Kommentar: Gratulation zum ersten Matchball, HSV!
Der Frust war groß. Verständlicherweise. Nachdem der HSV vor knapp zwei Wochen in Dortmund eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben hatte, schrien Teile der Fans Zeter und Mordio. Unzufriedenheit machte sich breit. Von einem Abwärtstrend war und ist die Rede. Doch es gibt ein einfaches Rezept gegen die Unruhe: den Blick auf die Tabelle. Ein Kommentar von MOPO-Sportchef Frederik Ahrens.
Ja, der HSV musste im März eine Leistungsdelle verzeichnen. Aber das ist erstens bei einem Aufsteiger völlig normal und zweitens hat der HSV es vor allem geschafft, die Spiele gegen die direkte Konkurrenz zu gewinnen (Wolfsburg) oder zumindest nicht zu verlieren (Köln). Das ist dem Team von Trainer Merlin Polzin übrigens seit dem im November in Augsburg verlorenen Hinspiel gegen alle Keller-Konkurrenten gelungen.
HSV hat gegen Augsburg den ersten Matchball
Das sah nicht immer schön und zum Beispiel im Derby bei St. Pauli auch mal ziemlich gruselig aus, ist aber eine Qualität. Der Lohn: Platz zwölf und sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Ganz ehrlich, wer hätte als HSV-Fan da vor Saisonbeginn nicht eingeschlagen?
Das anstehende Heimspiel gegen Augsburg wird damit schon am 28. Spieltag zum ersten Matchball-Spiel – auch wenn das im Verein natürlich niemand hören will. Tatsächlich aber ist die Wahrscheinlichkeit enorm groß, dass der HSV nur noch einen Sieg (und vielleicht ein oder zwei Unentschieden) braucht, um die Klasse zu halten.
Ergo gibt es gegen die bayerischen Schwaben viel zu gewinnen und wenig zu verlieren. Diese Lockerheit, von der viele Fans (noch) weit entfernt scheinen, darf die Mannschaft beflügeln.
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Dem Trainerteam gebührt dabei schon jetzt das größte Lob. Polzin und sein Assistent und taktisches Mastermind Loic Favé sind zwar nicht frei von Fehlern, die Weiterentwicklung der Mannschaft geht aber auf ihre Kappen. Mit 35 und 33 Jahren ist es eine Kunst, sich einerseits nicht von aufkommendem Gegenwind beirren und von dem eigenen Weg abbringen zu lassen, andererseits aber sinnvolle, äußere Einflüsse in einem gewissen Maße zuzulassen. Sie haben auf diese Art ein stabiles Gebilde geschaffen. Dass es noch einstürzt, ist schwer vorstellbar.