Kommentar: Der HSV hat ein Qualitäts-Problem
In Stuttgart wurde es deutlich, für das Nordderby in Bremen sind die Befürchtungen wieder groß. Fehlen dem HSV seine Topspieler, wird es qualitativ dünn auf dem Rasen. Das ist jetzt erst einmal nichts Außerordentliches, wenn Profis wie Luka Vuskovic und Albert Sambi Lokonga fehlen. Gemeinsam mit Fábio Vieira gehören die beiden zum obersten Regal des HSV. Doch es macht die Rothosen eben auch schnell zu einer Mannschaft, die im ligaweiten Vergleich weit unten anzusiedeln ist.
Das soll keine Kritik an der Kaderplanung sein. Im Gegenteil: Die Mannschaft kurz vor Ende des Sommertransferfensters noch einmal so zu verstärken, war ein Coup, der den HSV erst wirklich bundesligatauglich hat werden lassen. Doch die mitunter sehr guten Spiele wie gegen den FC Bayern (2:2) haben vielleicht den Eindruck entstehen lassen, dieser Aufsteiger könne weiter oben stehen, hätte schon mehr Abstand nach unten haben müssen.
HSV-Spiel in Stuttgart zeigt: Kader ist sehr ungleich
Wie heterogen der Kader des HSV ist, wurde in Stuttgart mehr als deutlich. Zwischen der Spitze und den Spielern auf den Positionen zehn bis 15 klafft eine Riesenlücke. Eine, die andere Klubs rund um den HSV in der Form nicht haben. Da fehlt dann eher der Ausreißer nach oben oder wie in Gladbach irgendetwas anderes.
Hinter der Top-Kategorie Vuskovic, Sambi Lokonga und Vieira kommen gute Bundesliga-Spieler wie Daniel Heuer Fernandes, Nicolai Remberg, Miro Muheim und Nicolás Capaldo – mit Abstrichen Jordan Torunarigha. Auch beim Fehlen von Remberg, Muheim und Capaldo war der Impact auf die HSV-Qualität ersichtlich. In der Gruppe dahinter kommen dann einige Profis, die an guten Tagen mithalten, aber an mittelmäßigen sofort abfallen können.
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Der HSV geht bislang überwiegend sorgenfrei durch die Saison, weil ihn seine Topleute tragen und Trainer Merlin Polzin seine Mannschaft defensiv so stabil hat werden lassen, dass es schwer ist, gegen sie zu gewinnen. Es würde dem Umfeld sicherlich gut tun, das anzuerkennen und die Mannschaft in den verbleibenden Spielen über die Ziellinie zu tragen. Ist das geschafft, liegt es an den Bossen, den Kader fürs zweite Jahr etwas homogener zu gestalten. Das oberste Regal wird vermutlich dann ausgedünnt sein.