Loic Favé und Merlin Polzin auf dem Trainingsplatz

Nachwuchschef Loic Favé (l.) und Merlin Polzin haben die Jugendteams des HSV fest im Blick. Foto: WITTERS

In Polzins Visier: Offensiv-Talent (16) hält den HSV auf K.o.-Kurs

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Das Zustandekommen des Treffers war schon kurios. Aber das war Thierry Sedlatschek egal. Weil ein Verteidiger von RB Leipzig den Ball nach einem eigentlich schon ausgeführten Abstoß in die Hand genommen hatte, gab es Elfmeter für die U17 des HSV – und den verwandelte Offensivmann Sedlatschek sicher (69.). Das 2:1 war gleichzeitig das Siegtor und sorgte dafür, dass das Team wieder klar auf K.o.-Runden-Kurs ist. Auch Profitrainer Merlin Polzin und sein Assistent Loic Favé, der gleichzeitig Nachwuchschef ist, dürften genau hinschauen. Am Campus werden längst die Weichen für die Zukunft gestellt. Bei mehreren Jahrgängen.

Die HSV-U17 steht in seiner Hauptrunden-Gruppe A nach fünf Spieltagen bei jetzt neun Punkten – und auf Rang zwei. Die Truppe von Coach Tim Reddersen hat in der DFB-Nachwuchsliga somit gute Chancen, in das Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft einzuziehen. Die vier bestplatziertesten Mannschaften aus der HSV-Gruppe (mit insgesamt sechs Teams) werden sich letztlich für den K.o.-Modus qualifizieren. Und mit RB Leipzig (jetzt Rang fünf, der nicht reichen würde) haben die Hamburger am Sonntag einen Kontrahenten vorerst auf vier Zähler distanziert.

HSV-U17 siegt in der DFB-Nachwuchsliga gegen Leipzig

Die Hinrunde der Hauptrunde ist nun vorbei – und U17-Trainer Reddersen glücklich über den Zwischenstand: „Mit der Entwicklung des Teams in den ersten fünf Spielen sind wir zufrieden.“ Der 35-Jährige kündigt an: „Wir wollen die Jungs in den abschließenden fünf Gruppenspielen weiter an ihr Limit bringen.“ Am Samstag (13 Uhr) steht zunächst das Rückspiel gegen Hannover 96 an, anschließend warten der noch unbesiegte Tabellenführer 1. FC Magdeburg sowie Holstein Kiel, Borussia Dortmund und zum Abschluss (18. April) erneut RB Leipzig. Das Auswärtsduell mit den Sachsen entschieden Noah Adigo nach einem ansehnlichen Konter (58.) und Sedlatschek am Sonntag für den HSV.

Siegerfoto: Die HSV-U17 um 2:1-Torschütze Thierry Sedlatschek (hintere Reihe, 2.v.r.) bejubelte den Erfolg in Leipizig. HSV
Siegerfoto der HSV-U17
Siegerfoto: Die HSV-U17 um 2:1-Torschütze Thierry Sedlatschek (hintere Reihe, 2.v.r.) bejubelte den Erfolg in Leipizig.

Der 16-jährige Sedlatschek durfte am Ende des Vorjahres schon ein paarmal bei den Profis mittrainieren, weil Polzin und Favé um sein großes Talent wissen. „Er ist ein sehr spannender Junge, der viel Potenzial hat“, sagte Polzin im Dezember. „Es macht Spaß, Thierry Stück für Stück heranzuführen.“ Sedlatschek, der vor allem über die offensive Außenbahn kommt, war im Sommer 2019 von Teutonia Ottensen zum HSV gewechselt. Der Treffer in Leipzig war sein zweiter in der Liga A. Mit David Wurie (17) und Jannes Von Diszelski (17) ist er Hamburgs bester Schütze.

HSV-Youngster Sedlatschek, Adigo und Co. machen Spaß

Sedlatschek wird am 3. April 17 Jahre alt, wenige Wochen später möchte er mit dem HSV das Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft bestreiten. Der Weg bis zum möglichen Titelgewinn ist noch weit. In der Vorsaison war für die Nachwuchsauswahl in der Runde der letzten Acht gegen den BVB Schluss (4:5). Die Hoffnung ist, dass mit dem nächsten HSV-Jahrgang nun noch mehr drin ist. Neben Sedlatschek sind noch einige andere vielversprechende Talente Teil des Kaders. So etwa Offensiv-Youngster Noah Adigo (15), der der Sohn von Christiano Adigo ist – seinerseits Cheftrainer des Regionalligisten 1. FC Phönix Lübeck. Außerdem verlängerte Joao Balde (16) kürzlich seinen HSV-Vertrag. Der Mittelfeldmann war im Sommer 2024 vom Eimsbütteler TV in den Volkspark gekommen.

Thierry Sedlatschek trainierte letztmals im Dezember mit den HSV-Profis um Noah Katterbach (l.). WITTERS
Thierry Sedlatschek jongliert den Ball
Thierry Sedlatschek trainierte letztmals im Dezember mit den HSV-Profis um Noah Katterbach (l.).

Für die U19 des HSV läuft es in seiner Hauptrunden-Gruppe derweil nicht so erfolgreich wie für die U17. Das Team von Trainer Oliver Krause (42) verlor am Samstag mit 1:2 beim FC Energie Cottbus und ist nach fünf Spieltagen Tabellen-Vorletzter. Platz vier, der zur Teilnahme am Achtelfinale berechtigt, ist vor dem Beginn der Rückrunde aber nur drei Zähler entfernt. Am Samstag (11 Uhr) empfangen die Talente um Henri Schümann (17) und Finn Barkowsky (18), die auch schon bei Polzin vorspielen durften, in Norderstedt den SSV Ulm. Nicht mit dabei sein können wird Fernando Dickes. Der 18-jährige Keeper, den der HSV im vergangenen Sommer aus Leipzig geholt hatte und der bislang vornehmlich in der U19 zum Einsatz kam, verletzte sich im Abschlusstraining vor dem Cottbus-Spiel an der Schulter. Dickes, der regelmäßig mit Daniel Heuer Fernandes trainiert, muss operiert werden und fehlt monatelang.

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Ab Sommer wird der junge Torwart einen neuen Anlauf nehmen. Barkowsky wird dann ebenfalls noch im Volkspark kicken. Der HSV-Vertrag des Flügelspielers wurde im November langfristig verlängert. Auch einige Bundesligisten sollen an ihm interessiert gewesen sein, doch die Perspektive in Hamburg gefiel ihm am besten. Barkowsky wird von Ex-HSV-Stürmer Maximilian Beister (Agentur „B360 Sports“) vertreten – genauso wie U17-Youngster Noah Adigo.

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