„Jeder hat gegen ihn geschossen“: HSV-Profis jubeln mit schweigendem Königsdörffer
Der HSV-Sieg in Heidenheim, er war auch ein Verdienst von Ransford Königsdörffer. Erneut durfte der in dieser Saison häufig so glücklose Stürmer von Beginn an ran – beim 2:0-Sieg in der Voith-Arena zahlte er das Vertrauen von Trainer Merlin Polzin mit einem Tor zurück – seinem zweiten in dieser Spielzeit. Während Königsdörffer nach dem umjubelten ersten Auswärtsdreier der Saison abermals schwieg, sprachen dafür seine Kollegen – und das in höchsten Tönen.
Schon einmal hatte Königsdörffer einen solchen Moment in dieser Spielzeit. Nach andauernder Kritik, überwiegend in den sozialen Medien, traf er zum späten 1:1 gegen Dortmund, als er damals erstmals nur als Joker in die Partie kam. Demonstrativ jubelte er mit Finger auf dem Mund. Alle HSV-Kollegen kamen, um mit ihm zu feiern. So ausgelassen war der Jubel nach seinem Treffer zum 1:0 in Heidenheim zwar nicht, dennoch dürfte es erneut erleichternd für den Stürmer gewesen sein.
Muheim: „Ich bin extrem glücklich für ihn“
Mit seinen Fingern zeigte er auf seinen Namen auf dem Trikot: Königsdörffer. Sein Treffer war nicht minder wichtig, leitete er doch den Erfolg in Heidenheim ein. Glückwünsche gab es schon im Spiel direkt. Miro Muheim war der erste, der bei ihm war. „Ich bin extrem glücklich für ihn, dass es heute geklappt hat. Ich bin mir sicher, dass es jetzt auch in den nächsten Spielen noch ein paar weitere Tore von ihm geben wird“, sagte der Schweizer, der für den gesperrten Nicolás Capaldo die Kapitänsbinde trug: „Ich meine, es ist klar für den Stürmer – die wollen und müssen treffen, um ihr Selbstvertrauen zu gewinnen. Deshalb bin ich sehr froh, dass er heute sein Tor machen konnte.“

Ein weiterer Gratulant nach dem Tor kurz vor der Halbzeit war Nicolai Remberg. Auch der schwärmte, sah sich sogar bestätigt: „Eins gegen eins, Ransi auf dem linken Fuß – im Training haut er den mit Links auch immer genau so ins Eck. Ich habe ihm auch vorher gesagt: Der hat so einen guten Linken. Der muss einfach links schießen. Dann nagelt er den so rein. Das ist einfach geil. Freut mich richtig.“
Remberg lobt Königsdörffers Einstellung
Der Abräumer des HSV, der so häufig die richtigen Worte findet, ging auch in Sachen Königsdörffer noch einmal in die Tiefe und stellte klar, dass die Kritik am Stürmer oft nicht gerechtfertigt sei. „Ich glaube, das muss ich hier nicht erklären. Das weiß jeder, dass jeder gegen ihn geschossen hat“, sagte Remberg auf die Frage, was Königsdörffer denn abbekommen habe. „Ich hätte manchmal gedacht, er hängt ein bisschen durch. Aber überhaupt nicht. Da ziehe ich den Hut vor. Auch in der Kabine, auf dem Platz, im Training“, lobte der Sechser den Umgang seines Kollegen mit der vielen Kritik.
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Königsdörffer selbst wollte nach dem Sieg nicht reden. Das überließ er den Kollegen. „Er ist immer gut in der Tiefe da gewesen, immer in den Zwischenräumen präsent gewesen. Das Tor macht er einfach gut, sehr konsequent, mit dem Linken, und dass er einen guten Schuss hat, das sehe ich jeden Tag im Training“, lobte auch Torwart Daniel Heuer Fernandes, der sich nicht sicher gewesen sei, „ob ihn die letzten Wochen wirklich irgendwie getriggert haben“.
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Wenn die Antwort dann solche schönen und vor allem wichtigen Tore sind, wird wohl niemand etwas dagegen haben, wenn ihn der raue Gegenwind mehr anspornt als runterzieht.
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