Kein Startelf-Novum beim HSV: Polzin lehnt Abwehr-Idee ab
Am Dienstagnachmittag wurde gesungen auf dem Trainingsplatz des HSV – für Geburtstagskind Luka Vuskovic. Der jetzt 19-Jährige musste anschließend durch ein Spalier und kassierte Rückenklatscher, lächelte dabei aber. Am Sonntagabend (19.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) gegen RB Leipzig darf er dann wieder das machen, was ihm am meisten Freude bereitet: aktiv an einem Fußballspiel mitzuwirken. Vuskovic steht Merlin Polzin nach seiner in Mainz (1:1) abgessenen Gelbsperre wieder zur Verfügung. Die Rückkehr des Kroaten wird aber nicht mit einem Startelf-Novum einergehen.
Zuletzt hatte Polzin in drei aufeinanderfolgenden Partien auf drei unterschiedliche Verteidiger verzichten müssen. Das 2:0 in Heidenheim verpasste Nicolás Capaldo aufgrund seiner fünften Gelben Karte. Vor dem 3:2 gegen Union Berlin musste sich Warmed Omari kurzfristig angeschlagen abmelden. Und am Freitag in Mainz fehlte Vuskovic. Nun aber ist die personelle Dezimierung in der Abwehr vorbei, und es fragt sich: Wie stellt der Trainer gegen Leipzig auf?
Vuskovic, Capaldo, Omari – alle HSV-Verteidiger spielfähig
Es gilt als sicher, dass Vuskovic als Abwehrchef in die Anfangsformation zurückkehrt. Diesen Job hatte Jordan Torunarigha in Mainz mit Bravour gemeistert, und weil der 28-Jährige seit Wochen im Aufwind ist und stabil verteidigt, wird er seinen Platz in der Dreierkette auch nicht verlieren – sondern wohl auf die halblinke Seite, seine angestammte Position, zurückkehren. Dort hatte am Freitagabend Capaldo ausgeholfen – und nun? Eine Option: Capaldo beginnt wieder halbrechts und Omari müsste zurück auf die Bank. Der Franzose legte in Mainz wacklig los, fing sich aber, und Polzin gilt grundsätzlich als großer Fan des zuletzt fest verpflichteten Profis.

Deshalb könnte in der Theorie nun eine andere Option in den Vordergrund rücken, die Polzin aufgrund der langen Verletzung von Omari bisher noch nicht konkret in Erwägung gezogen hatte. Um niemanden aus dem besagten Quartett aus der Startelf nehmen und enttäuschen zu müssen, könnte der Coach seinen Vizekapitän Capaldo eine Position nach vorne verschieben. Dann würde der unter Polzin gesetzte Argentinier auf der rechte Schiene beginnen – also dort, wo Bakery Jatta sich zuletzt festgespielt hatte. Es ist eine Position, die Capaldo grundsätzlich kennt, schon bei seinem Ex-Klub RB Salzburg agierte er bisweilen als (offensiver) Rechtsverteidiger.
HSV-Leader Capaldo beginnt nicht auf der rechten Schiene
Aufgrund seines großen Offensivdrangs im Ballbesitz wäre diese Capaldo-Rolle auch beim HSV vorstellbar. Der 27-Jährige treibt das Leder immer wieder mutig nach vorne, sucht je nach Spielsituation die Tiefe und taucht auch mal im gegnerischen Strafraum auf – wie bei seinem ersten HSV-Tor gegen Union. Da war Jatta der Assistgeber. Polzin sieht bei der Torgefährlichkeit seiner rechten Schienenspieler, zu denen auch Giorgi Gocholeishvili und William Mikelbrencis zählen, zwar weiterhin Verbesserungspotenzial. Am Dienstagnachmittag deutete er aber an, dass er Capaldo nicht als Lösung für dieses Problem sieht.

„Das Ziel ist, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind. Und wir werden sicherlich keine Experimente machen, um irgendwas auszuprobieren, damit alle glücklich sind und irgendwie auf dem Platz stehen – sondern es soll der Mannschaft helfen“, erklärte Polzin, der grundsätzlich weiß: „Capi (Capaldo; d. Red.) hat sowohl im Zentrum als auch in der Innenverteidigung gute Leistungen gebracht, in Salzburg aber beispielweise auch auf der rechten Seite gespielt. Es wäre für ihn jetzt keine neue Position.“ Dennoch zieht Polzin diese Alternative nicht ernsthaft in Erwägung.
Polzin-Plan: Sambi Lokonga gegen Leipzig wieder im Kader
„Es geht für mich nicht darum, irgendetwas umzubauen oder umzubasteln“, stellte der 35-Jährige klar. „Das wäre ein Experiment aufgrund der Tatsache, weil wir den 24. Spieltag haben und Capi es bisher noch nicht gespielt hat.“ Capaldo als rechter Schienenspieler wäre in der Tat eine Premiere in dieser Saison, denn bisher wurde der Allrounder vor allem in der Abwehr-Dreierkette gebraucht. Und dort will Polzin wohl auch weiterhin nicht auf den Sommer-Neuzugang verzichten: „Capi ist ein wichtiger Spieler in unserem Führungsspielerkreis, er hat sehr häufig die Binde getragen und die neue Position unfassbar gut angenommen.“ Das soll er auch gegen Leipzig wieder tun.
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Derweil verkündete Polzin, dass Albert Sambi Lokonga am Sonntag erstmals nach seinem Außenbandriss wieder im Kader stehen soll. Am Dienstag trainierte der Belgier individuell mit Yussuf Poulsen, soll sein Pensum aber in den kommenden Tagen steigern und ins Teamtraining zurückkehren. „Wir wollen ihn unbedingt wieder eingesetzt bekommen“, sagt Polzin, der Sambi Lokonga für das Leipzig-Spiel zwar noch nicht wieder als Startelf-Option betrachtet. „Aber das Ziel ist, dass er dabei ist.“ Und im Rahmen der danach folgenden englischen Woche mit dem Nachholspiel gegen Leverkusen (4. März) und der Partie in Wolfsburg (7. März) wird der Mittelfeldmann dann auch wieder für die Anfangsformation infrage kommen. „Auf jeden Fall, ja“, bestätigte Polzin. „Das ist das Ziel.“
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