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Kein Torwart-Machtwort beim HSV – aber Tangvik rückt in den Fokus

Sander Tangvik im roten HSV-Trikot trainiert im adidas Home Ground in Herzogenaurach mit Ball und Handschuhen.
Sander Tangvik beim HSV-Training in Herzogenaurach

Sander Tangvik darf sich im Testspiel gegen Lille zeigen. Daniel Heuer Fernandes ist eigentlich die klare Nummer eins. Wie HSV-Trainer Merlin Polzin das Duell sieht.

Den Anspruch, bei Pflichtspielen im Tor zu stehen, haben sowohl Daniel Heuer Fernandes als auch Sander Tangvik. Das verwundert nicht bei so ambitionierten und ehrgeizigen Keepern wie dem Deutsch-Portugiesen (33) und dem zehn Jahre jüngeren Norweger (23). Am ersten Bundesliga-Spieltag in Dortmund (29. August) kann aber natürlich nur einer von ihnen in der HSV-Startelf stehen. Nachdem sich der Herausforderer, Tangvik, zuletzt selbstbewusst positioniert hatte, gibt es von Merlin Polzin im Herzogenaurach-Camp noch kein Machtwort.

„Es ist überhaupt nicht der Zeitpunkt, irgendwelche Themen aufzumachen“, sagt der Cheftrainer zur Torwartfrage beim HSV. Einerseits kann man diese Aussage so deuten, dass Polzin nicht am Status von Heuer Fernandes als klarer Nummer eins rütteln möchte. Andererseits ist zu erahnen, dass es ihm aktuell noch zu früh ist, eine deutliche Antwort auszusprechen, weil sich Tangvik erst seit rund einer Woche wieder im Training befindet.

Polzin: Tangvik soll im HSV-Test gegen Lille spielen

Der WM-Fahrer war noch im Urlaub, als der HSV in Dänemark und Österreich war und gegen Rapid Wien (2:3) und den 1. FC Heidenheim (3:1) testete. Nach der Rückkehr des Teams nach Hamburg stieg Tangvik in der vergangenen Woche wieder ein und sagte, dass im Duell mit Heuer Fernandes „noch nichts entschieden“ sei. Dann wurde er aber durch eine Erkrankung ausgebremst und blieb gegen Everton (1:2) ohne Einsatz. Heuer Fernandes spielte durch, leistete sich vor dem zweiten Gegentor einen folgenschweren Fehlpass, hielt allerdings gut.

Sander Tangvik und Trainer Merlin Polzin auf dem Rasen im adidas Home Ground in Herzogenaurach.
Merlin Polzin suchte am Dienstag den Austausch mit HSV-Torwart Sander Tangvik (l.).

An diesem Samstag (15 Uhr, Liveticker auf MOPO.de), wenn gegen OSC Lille über dreimal 45 Minuten gespielt wird, soll Tangvik eine Chance von Beginn an erhalten. „Das ist der Plan, so habe ich es mit ihm besprochen“, sagt Polzin, der nach dem Vormittagstraining am Dienstag das Gespräch mit der bisherigen Nummer zwei suchte. Tangvik ist wieder gesund, zog das Torwartprogramm in Herzogenaurach bislang voll mit und soll gegen Lille 90 Minuten spielen. Die restliche Spielzeit wird entweder Heuer Fernandes oder ein Nachwuchskeeper erhalten.

HSV-Keeper Heuer Fernandes hat einen Vorsprung

Polzin will die Spielminuten im weiteren Verlauf der Vorbereitung verteilen, „damit sich Sander im HSV-Dress präsentieren darf“. Bisher stand der Winter-Zugang erst einmal im Hamburger Tor – am letzten Spieltag der Vorsaison in Leverkusen (1:1). Da belohnten die Coaches ihn für seine Trainingsleistung. Was der Plan für die neue Saison ist, ist noch nicht final entschieden.

Heuer Fernandes, Daniel Sander Tangvik und Torwarttrainer Sven Höh beim HSV-Training in Hamburg.
Daniel Heuer Fernandes (l.) und Sander Tangvik arbeiten wieder gemeinsam unter der Anleitung von Torwarttrainer Sven Höh (r.).

„Intern sind wir immer klar und hart mit den Jungs, aber ich bespreche erst mit ihnen, wie der Stand ist“, sagt Polzin und ordnet ein: „Sander hat jetzt erst den zweiten Tag hintereinander trainiert. Letzte Woche war er nur kurz da, bevor er wieder krank war. Da gibt es jetzt noch kein öffentliches Statement.“ Es bleibt also auch noch offen, ob Tangvik womöglich der DFB-Pokal-Keeper werden wird. Am 24. August gastiert der HSV im Cup bei Drittligist SC Verl. Neun Tage zuvor wartet die Generalprobe in Toulouse – der Torwart für diesen Test steht noch nicht fest.

Klar ist, dass Heuer Fernandes nicht an Wertschätzung einbüßt und nach einem starken ersten Bundesliga-Jahr mit dem HSV die Favoritenrolle innehat. „Ferro ist ein wichtiger Ansprechpartner für mich über die vergangenen Jahre“, sagt Polzin, der den Routinier deshalb auch vorab über die Freistellung von Jean-Luc Dompé informierte. Die exakte Besetzung der Führungsspieler-Gruppe, der Leadership-Group, ist laut Polzin „noch nicht definiert“. Der Coach verweist auf die noch geplanten Transfers: „Wir haben ja noch ein bisschen was, was passiert – hoffentlich zeitnah.“ Bis zum Torwart-Machtwort dauert es auch nicht mehr lange.

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