Kommentar: Baumgart muss jetzt die Vorlage der HSV-Bosse verwandeln
Der Job ist erledigt. Theoretisch könnten zwar HSV-Profis, die kaum Aussicht auf Spielpraxis haben, zum Beispiel noch in die Schweiz, nach Griechenland oder in die Türkei wechseln, wo die Transferfenster erst am 9., 11. beziehungsweise 13. September schließen. Die Wahrscheinlichkeit auf solche Deals wird vereinsintern aber eher als gering eingeschätzt. Entsprechend steht der Kader, den Sportvorstand Stefan Kuntz und Sportdirektor Claus Costa natürlich in Absprache mit Trainer Steffen Baumgart geformt haben. Und die Einschätzung, dass dieser Kader gut genug ist, um damit in die Bundesliga aufzusteigen, ist weder abwegig noch überraschend.
Beim Blick auf die nackten Zahlen muss sich der HSV hinter niemandem verstecken. Nur der 1. FC Köln mag vielleicht ein noch etwas stärker einzuschätzendes Aufgebot haben. Der Haken an der Sache: Die Voraussetzungen für den Aufstieg waren auch in den vergangenen sechs Jahren immer gegeben. Das Scheitern war nie eine Frage der Kader-Qualität.
HSV-Trainer Baumgart ist jetzt als Kommunikator gefragt
Die starke Vorlage der Bosse zu verwandeln, die bereit waren, gut zwei Millionen Euro mehr auf dem Transfermarkt auszugeben, als der HSV durch den Abgang von László Benes, den man zum Schnäppchenpreis ziehen lassen musste, einnehmen konnte, das ist nun die Aufgabe von Ex-Stürmer Baumgart. Der 52-Jährige muss dabei vor allem seine vermeintlich größte Stärke ausspielen und als Kommunikator so gut funktionieren, dass sich alle Kader-Spieler hinter dem großen Ziel vereinen.
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Natürlich wird es lange Gesichter geben, wenn Spieler der Kategorie Selke, Reis oder Jatta erfahren, dass sie nicht in der Startelf stehen sollten. Baumgart aber wird durch zahlreiche Gespräche verhindern müssen, dass negative Energie in die Mannschaft strömt, die den Erfolg gefährdet. Denn nur wenn der Weg andersherum beschritten wird, nur wenn die Spieler, die auf der Bank oder der Tribüne Platz nehmen müssen, ihre Situation annehmen, um daraus zusätzliche Motivation zu ziehen, sich weiter zu verbessern, dann wird der HSV das Potenzial, das im Kader steckt, in Gänze ausschöpfen können – und am Ende tatsächlich aufsteigen.