HSV

Kommentar: HSV-Chefkoch Costa hat bewiesen, was er kann – den Zweiflern zum Trotz

Claus Costa steht im weißen T-Shirt vor Zuschauern in der Sportclub Arena in Verl.
Claus Costa hat in dieser Transferperiode abgeliefert.

MOPO-Redakteur Jan-Hendrik Schmidt attestiert dem Sportdirektor des HSV eine sehr gute Transferperiode. 

Dieser Transfer-Schlussspurt hatte es in sich. Während die Bosse auf Fábio Vieiras Verpflichtung lange hinarbeiteten, zauberte Sportdirektor Claus Costa im Wechsel-Finale noch zwei weitere Verstärkungen aus dem Hut und bestätigte damit, was er im vergangenen Sommer bereits andeutete. Auch wenn die sportliche Wirkung dieser Transferperiode erst noch ermittelt werden muss, hat der 42-Jährige es seinen Kritikern gezeigt. 

Für Costa waren es stressige Tage. Nicht unwahrscheinlich, dass es noch ein bisschen so bleibt. Schließlich kann in andere Ligen noch gewechselt werden. Doch der Aufwand war es wert – erneut. Wie vor einem Jahr hat der Sportdirektor den HSV kurz vor Ablauf der Transferfrist noch einmal signifikant verstärkt. Vor zwölf Monaten kamen auf Leihbasis Vieira und Luka Vuskovic, dazu Albert Sambi Lokonga. Alle waren absolute Leistungsträger. 

Costa hat zehn HSV-Deals eingetütet

Nun scheint Costa das Kunststück wiederholt zu haben. Vieira war der Sehnsuchtsspieler der Fans. Er kam dem Vernehmen nach für nur neun Millionen Euro vom englischen Meister FC Arsenal. Dazu die feste Verpflichtung von Zakaria El Ouahdi, einem vielversprechenden rechten Schienenspieler, und der Leih-Deal mit David Møller Wolfe, der mit Kaufoption aus Wolverhampton kam.

Davor waren die kostengünstigen Zugänge Sebastiaan Bornauw, Martin Adeline, Patson Daka, Bilal Nadir, Terem Moffi sowie Kofi Amoako schon vielversprechende Deals. Wie wertvoll zudem die feste Verpflichtung von Albert Grønbæk war, zeigten bereits die ersten Wochen der Saison.

Costa wird unter Fans zum Internet-Hit 

Nicht umsonst wird Costa von vielen HSV-Fans im Netz gefeiert. Ein User kommentierte die Vieira-Rückkehr bei Instagram mit der Frage, ob er seinem Kind auch den Doppelvornamen Claus Costa geben dürfe. Zahlreiche Memes machten die Runde. Immer wieder taucht Costa dabei als Koch auf. In der Jugendsprache wird das Wort „kochen“ verwendet, um auszudrücken, dass jemand etwas besonders gut macht und liefert. Das hat er. 

Und dennoch wird Costa von einigen Fans auch kritisch gesehen. Im Winter floppten die Leihen von Damion Downs und Philip Otele. Grønbæk kam nach gesundheitlichen Problemen erst spät ins Rollen. Zudem wird Costa fanseitig unterstellt, die Deals des vergangenen Sommers nicht selbst eingetütet zu haben. Vielmehr sollen diese nur zustande gekommen seien, weil der ehemalige Sportvorstand Stefan Kuntz sie verantwortet haben soll.

Nun hat Costa gezeigt, wie viel Costa vor einem Jahr schon in den Verstärkungen steckte, und sich damit endgültig emanzipiert. Das Sommer-Transferfenster scheint ihm dabei zu liegen. Jeder weiß, wie schwer der Markt im Winter ist. Nicht ausgeschlossen, dass es im nächsten Januar gar nicht so viel Korrektur geben muss, wenn die neuen Spieler allesamt einschlagen.

Kommentare öffnen