Kann Labbadia mit dem HSV aufsteigen? Ex-Kapitän hat eine klare Meinung
Im Vordergrund soll beim HSV an diesem Wochenende das Liga-Spiel in Karlsruhe stehen. Das ist nicht einfach. Denn parallel zu dem Auftritt am Sonntag im Wildpark wird im Hintergrund vor allem weiter über die Trainersuche in Hamburg gesprochen. Die heißeste Spur führt aktuell zu Bruno Labbadia. Die MOPO hat darüber mit David Jarolim gesprochen. Der Tscheche kennt Labbadia und vor allem auch den HSV bestens.
Wird der 58-Jährige zum dritten Mal HSV-Trainer? Kann er endlich für die Rückkehr in die Bundesliga sorgen? Erste Gespräche zwischen Sportvorstand Stefan Kuntz und Labbadia hat es bereits gegeben. Weitere sollen folgen. Grundsätzlich kann sich der ehemalige Top-Stürmer die Aufgabe gut vorstellen. Entschieden ist jedoch noch nichts. Das passiert womöglich in der kommenden Woche.
Jarolim machte für den HSV 344 Spiele
Als TV-Experte ist Jarolim aktuell in seiner tschechischen Heimat für die Bundesliga und Europa-Cup-Spiele im Einsatz. Doch auch die Zweite Liga verfolgt der 45-Jährige immer wieder intensiv. Das liegt vor allem auch am HSV, wo er lange Zeit Kapitän war und insgesamt zwischen 2003 und 2012 bei 344 Pflichtspielen auf dem Platz stand.
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Dass es in Hamburg gerade mal wieder zu einer Trainerentlassung gekommen ist, bezeichnet Jarolim als schade und traurig. „Baumgart hat in Köln und Paderborn sehr erfolgreich gearbeitet. Ich fand ihn immer sympathisch“, erzählt der ehemalige tschechische Nationalspieler, der das vorzeitige Baumgart-Aus beim HSV nun aber trotzdem komplett nachvollziehen konnte. „Es hat leider nicht geklappt. Die letzten Spiele waren sehr enttäuschend. Auch gegen Schalke fand ich schon die erste Halbzeit nicht gut. Ich glaube, dass mehr Qualität im Kader steckt, als zuletzt auf dem Platz zu sehen war.“
Jarolim hätte Labbadia beim HSV 2010 nicht entlassen
Könnte Labbadia den HSV wieder zurück in die Erfolgsspur bringen? „Ich traue ihm das zu“, meint Jarolim, der in Hamburg selbst einst unter Labbadia gespielt hat. In der Saison 2009/2010 ging es gemeinsam bis in das Halbfinale der Europa League. Nach einem 0:0 im Hinspiel gegen Fulham und einer 1:5-Niederlage in Hoffenheim wurde Labbadia damals kurz vor dem Halbfinal-Rückspiel entlassen. „Das war eine Katastrophe. Ich war damals gegen diese Entscheidung“, erinnert sich der ehemalige HSV-Kapitän.
Auch an Labbadias zweiter Amtszeit in Hamburg war Jarolim zumindest indirekt beteiligt. Als der Tscheche im März 2015 sein Abschiedsspiel im Volksparkstadion machte, lud er unter anderem Labbadia als Trainer ein. Wenig später übernahm dieser dann erneut den Job als Chefcoach beim HSV und rettete die Hamburger vor dem Abstieg. „Jaro“ hatte damals im Volkspark den Tipp gegeben, doch wieder auf Labbadia zu setzen.
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Gibt es nun bald ein drittes Labbadia-Kapitel im Volkspark? Jarolim würde sich freuen. „Bruno kennt den Verein. Und er hatte hier schon zwei Mal Erfolg. Das kann er wieder schaffen“, erzählt der ehemalige Mittelfeldspieler, der mittlerweile selbst die UEFA-Pro-Lizenz als Trainer besitzt. Dass Labbadia seine letzte sehr unglückliche und erfolglose Trainerstation in Stuttgart negativ nachhängt und bei vielen Leuten auch für Zweifel sorgt, kann Jarolim nur bedingt verstehen. Er gehört auf jeden Fall nicht zu den Zweiflern. Und gut einschätzen kann Jarolim den HSV und Labbadia ganz sicher.