In Hamburg aussortiert, in Europa Spitze: Hat sich der HSV bei Karabec verzockt?
Große finanzielle Sprünge sind beim HSV in vielen Bereichen – wie Stadionauslastung oder Merchandising – aktuell nicht möglich. Dort bewegen sich die Hamburger bereits am Maximum. Um trotzdem weiter zu wachsen, werden künftig unter anderem Transfererlöse nötig sein. Entsprechend soll es bei der Kadergestaltung immer wieder Investitionen in die Zukunft geben. Auch bei Adam Karabec wäre das möglich gewesen, doch die Hamburger entschieden sich dagegen. Ein Fehler?
In der vergangenen Saison gehörte Karabec zu den Aufstiegshelden im Volkspark. Für eine Saison hatten die Hamburger den Tschechen von Sparta Prag ausgeliehen. Er kam in der Aufstiegssaison in 31 Ligaspielen (drei Tore, sieben Vorlagen) zum Einsatz und überzeugte als technisch starker Spieler. Im Sommer trennten sich dann die Wege trotzdem wieder – obwohl der Offensivspieler gerne in Hamburg geblieben wäre und die HSV-Bosse auch die Option dafür hatten.
Für den HSV war Karabec im Sommer zu teuer
Für 4,2 Millionen Euro hätte der HSV den Tschechen nach dem Aufstieg fest verpflichten können, so war es im Leihvertrag vereinbart. Die Summe war den Hamburgern jedoch zu hoch. Auch als der Preis nach Ablauf der Kaufoption leicht gesenkt wurde, kam keine Einigung zustande.

Statt zum HSV wechselte Karabec nach Frankreich zu Olympique Lyon – und machte dort die nächsten Schritte in seiner Karriere. In der Ligue 1 kam der 22-Jährige bislang in dieser Saison bislang in zwölf von 13 Spiele zum Einsatz (ein Tor). Die meisten Auftritte hatte er dabei auf der rechten Außenbahn. In der Europa League erzielte er am vergangenen Donnerstag beim 6:0 in Tel Aviv seinen ersten Treffer auf internationaler Bühne.
Auch in der Nationalmannschaft ist Karabec gefragt
Nach fünf Spieltagen steht Karabec (ein Tor, zwei Vorlagen) mit Lyon auf Tabellenplatz eins in der Europa League. Auch in der tschechischen Nationalmannschaft ist er plötzlich gefragt. In den vergangenen drei Länderspielpausen kam er in vier von fünf Spielen zum Einsatz und steuerte zwei Treffer und eine Vorlage bei.
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Sein Marktwert ist inzwischen auf sechs Millionen Euro gestiegen. Aktuell hat Lyon Karabec nur von Prag ausgeliehen, doch die Franzosen sicherten sich wie einst der HSV auch eine Kaufoption. Diese soll laut französischen Medien bei 3,5 Millionen Euro plus Bonuszahlungen liegen. Macht er so weiter, wird sich das Geschäft für Lyon am Ende lohnen. Der HSV hat diese Chance wohl verpasst.
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