Kader-Krimi um HSV-Topspieler: Darum fehlte Vieira in der Startelf
Die Vereinsmediziner probierten alles, um ihn doch noch fit zu bekommen. Die Bemühungen haben sich zumindest teilweise ausgezahlt: Der HSV musste beim brisanten 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg am Samstag nicht komplett auf Techniker Fábio Vieira verzichten. Der gesundheitlich angeschlagene Portugiese saß aber zunächst auf der Bank.
Als die HSV-Profis am frühen Samstagnachmittag aus dem Mannschaftsbus stiegen und in die Volkswagen Arena marschierten, war Vieira nicht dabei – aber: Er stieg um kurz nach 14 Uhr an der Seite von Sportdirektor Claus Costa aus einem Begleitfahrzeug und verschwand dann in den Katakomben. Es wirkte, als ob der HSV den kränkelnden Vieira vorsichtshalber isolieren will, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Tatsächlich hatte die Leihgabe des FC Arsenal bei der Abfahrt aus dem Volkspark in Richtung Wolfsburg am Freitagnachmittag gefehlt. Vieira musste das Abschlusstraining sausen lassen und kam am Tag vor dem Spiel gar nicht in den Volkspark.
Fábio Vieira gegen den VfL Wolfsburg auf der HSV-Bank
Beim HSV hoffte man da schon, dass Vieira womöglich nachreisen könnte. Mit Erfolg: Die Genesung des 25-Jährigen schritt über Nacht zumindest so weit voran, dass er Teil des Aufgebots war. Er musste die Partie aber zunächst von der Seitenlinie aus verfolgen. Viere gehörte erstmals in 2026 nicht Hamburgs Startelf an. Zuletzt hatte er kurz vor Weihnachten gegen Frankfurt (1:1) nicht begonnen, danach aber in allen bisher neun Pflichtspielen des neuen Jahres. Nummer zehn blieb aus – worauf Coach Merlin Polzin gerne verzichtet hätte.

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Vieira war vor dem Gastspiel in der Volkswagen Arena an vier der vorherigen neun HSV-Tore direkt beteiligt, in Mainz (1:1) und gegen RB Leipzig (1:2) war er als einziger Hamburger erfolgreich. Beim 0:1 gegen Leverkusen am Mittwochabend blieb er wie die meisten seiner Kollegen blass. Nach der Pleite musste er sich wegen einer Erkrankung abmelden, die ihn zu einer kurzen Pause zwang. Doch er schaffte es auf den letzten Drücker doch noch in den Kader und traf seine Mitspieler vor dem Duell mit Wolfsburg in der Kabine. Die letzte Partie, die der damals gelb-rot-gesperrte Mittelfeldprofi verpasste, war die gegen den BVB Anfang November (1:1).
HSV-Rückkehrer Albert Sambi Lokonga in der Startelf
Für Polzin ergab sich trotz des Bankplatzes für Vieira die positive Situation, dass Albert Sambi Lokonga nach seinem Außenbandriss wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Im Verlauf der englischen Woche kam der Belgier zunächst zweimal als Joker, seine Startelfrückehr hatte Polzin sowieso stets für das Wolfsburg-Spiel im Blick. Angesichts dieses Comebacks hätte der Coach die Frage beantworten müssen, wie er die Leistungsträger Sambi Lokonga, Nicolai Remberg und Vieira gleichzeitig in der Anfangsformation unterbringen soll. Letzterer wäre vermutlich eine Position weiter nach vorne auf die Zehn oder in den halbrechten Offensivraum gerückt.
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Doch diese Frage erübrigte sich nun. Viera fehlte in der ersten Elf, stattdessen bildeten Remberg und Sambi Lokonga das HSV-Duo im Zentrum. So sah die komplette Formation aus: Heuer Fernandes – Elfadli, Vuskovic, Torunarigha – Mikelbrencis, Remberg, Sambi Lokonga, Muheim – Otele, Königsdörffer, Dompé
Polzin tauschte im Vergleich zum Leverkusen-Spiel sechsmal durch. Die Position von Warmed Omari in der Abwehr-Dreierkette übernahm Jordan Torunarigha, der nicht mehr gesperrte Miro Muheim war ebenfalls zurück – dafür rückte Giorgi Gocholeishvili auf die Bank. Auf der rechten Schienenspieler-Position stand William Mikelbrencis anstelle des verletzten Bakery Jatta auf dem Platz. Vieira (kam in der 67. Minute noch ins Spiel) wurde, wie beschrieben, von Sambi Lokonga vertreten. Vorne links ersetzte der spätere Siegtorschütze Jean-Luc Dompé den formschwachen Rayan Philippe, auf der anderen Seite erhielt Rückkehrer Philip Otele das Vertrauen – und verdrängte damit Damion Downs aus der Startelf. Statt dem US-Amerikaner begann Ransford Königsdörffer in der zentralen Spitze.
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