Kommentar: HSV-Trainer Polzin hat einen neuen Vertrag verdient

Merlin Polzin im Training des HSV
Nach dem Aufstieg führte Trainer Merlin Polzin den HSV nun auch noch zum Klassenerhalt in der Bundesliga.

Wie schnelllebig der Fußball ist, war in den vergangenen Tagen mal wieder eindrucksvoll zu beobachten. Ein Sieg bei der von einem obskur anmutenden Trainer gecoachten Eintracht aus Frankfurt hat ausgereicht, dass sich der Wind beim HSV um 180 Grad gedreht hat. Nach dem Klassenerhalt hat sich jetzt vor allem einer eine Vertragsverlängerung verdient: Trainer Merlin Polzin.

Abzulesen ist die Schnelllebigkeit beim HSV auch am Beispiel von Albert Grønbæk. War die Suche nach Befürwortern einer Verpflichtung des Dänen vor zwei Wochen noch so aussichtslos wie die nach deutschen Wal-Experten, wirkt es nun so, als sei es alternativlos, die 24-jährige Leihgabe dauerhaft unter Vertrag zu nehmen.

HSV-Trainer Polzin hat starke Argumente gesammelt

Bei Philip Otele hatte es sich in den Wochen zuvor ähnlich verhalten. Zwischen unverzichtbar und überflüssig gab es kaum Grautöne. Die Verantwortlichen tun gut daran, ihre Entscheidungen nicht von einzelnen Spielen abhängig zu machen, sondern Entwicklungen zu beobachten, wenn sie Vertragsbeschlüsse treffen. Otele und Grønbæk haben ebenso wie William Mikelbrencis oder Ransford Königsdörffer Argumente für beide Lager geliefert. Die Entscheidung, welche Spieler in Hamburg bleiben sollen, wird daher ganz maßgeblich von den finanziellen Eckdaten abhängen.

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Eindeutiger dürfte die Diskussion um die Verlängerung eines anderen Vertrages ausfallen. Die Rede ist vom Arbeitspapier von Trainer Merlin Polzin. Das läuft zwar noch bis 2027. Dennoch sind die Argumente, die Polzin in dieser Saison für eine langfristigere Beschäftigung geliefert hat, so stark, dass der Vorstand kaum umhinkommen wird, früh in Gespräche einzusteigen. Natürlich hat Polzin Fehler in dieser Saison gemacht – und doch ist die Weiterentwicklung des 35-jährigen Bramfelders und seines Trainerteams herausragend.

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Polzin hat es geschafft, Spieler zu verbessern (siehe Nicolai Remberg oder Nicolás Capaldo). Er wird auch von Stars wie Luka Vuskovic oder Fábio Vieira geschätzt und setzt mit seinem Assistenten Loic Favé auf kreative Trainingsformen. Er lässt sich nicht zu stark von äußeren Strömungen beeinflussen, ist gleichwohl offen für neue Ideen und schaut sich von Vorbildern wie dem imponierenden Vincent Kompany Dinge ab. Hinzu kommt, dass Polzin mit seinem sympathischen und demütigen Auftreten dem HSV wieder ein freundliches Gesicht gegeben hat. Und das ist neben dem Klassenerhalt vielleicht das größte Verdienst eines Hamburgers, der in seinem Job seinen Traum lebt. Er tut das nicht perfekt, aber doch so gut, dass diese Geschichte im schnelllebigen Fußballgeschäft viele weitere Kapitel verdient.