Kommentar: Der HSV braucht einen klaren Schlussstrich, keine schmutzige Scheidung

Michael Mutzel und Jonas Boldt
Arbeiteten lange gut und vertrauensvoll zusammen. Mittlerweile aber geht nichts mehr zwischen Sportdirektor Michael Mutzel (l.) und Sportvorstand Jonas Boldt.

Es waren Aussagen, die sich für Michael Mutzel auch nach vier Tagen noch wie Peitschenhiebe auf der Seele anfühlen müssen. Der Sportdirektor war von seinem Vorgesetzten Jonas Boldt in einer Form degradiert worden, die man so selten erlebt hat im Profifußball.

Während man andernorts auch bei Trennungen im Unfrieden bemüht ist, geschassten Mitarbeitern öffentlich nur die besten Worte mit auf den Weg zu geben, war es Boldt ein Bedürfnis, mit Mutzel abzurechnen, ihm Führungsqualitäten abzusprechen und ihm den Stempel eines Quertreibers auf die Stirn zu heften, der das Vertrauen von Mannschaft, Trainerteam und Sportvorstand verspielt habe.

Jonas Boldt muss extrem enttäuscht von Michael Mutzel sein

Wer so handelt wie Boldt, der muss extrem enttäuscht von einem seiner wichtigsten Mitarbeiter sein. Ob zu Recht oder zu Unrecht, darüber gibt es natürlich unterschiedliche Auffassungen. Klar aber ist, dass es sauberer gewesen wäre, einen Schlussstrich zu ziehen.

Boldt hätte durch das klare Vertrauen der Fans und die Legitimation des Aufsichtsrats die Möglichkeit gehabt, Mutzel zu entlassen, ohne ihn zu beschädigen. Nun wartet er offenbar darauf, dass der zur „lahmen Ente“ mutierte Sportchef von sich aus die Kündigung einreicht, was günstig für den Verein wäre.

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Ein längeres Festhalten an der aktuellen Konstellation, in der sich die handelnden Personen derart feindselig gegenüberstehen, ist nicht denkbar und wäre letztlich auch Gift für den HSV.

Es waren Aussagen, die sich für Michael Mutzel auch nach vier Tagen noch wie Peitschenhiebe auf der Seele anfühlen müssen. Der Sportdirektor war von seinem Vorgesetzten Jonas Boldt in einer Form degradiert worden, die man so selten erlebt hat im Profifußball.