„Interessiert mich nicht“: HSV-Chefs starten Schutz-Offensive
Sie reden die Lage nicht einfach nur schön, sondern legen bisweilen den Finger in die Wunde. „Wir bekommen zu viele Elfmeter und Rote Karten gegen uns“, kritisierte Eric Huwer am Sonntag. Zwei Tage später ergänzte Claus Costa zur Flut an Platzverweisen: „Das ist ein Thema, das uns nicht gefällt.“ Intern, das versichern die beiden HSV-Chefs, werden die sportlichen Mängel der vergangenen Wochen klar angesprochen. Störende Einflüsse von außen aber wehren Huwer und Costa vor dem Saisonfinale gezielt ab.
Nachdem der Alleinvorstand am Tag nach der 1:3-Nordderbypleite versichert hatte, dass er im Volkspark „keine Nervosität“ wahrnehme, bezog auch der Sportdirektor zum Auftakt in die neue Trainingswoche dementsprechend Stellung. „Wir sprechen kritisch miteinander, sind aber trotzdem alle voll auf Schiene und voller Zuversicht“, betonte Costa. Es habe 48 Stunden gebraucht, um das bittere Ergebnis von Bremen „aus den Kleidern zu schütteln – aber jetzt liegt der Fokus voll auf Hoffenheim“.
HSV-Boss Costa: „Unser Fokus liegt auf Samstagabend“
Am Samstag (18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) kommt die TSG in den Volkspark. Für den HSV geht es darum, den Fünf-Punkte-Vorsprung auf Platz 16 zu bewahren und nicht zum neunten Mal in zehn Partien sieglos zu bleiben. Wobei Costa klarstellte, dass die Formtabelle für den HSV keinerlei Rolle spiele: „Mich interessieren nicht die Trends oder mit welchen Ergebnissen wir in die Sommerpause gehen. Mir geht’s darum, dass wir das nächste Spiel gewinnen, dass wir als Aufsteiger in dieser unfassbar schwierigen und ausgeglichenen Bundesliga den Klassenerhalt schaffen.“

Das Erreichen des Saisonziels bleibt trotz der jüngsten Rückschläge und trotz des schwierigen Restprogramms das realistischste HSV-Szenario. Zumal sich einige der Kellerkonkurrenten im Endspurt noch direkt duellieren und somit gegenseitig die Punkte wegnehmen werden. „Ich bin aber gar nicht so sehr im Thema, was die anderen machen“, sagte Costa. „Unser Fokus liegt auf Samstagabend, 18.30 Uhr, auf dem Topspiel, auf der Atmosphäre – und dann bin ich zuversichtlich, dass wir da etwas Zählbares mitnehmen.“ Bestenfalls in dreifacher Form.
Der HSV setzt im Saisonfinale auf Geschlossenheit
Ein Heimdreier gegen Hoffenheim wäre der erste Sieg für den HSV seit dem 2:1 in Wolfsburg am 7. März. Damals sprangen die Hamburger auf Rang zehn, standen aber wie auch jetzt exakt fünf Zähler vor dem Relegationsplatz. Costa erinnerte sich: „Wir haben weder nach dem Wolfsburg-Spiel die Klassenerhaltsfeier gemacht noch haben wir nach drei Spielen die Zweitligaplanung herausgeholt.“ Damals, zu Saisonbeginn, war der HSV in Gladbach (0:0), gegen St. Pauli (0:2) und in München (0:5) sieglos geblieben. Schon da war Hamburgs Bossen aber klar, dass der Kampf um den Ligaverbleib voraussichtlich bis zum letzten Spieltag gehen würde.
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Huwer sagte am Sonntag: „Rückschläge gibt es. Die Frage ist: Was haben wir für eine mentale Power, wie gehen wir damit um, wie stehen wir wieder auf?“ Dem Trainerteam um Merlin Polzin schenkte der 42-Jährige das volle Vertrauen für das Saisonfinish. Auch Costa setzt in der Crunchtime auf Geschlossenheit. Die HSV-Chefs gehen verbal in die Offensive, um die Profis und Coaches zu schützen und zu stärken. Der Sportdirektor versprach: „Wir kennen uns lange – und sind eingespielt.“ Neben dem Platz präsentierte sich der HSV nach dem Nordderby sofort wieder als Einheit. Auf dem Rasen müssen nun Leistung und Punkte her, damit es nicht doch noch mal eng wird.
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