Kommen noch sieben Neue? So sieht der Transfer-Plan des HSV aus

Daniel Elfadli und Jordan Torunarigha lachen
Daniel Elfadli (l.) und Jordan Torunarigha könnten das neue Abwehr-Duo beim HSV bilden.

Die übergeordnete Frage zum Kader konnte Merlin Polzin leicht beantworten: „Da ändert sich auf jeden Fall noch was.“ Der Coach hätte auch hervorheben können: Es wird sich vieles tun. Denn auch wenn zum Start vier Neue dabei waren, bleiben viele Fragezeichen. Der HSV muss und wird handeln – fast überall. Kommen noch sieben Neue? So sieht der Transfer-Plan des Aufsteigers aus.

Dass übermäßiger Ehrgeiz auch mal nach hinten losgehen kann, erfuhr kürzlich Otto Stange. Weil der 18-Jährige während des Urlaubs wohl etwas zu intensiv schuftete, um sich für den harten Konkurrenzkampf in einem Bundesliga-Team zu rüsten, hatte er beim Trainingsauftakt am Mittwoch nur eine Nebenrolle inne. Muskuläre Probleme. Erlitten in der Sommerpause. Also erst einmal nur Individualtraining.

Die HSV-Bosse müssen erst einmal Spieler verkaufen

Die Hauptwiese nebenan war dennoch gut gefüllt – obwohl die Nationalspieler Miro Muheim und Immanuel Pherai genauso fehlten wie Davie Selke, Adam Karabec und Dennis Hadzikadunic, die seit Dienstag offiziell keinen HSV-Kontrakt mehr haben. Das wiederum können andere, die eigentlich gehen sollen, von sich behaupten – etwa Guilherme Ramos. Der Portugiese hat trotz Vertrags bis 2026 keine Zukunft im Volkspark, wird in der grafischen Übersicht des aktuellen Aufgebots im 4-3-3-System (siehe unten) daher nicht mit aufgeführt.

Das gilt zudem für Lucas Perrin (künftig Sporting Gijón) und Nicolas Oliveira (wechselte zu Jahn Regensburg), für den ausgebooteten Levin Öztunali und für ein Nachwuchs-Duo mit Profiverträgen: Joel Agyekum und Bilal Yalcinkaya.

Die möglichen Aufstellungen des HSV im Überblick
Diese Optionen bieten sich Trainer Merlin Polzin – Stand 3. Juli.

Deutlich wird: Die HSV-Bosse wollen zwar noch viel kaufen, bis zu sieben Zugänge dürften nach den bisher vier (Nicolai Remberg, Jordan Torunarigha, Fernando Dickes und Rayan Philippe) noch kommen – vor allem allerdings müssen sie erst mal verkaufen, um Platz zu schaffen für die fraglos erforderlichen Verstärkungen.

Guilherme Ramos verfolgt Nicolai Remberg
Nicolai Remberg (r.) ist neu, Guilherme Ramos soll den HSV noch verlassen.

Die offensiven Außenbahnen sind mit dem Transfer Philippes, der vornehmlich rechts offensiv eingeplant ist, nominell gut besetzt, für die Linksverteidigung mit Miro Muheim und Noah Katterbach gilt das auch qualitativ. Ansonsten gibt es auf jeder Position Fragezeichen, teils mehrere. Ein Beispiel: das HSV-Tor. Sollte Matheo Raab gehen, dieser Wunsch wird ihm zurzeit nachgesagt, müsste ein gleichwertiger Ersatz als Nummer zwei hinter Daniel Heuer Fernandes her.

Der HSV will unter anderem einen Rechtsverteidiger holen

Die Transferchefs um Stefan Kuntz behandelten die Planstelle hinten rechts zunächst nicht als Priorität, weil William Mikelbrencis (bis 2026) und Silvan Hefti (2028) bestehende Verträge haben. Nach MOPO-Informationen herrscht im Trainerteam aber mittlerweile klar die Überzeugung, dass ein neuer Rechtsverteidiger hermuss. Ein neuer Stammspieler für die Abwehrmitte ist mit Jordan Torunarigha bereits da, doch bei allem Talent von Aboubaka Soumahoro muss noch einer kommen – wenn nicht sogar zwei, wenn Daniel Elfadli ins defensive Mittelfeld vorrückt, oder wenn hinter Sebastian Schonlaus HSV-Verbleib wieder ein größeres Fragezeichen stehen sollte.

Wird Elfadli wieder zum Mittelfeldspieler, dürfte Lukasz Poreba verstärkt über eine Veränderung nachdenken, zumal außer Jonas Meffert auch Remberg auf der Sechs spielen kann. Weiter vorne im Zentrum herrscht nach dem Abgang von Ludovit Reis gar akuter Handlungsbedarf – unabhängig von Anssi Suhonens Zukunft. Wird Karabec entgegen der aktuellen Tendenz verpflichtet, müsste trotzdem ein weiterer spielstarker Zehner her. Dafür war Immanuel Pherai schon in der 2. Liga zu inkonstant.

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Und ganz vorne? Da hat Ransford Königsdörffer derzeit die Nase gegenüber Robert Glatzel vorn. Um den Luxus eines starken Trios wie dem mit Selke in der Vorsaison wiederherzustellen, soll noch ein Neuer kommen. Der könnte Yussuf Poulsen heißen. Mit dem 31-jährigen Leipziger steht der HSV in Kontakt.