HSV

Kommentar: Es ist okay, wenn die Fan-Augen bei diesen HSV-Transfers tränen

Robert Glatzel, Davie Selke, Jean-Luc Dompé und Ludovit Reis (v.l.) – die Aufstiegshelden von vor einem Jahr sind jetzt (fast) alle weg.

Nur ein Aufstiegsheld von 2025 bleibt sicher beim HSV, noch mehr könnten gehen. Tränende Fan-Augen sind da erlaubt. Ein Kommentar.

Das Trainerteam um Merlin Polzin und die Transferchefs um Claus Costa handelten vor einem Jahr knallhart. Einige Aufstiegshelden wie Davie Selke oder Sebastian Schonlau, die am liebsten geblieben wären, mussten gehen, im Winter flüchteten dann auch noch Jonas Meffert und Emir Sahiti. Heute muss man sagen: Die Kaderplanung ohne Rücksicht auf Erfolge in der 2. Liga ist aufgegangen. Und die Erinnerungen an die Zeiten im Unterhaus dürften bald noch mehr verblassen.

Von den 16 HSV-Profis, die am 10. Mai 2025 gegen Ulm zum Einsatz kamen, sind jetzt nur noch sieben da – beziehungsweise sechs, denn Robert Glatzel steht ja vor dem Absprung nach Wolfsburg. Endgültig sicher ist lediglich der Verbleib eines einzigen Helden von damals: Torwart Daniel Heuer Fernandes verlängerte kürzlich seinen Vertrag.

Fan-Lieblinge von 2025 verabschieden sich vom HSV

Doch ansonsten? Ransford Königsdörffer, William Mikelbrencis und Lukasz Poreba sind schon weg, sie zählten nie zu den größten Fan-Lieblingen. Für den scheidenden Glatzel sowie Jean-Luc Dompé galt das sehr wohl – und neben dem Franzosen ist nun auch Eigengewächs Fabio Baldé, der beim Aufstiegsspiel als Joker kam, einer der Verkaufskandidaten. Auch Daniel Elfadli denkt an eine Luftveränderung. Was in diesem Sommer mit WM-Fahrer Miro Muheim passiert, dessen Kontrakt in zwölf Monaten endet, ist ebenso unklar. Und bei Otto Stange ist eine Leihe derzeit nicht final auszuschließen.

Es sind Namen von Spielern, die vor einem Jahr emotional auf dem Rathausbalkon feierten – und die bald alle nicht mehr das HSV-Trikot tragen könnten. Dass das manchen Fans auf das Gemüt drückt, ist nur verständlich. Klar, sie sind in erster Linie Anhänger des Vereins, nicht einzelner Profis, aber es waren eben Leader wie Glatzel, die in den vergangenen Jahren dafür sorgten, dass die Identifikation mit dem HSV von außen wieder so stark anwuchs.

Gerade in Zeiten, in denen es bei einem Turnier in Nordamerika um Einreisebeschränkungen, irrsinnige Ticketpreise und Machtkämpfe geht, sollte Platz für Fußball-Romantik da sein. Die HSV-Bosse dürfen sich bei Kaderentscheidungen nicht von der Frage leiten lassen: Aufstiegsheld, ja oder nein? Das Geschäft bleibt knallhart, zu Recht. Dass tränende Fan-Augen die Folge sein können, ist allerdings verständlich. Der 10. Mai 2025 lässt grüßen.

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