Yussuf Poulsen im Duell mit Willi Orbán

Yussuf Poulsen traf im Oktober erstmals auf seine Ex-RB-Kollegen um Willi Orbán (r.). Foto: imago images/Jan Huebner

„Ist noch schöner“: So ein Duell hatte HSV-Kapitän Poulsen noch nie

kommentar icon
arrow down

Das frühere Kindheitsalter mal ausgeklammert, hat Yussuf Poulsen in seiner Karriere schon gegen 115 Vereine gespielt. So sagt es zumindest die entsprechende Übersicht von transfermarkt.de aus. Um auf RB Leipzig als Gegner zu stoßen, muss man sich aber bis ans Ende dieser Zusammenschau klicken. Dort taucht er dann auf, der Dosenklub aus Sachsen, den Poulsen im Juli verließ und auf den er im Oktober erstmals in einem anderen Trikot traf. So ein Duell hatte der HSV-Kapitän noch nie erlebt. Und ein genauso spezielles wartet am Sonntag.

Wenn RB dann ab 19.30 Uhr in Hamburg gastiert (Liveticker bei MOPO.de), wird Poulsen zum ersten Mal in einer Heimspielstätte gegen seinen Herzensverein antreten. Anders formuliert: Am Sonntagabend steigt klubübergreifend seine erste Heimpartie gegen Leipzig überhaupt, und das als Profi des HSV. Diese Besonderheit verhehlt er nicht.

Poulsen trifft erstmals in einem Heimspiel auf RB Leipzig

Als Poulsen nach dem 1:1 in Mainz am Freitag schon auf das kommende Bundesliga-Duell angesprochen wurde, entgegnete er zunächst zwar generell: „Ich freue mich auf jedes Spiel, speziell im Volksparkstadion.“ Dann schob er am Sky-Mikro aber hinterher: „Wenn es gegen Leipzig geht, ist es noch schöner.“ Weil es der Verein ist, für den er zwölf Jahre lang spielte, in dessen Trikot er 425 Pflichtspieleinsätze verbuchte, bei dem er mit Torwart Péter Gulácsi und Co. noch immer viele Freunde hat und von dem er vor dem Hinspiel im Oktober offiziell verabschiedet wurde. Nach der 1:2-Pleite seines neuen Klubs schritt er mit seinen beiden Töchtern vor die RB-Fans und bedankte sich.

Yussuf Poulsen wurde im Oktober von den RB-Bossen um Oliver Mintzlaff (2.v.l.) verabschiedet. imago images/Jan Huebner
Yussuf Poulsen neben den RB-Leipzig-Bossen
Yussuf Poulsen wurde im Oktober von den RB-Bossen um Oliver Mintzlaff (2.v.l.) verabschiedet.

„Das sind so Tage, die in Erinnerung bleiben“, wurde Poulsen, dem eine XL-Choreo gewidmet wurde, emotional. „Wenn meine Karriere zu Ende ist, will ich auf solche Momente blicken wie das Spiel heute.“ Zumal es lange als unklar galt, ob der Stürmer in der Red Bull Arena würde spielen können, weil er zu Saisonbeginn bereits die zweite Blessur als HSV-Profi erlitten hatte. In Leipzig feierte er sein Comeback, später folgte ein kleiner Muskelfaserriss (im November) und eine härtere Sprunggelenksverletzung, die ihn von Mitte Dezember bis Anfang Februar ausbremste.

HSV-Stürmer „wieder topfit“ – und bereit für die Startelf?

Vor dem erneuten Aufeinandertreffen mit der Mannschaft von Coach Ole Werner ist Poulsen aber wieder fit, der 18-Minuten-Rückkehr gegen Union Berlin (3:2) folgte in Mainz ein weiterer Joker-Einsatz über 25 Minuten (exklusive Nachspielzeit). Hinterher betonte der 31-Jährige, dass es ihm viel bedeute, nach der erneuten Verletzung nun „wieder topfit zu sein“. Das Remis gegen die 05er hätte gezeigt, wie viele „intensive Meter“ er in rund einer halben Stunde schon wieder zurücklegen könne. Obendrein warf er sich in sechs Luftzweikämpfe, von denen er vier für sich entschied. Und er sammelte als Einwechselspieler 14 Ballkontakte – drei mehr als beim HSV-Hinspiel gegen RB.

Das könnte Sie auch interessieren: „Ein fantastischer Spieler“: Der HSV kämpft um den Verbleib von Fábio Vieira

Am Wochenende, wenn es wieder gegen seinen ehemaligen Klub geht, wird Poulsen sein erst sechstes Heimspiel als Hamburger Profi bestreiten. Ob er schon wieder für die Startelf infrage kommt, muss Chefcoach Merlin Polzin in dieser Woche beantworten. In dieser Saison hatte der Angreifer erst einmal begonnen, beim 1:1 gegen den Borussia Dortmund, als er vor der Schlussphase erschöpft ausgewechselt wurde. Seinen bisher einzigen Jubel hatte er im Nordderby gegen Werder Bremen, das er mit seinem Debüttor für den HSV sogar entschied. Sein zweiter Treffer mit der Raute auf der Brust steht seither noch aus. Es würde aber irgendwie zu seiner bisher von persönlichen Tiefen geprägten Zeit im Volkspark passen, wenn dieses am Sonntagabend in den Statistiken erscheint.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test