Kommentar: Warum der HSV dieses Mal wirklich aufsteigen wird
Sie kennen ihn sicher auch. Diesen einen nervigen Arbeitskollegen, der nicht müde wird zu erzählen, warum es auch diesmal nichts wird mit dem HSV und dem Aufstieg. War nämlich immer so, sagt er. Das ist das einzige, eher plumpe Argument, mehr kommt da nicht – und jeder Versuch, ihn mit fundierten Erklärungen vom Gegenteil zu überzeugen, ist zum Scheitern verurteilt. Sie haben es halt immer vergeigt. Selbst damals, vor zwei Jahren, als in Sandhausen nur noch Sekunden fehlten und Tausende HSV-Fans voreilig den Aufstieg bejubelten. Vermutlich auch Ihr Kollege, fragen Sie ihn mal.
Aber alles hat ja mal ein Ende. Sogar jeder Albtraum, oder sind Sie mal aus irgendeinem nicht aufgewacht? Zugegeben, der des HSV dauert schon bedenklich lange. Seit Sommer 2019, als erstmals der große Wurf kurz vorm Saisonende verspielt wurde. Merlin Polzin und seiner Mannschaft obliegt es nun, den eingeleiteten Weckruf zu vollenden. Und so heftig der jüngste Rückschlag gegen Braunschweig auch war: Bislang fanden die Profis nach Enttäuschungen immer postwendend eine überzeugende Antwort.
Dieses Jahr spricht nichts gegen den HSV-Aufstieg
Tatsächlich gibt es rein logisch betrachtet weiterhin nichts, was gegen den HSV-Aufstieg spricht. Nie stand der Verein zu diesem Zeitpunkt der Saison so gut da oder hatte einen größeren Vorsprung. Sehr häufig traten die Profis in diesem Kalenderjahr auch wie eine Top-Mannschaft auf, genau das ist der große Unterschied zu all den Vorjahren. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Niemals zuvor überbot sich die Aufstiegs-Konkurrenz allwöchentlich darin, zu unterstreichen, dass sie bei Weitem nicht so stark ist wie zwischenzeitlich angenommen. Die Ansicht, es handele sich um die beste Zweite Liga aller Zeiten, ist nichts anderes als eine Mär.
Vielleicht behält ja diesmal also tatsächlich dieser andere Kollege recht, den Sie ganz sicher auch von der Arbeit kennen. Der Ihnen seit sieben Jahren erzählt, warum der HSV jetzt aber ganz sicher aufsteigen wird, ohne Wenn und Aber. Nur eine Bitte: Jubeln Sie nicht zu früh. Sicher ist sicher. Nicht auszuschließen, dass die Drama-Queen HSV auch diesmal noch den einen oder anderen Schlenker in petto hat.