Kommentar: Grønbæk-Transfer ist für den HSV nicht frei von Risiken
Ende März hätte wohl kaum ein Fan darauf gewettet, dass der HSV den direkt verletzten Albert Grønbæk im Sommer fest verpflichten würde. Nun kommt es anders. Aus Hamburg fließen etwa 4,7 Millionen Euro nach Rennes. Der Däne bekommt seinen Willen und hat sich das selbst verdient: Er benötigte nur 495 Spielminuten, um die Bosse sportlich zu überzeugen. In der Kabine und menschlich hinterließ er ohnehin zügig Eindruck. Dennoch ist der Transfer nicht frei von Risiken.
Der Kaufpreis ist ein stolzer. So viel Geld wie jetzt für Grønbæk nahm der HSV seit 2017 und Kyriakos Papadopoulos (kam für 6,5 Millionen Euro aus Leverkusen) nicht für einen einzigen Transfer in die Hand. Es ist Claus Costas Verhandlungsgeschick zuzuschreiben, dass deutlich weniger fällig wird als laut Kaufoption (5,5 Millionen Euro) vorgesehen war. Das ist grundsätzlich ein guter, wenn nicht sehr guter Deal bei einem A-Nationalspieler, der Rennes vor zwei Jahren noch 15 Millionen Euro wert war. Der krasse Preisabsturz binnen 24 Monaten hat jedoch Gründe.
HSV-Profi Grønbæk: Nur 36 Spiele in zwei Jahren
Auch wegen mehrerer Blessuren kam der Profi in den vergangenen zwei Saisons nur 36-mal zum Einsatz. 18-mal in Frankreich. Fünfmal in England (Southampton). Sechsmal in Italien (Genua). Und siebenmal in der Bundesliga. Die positive Sichtweise ist diese: Ohne dessen Verletzungsakte hätte der HSV Grønbæk wohl schon im Winter nicht erhalten. Die negative: Jetzt kauft er das Risiko eines neuen gesundheitlichen Rückschlags in Zukunft quasi mit ein.
Es ist völlig legitim, dieses Risiko einzugehen bei einem Spieler, der 25 ist und im Wert wieder steigen kann. Zumal dann, wenn es dem HSV wirtschaftlich gutgeht. Zudem kann Grønbæk zwei Positions-Baustellen zugleich schließen. Er ist Zehner, glänzte aber auch links als Miro Muheims Backup. Kurz: ein smartes Investment – in einen, der keine Anlaufzeit mehr braucht. Aber …
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Der Quervergleich hinkt, nennen darf man ihn trotzdem: Der HSV wusste im Vorjahr auch um Yussuf Poulsens Wehwehchen-Historie, kaufte ihn jedoch. Der Ausgang ist bekannt. Der Fall des 31-Jährigen ist ein gänzlich anderer, klar, er zeigt aber, dass auf den ersten Blick sinnvolle Deals immer auch schiefgehen können. Der Fußball wird eben von hinten erzählt. So wird es nun auch bei Grønbæk sein.