfui – das könnte die simple Rechnung bei Mikelbrencis sein. Doch die Wahrheit ist auf vielen Ebenen komplex.

Da wäre der Poker um seine Zukunft. Der HSV ist gut beraten, den endenden Vertrag zu verlängern. Ja, blickt man nur auf die vielen Tore, die der 22-Jährige mitverschuldet hat, darf man konträrer Meinung sein. Aber die Bosse haben zu Recht kein Interesse daran, einen Profi ablösefrei zu verlieren, der einst 700.000 Euro kostete und nun drei Millionen Euro wert ist – der zu oft patzt, aber Potenzial hat. Claus Costa glaubt an dieses. Und selbst wenn der Manager im Sommer einen neuen A-Rechtsverteidiger holt, was er tun sollte, ist es clever, Mikelbrencis vorher einen neuen Kontrakt anzubieten.

HSV würde ablösefreier Mikelbrencis-Abgang schmerzen

Für den HSV geht es hier um die Sicherung des Marktwerts. Costas Challenge: Er muss dem Profi eine Perspektive aufzeigen, warum sollte Mikelbrencis sonst bleiben wollen? Ihn würde ein ablösefreier Abgang kaum schmerzen – den HSV schon. Costa muss wirtschaftlich denken, kann Mikelbrencis sportlich aber nichts vorgaukeln. Dass auf den Außenbahnen Qualität fehlt und nachgelegt werden muss, ist offensichtlich.

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Deshalb befindet sich auch Merlin Polzin im Balanceakt. Man darf ihn für seine Startelf kritisieren. Er selbst gab zu, zuletzt auch falsche Entscheidungen gefällt zu haben. Nach Miro Muheims Verletzung war es aber die schlüssigste Variante, Mikelbrencis von rechts nach links zu schieben, dahin, wo er gegen die Bayern performt hatte. Dass es diesmal schiefging, lag an Mikelbrencis selbst, hat seinen Ursprung aber in der Kaderplanung für diese Position.

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Damit muss Polzin klarkommen. Er muss dem Spieler die Fehler abtrainieren, will ihn mangels vieler Optionen zugleich stärken. Noah Katterbach ist für Polzin keine ernsthafte Alternative. Auch diese Personalie polarisiert. Katterbach wird aber gehen. Bei Mikelbrencis geht es um die Zukunft – und darum, stets alle Ansichten zu bedenken.